31 Dezember 2006

Neues Gefühl der Geschwisterlichkeit.

In dieser Welt sind mächtige Kräfte am Werk. Niemand kann sie aufhalten. Wir erkennen ihre Zeichen in einem neuen Verständnis der Religion, einer neuen Achtung den Menschen gegenüber, einem neuen Gefühl der Geschwisterlichkeit.

William Ellery Channing (1780 - 1842)

In diesem Sinn ein gutes Sylvester 2006 und ein gutes Neues Jahr 2007!

30 Dezember 2006

Jetzt Leben

Sich auf das Leben vorzubereiten, statt zu leben, ist eine äußerst gefährliche Versuchung. Die Zukunft gehört dir nicht. Vergiss daher nicht, jetzt so gut zu leben, wie du kannst.

29 Dezember 2006

Wem gilt deine Treue?

Wem gilt deine Treue?
Worauf richtest du deine Energie, deine Aufmerksamkeit?
Auf die Stille, die Wahrheit, das NICHTS,
oder auf die Illusion von Welt, von Ich?

Samarpan (*1941)

28 Dezember 2006

ihn und mich

Gott ist das, was er ist;
Ich bin das, was ich bin;
Doch kennst du einen wohl,
So kennst du mich und ihn

Angelus Silesius Scheffler (1624 - 1677)

27 Dezember 2006

...auf die wir gewartet haben

Ihr habt den Leuten gesagt, dass jetzt die elfte Stunde ist. Geht nun zu ihnen zurück und sagt ihnen, dass jetzt die Stunde ist. Und dass es Einiges gibt, über das nachgedacht werden muss.

Wo lebst Du?
Was tust Du?
Mit wem bist Du verwandt?
Stehst Du in einer richtigen Beziehung?
Wo ist Dein Wasser?
Es ist Zeit, Deine Weisheit auszusprechen.
Erschaffe Deine Wahrheit.
Behandelt Euch gegenseitig gut.
Suche keinen Führer außerhalb von Dir.
Das kann eine gute Zeit werden!

Es gibt einen Fluss, der sich jetzt stark beschleunigt. Er ist so gross und schnell, dass viele sich fürchten. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden das Gefühl haben, auseinandergerissen zu werden und stark leiden. Wisst, dass der Fluss seine Bestimmung hat. Wir müssen das Ufer loslassen und uns in die Mitte des Flusses abstossen. Haltet euren Kopf über dem Wasser und die Augen offen. Schaut wer um und mit euch ist und feiert. In diesem Moment der Geschichte sind wir aufgefordert, nichts persönlich zu nehmen vor allem nicht uns selbst. Denn wenn wir das tun, stoppt unser spirituelles Wachstum und unsere Reise.

Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Versammelt euch! Streicht das Wort Kampf aus eurer Einstellung und eurem Wortschatz. Alles was wir jetzt tun, muss auf heilige feierliche Weise geschehen.

Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.

Oraibi-Älteste; Hopi Nation 2001 (Arizona)

26 Dezember 2006

Mensch unter Menschen

Wir sind hier; weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen - er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten?

Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der - Teil eines Ganzen - zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet.
In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein - wie im Tod - sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

Richard Beauvais (1964)

(Aus dem Leitbild der Hochgrat-Klinik, Stiefenhofen-Wolfsried)

14 Oktober 2006

06 Oktober 2006

So-Sein der Dinge

Das ist ein Prozess, in dem immer wieder das Reale vom Unrealen, Wirklichkeit vom Traum unterschieden wird. Immer wieder von neuem zu sehen, was ist und was ist nicht. Gefühle, Umstände, alles, was erscheint und wieder vergeht, ist einfach, was es ist: ein Gefühl, ein Gedanke, ein Umstand, eine Erfahrung, ein Phänomen, ein Geschehen, eine Handlung - und sonst nichts. Das ist das So-Sein der Dinge, wie Buddha es nannte.

Pyar Troll (*1960)
in : Reise ins Nichts. Geschichte eines Erwachens. Bielefeld 2001

05 Oktober 2006

Unendliche Liebe und Barmherzigkeit

Was wir heute brauchen, ist die helle Sonne dieser Intelligenz, verbunden mit dem Herzen Buddhas, dem wundervollen Herzen, erfüllt von unendlicher Liebe und Barmherzigkeit. Eine solche Verbindung würde die erhabenste Philosophie hervorbringen, in der sich Wissenschaft und Religion begegnen und die Hände reichen, und Dichtung und Philosophie zu Freunden werden. Dies wird die Religion der Zukunft sein, und wenn wir sie errichten können, wird sie dauern für alle Zeiten und für alle Völker. Kein anderer Weg ist für die moderne Wissenschaft gangbar, und sie hat ihn schon beinahe betreten.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

04 Oktober 2006

Einheit hinter der Vielheit

Die Einheit, die ich hinter der Vielheit verehre, ist keine langweilige, keine graue, gedankliche, theoretische Einheit. Sie ist ja das Leben selbst, voll Spiel, voll Schmerz, voll Gelächter. Sie ist dargestellt worden im Tanz des Gottes Shiva, der die Welt in Scherben tanzt, und in vielen anderen Bildern, sie weigert sich keiner Darstellung, keinem Gleichnis. Du kannst jederzeit in sie eintreten, sie gehört dir in jedem Augenblick, wo du keine Zeit, keinen Raum, kein Wissen, kein Nichtwissen kennst, wo du aus der Konvention heraustrittst, wo du in Liebe und Hingabe allen Göttern, allen Menschen, allen Welten, allen Zeitaltern angehörst.

Hermann Hesse (1877-1962)

03 Oktober 2006

Göttliche Einheit

Ich glaube an nichts in der Welt so tief, keine andere Vorstellung ist mir so heilig wie die Einheit, die Vorstellung, dass das Ganze der Welt eine göttliche Einheit ist und dass alles Leiden, alles Böse nur darin besteht, dass wir einzelne uns nicht mehr als unlösbare Teile des Ganzen empfinden, dass das Ich sich zu wichtig nimmt.

Hermann Hesse (1877-1962)

02 Oktober 2006

Wenigstens einmal am Tag

Man sollte
wenigstens einmal am Tag
ein kleines Lied hören,
ein gutes Gedicht lesen,
ein schönes Bild betrachten und
- wenn möglich -
ein paar vernünftige Worte sagen.

Johann Wolfang von Goethe (1749 - 1832)

01 Oktober 2006

Schöpfer im Menschen

Der Schöpfer im Menschen ist das eigene Selbst, dessen letzte, von seinem eigenen Mittelpunkt entfernteste Manifestation das kleine "Ich", das persönliche "Ichbewusstsein" ist. Das persönliche "Ich" in ihm ist das durch die Materie - im Körper - widergespiegelte Bild Gottes. Wenn der Mensch also aus dem Fernsein in die Identität mit Gott zurückgelangen will, muss er mit seinem Bewusstsein denselben Weg einschlagen: er muss sein Bewusstsein, von seinem persönlichen "Ich" ausgehend, immer tiefer und tiefer in sich zurückziehen, und sich zu seinem wahren Selbst, zu seinem Schöpfer, hinwenden, bis er sich in Ihm bewusst erkennt.

Elisabeth Haich (1897-1994)

30 September 2006

Wenn wir einen Menschen hassen...

Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt.
was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.

Hermann Hesse (1877-1962)

29 September 2006

Trauet euren Träumen

Trauet euren Träumen, denn das Tor der Ewigkeit ist darin verborgen.
Khalil Gibran (1883-1931)

28 September 2006

Dunkelheit

Die Dunkelheit ist eine Morgendämmerung, die darauf wartet, geboren zu werden.

Khalil Gibran (1883-1931)

27 September 2006

An den richtigen Platz

Alles ist euer Leben. Tag und Nacht, was immer euch begegnet, ist euer Leben; daher sollt ihr euer Leben der Situation anpassen, die euch im Augenblick begegnet.
Verwendet eure Lebenskraft dazu, aus den Umständen, die auf euch zukommen, eine Einheit mit eurem Leben zu gestalten und die Dinge an ihren richtigen Platz zu setzen.

Dogen (1199-1253)

26 September 2006

Sein ewiges Wort

Ist es der Fall, dass die Seele Gottes Werk empfangen kann, so wird sie auch dazu eingesetzt, keinen Gott mehr zu haben. Dann ist die Seele wieder das ewige Bild, in welchem Gott sie ewis als sein ewiges Wort angeschaut hat.

Meister Eckhart (1261 - 1328)

25 September 2006

In der Gegenwart leben

Der Mensch schiebt auf oder erinnert sich; er lebt nicht in der Gegenwart, sondern beklagt mit rückwärts gerichtetem Blick die Vergangenheit oder stellt sich ungeachtet des Reichtums, der ihn umgibt, auf die Zehenspitzen, um die Zukunft vorherzusagen. Er kann nicht glücklich und stark sein, bis er auch mit der Natur in der Gegenwart lebt - über der Zeit.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

24 September 2006

Seele besteht aus Licht

Zeit und Raum
sind nichts als physiologische Farben,
die das Auge wahrnimmt,
aber die Seele besteht aus Licht.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

23 September 2006

"Ich" / "mein" eines Erwachten

Auf die Frage, ob ein Erwachter noch "Ich" oder "mein" sagen darf, antwortete Buddha:

Wer erwacht ist, hat alle Fesseln der Verblendung beseitigt. Deshalb darf er "Ich" und "mein" sagen.

22 September 2006

Weisheit

Weisheit besteht in nichts als diesem:
Wahr reden, wahr handeln, der Natur der Dinge folgen.

Heraklit (544 bis 483 v.Chr.)

21 September 2006

Den Ort finden

Hätte sich aber ein Fisch vorgenommen, zuerst über die Grenzen des Wassers hinauszugelangen und dann ins Wasser zu gehen, und ein Vogel erst dann in den Himmel zu fliegen, wenn er über die Grenzen des Himmels hinausgelangt wäre, dann könnten der Fisch und der Vogel niemals ihren Weg und ihren Ort im Wasser oder im Himmel finden.

Dogen (1199-1253)

20 September 2006

Wo die Wahrheit finden?

Wenn du die Wahrheit nicht findest,
wo du gerade bist,
wo sonst willst du sie finden?

Dogen (1199-1253)

19 September 2006

Lehrer / Schüler

Lehrer öffnen dir das Tor.
Doch über die Schwelle treten musst du selber.

Hakuin Zenji (1686-1769)

18 September 2006

Gnade

Die Gnade Gottes wird uns zuteil, wenn wir in großem Schmerz und in großer Unruhe gefangen sind. Gott ist gnädig, wenn wir das dunkle Tal eines sinnlosen, leeren Lebens durchschreiten.

Paul Tillich (1886 - 1965)

17 September 2006

Unschuld des gereiften Menschen

Der Baum der Erkenntnis stellt in Wahrheit den Moment in der Evolution dar, wo der Affe zum
Menschen wird – und damit natürlich seine unbewusste Unschuld verliert. Ich erinnere mich, dass Osho einmal in diesem Zusammenhang davon sprach, dass der Weg von der unbewussten
Unschuld der Natur zur bewussten Unschuld eines Buddha führe, und dass auf diesem Weg die Erfahrungen von Dunkel, Sünde und Unglück notwendig seien, bis der Kreis sich schließt und
man wie Buddha wieder heimkehrt – aber jetzt in einer bewussten Unschuld. Er sagte, auf diese Weise sei Buddhas Unschuld die Unschuld eines gereiften Menschen, eines gewachsenen
Menschen.

Pyar Troll (*1960)

in: Hütet das Feuer. Jesus als radikalen Weisheitslehrer entdecken.
Aurum-Verlag, Seite 13

16 September 2006

Ein wahrer Mensch

Rinsai, ein Zen-Meister, spricht gern vom "wahren Menschen"; der Mensch auf dem Weg, der Mensch, der sich der Buddha-Natur nähert, das ist der wahre Mensch, kein Unmensch, kein Nichtmensch, kein herausgefallener Mensch, sondern ein hereingefallener - im besten Sinne des Wortes - Mensch, ein wahrer Mensch.

Pyar Troll (*1960)
in: Satsang. Die spirituelle Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. Kreuzlingen/München 2006, S. 121

15 September 2006

Mitgefühl

Mitgefühl entspringt der Einsicht, der Weisheit, der unendlichen Bezogenheit, der Ungetrenntheit... Wenn du dir deiner Ungetrenntheit von allen Wesen bewusst bist, dann ist Mitgefühl ganz natürlich.

Pyar Troll (*1960)

in: Satsang. Die spirituelle Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. Kreuzlingen/München 2006, S. 157

14 September 2006

Verborgenes Bild

Wenn ein Meister ein Bild macht aus einem Stück Holz oder einem Stein, so trägt er das Bild nicht in das Holz hinein; vielmehr schneidet er die Späne ab, die das Bild verborgen und verdeckt hatten. Er gibt dem Holz nichts, sondern er nimmt und gräbt ihm die Decke ab und nimmt den Rost weg, - und dann erglänzt, was darunter verborgen lag.

Meister Eckhart (1260-1327)

13 September 2006

Sich selbst wahrnehmen

Den Buddha-Weg erfahren bedeutet sich selbst erfahren.
Sich selbst erfahren heißt sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen heißt sich selbst wahrnehmen
- in allen Dingen.

Dogen (1199-1253)

12 September 2006

Universaler Geist

Dieser Geist ist ein Bestandteil des universalen Geistes. Jeder Geist ist mit jedem anderen verbunden. Und jeder Geist, wo auch immer er sich befindet, kommuniziert wirklich mit der ganzen Welt.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

11 September 2006

Schrecken des Todes

Die Welt der Materie, und alles was zu ihr gehört,
ist nur ein Traum im Vergleich zu dem Erwachen,
das wir den "Schrecken des Todes" nennen.

Khalil Gibran (1883-1931)

10 September 2006

Schöpfung existiert in dir

Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt.

Khalil Gibran (1883-1931)

09 September 2006

... und dies ist Zeit

Berge sind Zeit, Ozeane sind Zeit. Ohne die Zeit könnten Berge und Ozeane nicht existieren: ihr sollt niemals bestreiten, dass die Zeit hier und jetzt in den Bergen und in den Ozeanen existiert. Wenn die Zeit zerstört wird, werden Berge und Ozeane zerstört. Wenn die Zeit nicht zerstört wird, werden Berge und Ozeane nicht zerstört. Im Einklang mit dieser Wahrheit zeigt sich der helle Morgenstern, erscheint der Tathagata, erscheint das Auge, und es geschieht, dass die Blume hochgehalten wird, und dies ist Zeit.

Dogen (1199-1253)

08 September 2006

Schau, was Du tust

Willst Du wissen, wer Du warst,
so schau, wer Du bist.
Willst Du wissen, wer Du sein wirst,
so schau, was Du tust.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

07 September 2006

Der Buddha, der wir eigentlich sind

Wenn wir den Buddha entdecken, der wir eigentlich sind, erkennen wir, dass alles im Universum ebenfalls Buddha ist. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass alles und jedes erwacht ist. Alles ist gleichermaßen kostbar, heil und gut, und ebenso ist jedes einzelne Lebewesen kostbar, heil und gut.

Pema Chödrön (*1936)

06 September 2006

Das Leben gewinnen

Die Dinge sind dazu da,
dass man sie benutzt,
um das Leben zu gewinnen.

Und nicht,
dass man das Leben benutzt,
um die Dinge zu gewinnen.

Laotse (4. - 3 Jh. v.u.Z.)

05 September 2006

Im menschlichen Bewusstsein

Alles, was gebraucht wird, ist schon im menschlichen Bewusstsein verborgen.
Der Mensch muss nicht in den Himmel schauen, sondern in sich selber.
Er braucht nicht von irgendwoher um Gnade bitten, sondern er muss sich selbst ein Licht werden.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

04 September 2006

Unmittelbar zum Erwachen

Bist du dir deiner Gedanken und Vorstellungen bewusst, dann kann es sein, dass dich ein einziger Ausspruch, vielleicht sogar nur ein einziges Wort, unmittelbar zum Erwachen bringt.

Bardo Thödol ("Tibetisches Totenbuch”)

03 September 2006

Ein Jahr "sinndeuter"

Vor einem Jahr habe ich als ersten Eintrag hier geschrieben:

Sinn: eigentlich soll es heißen, dass jemand eine Fährte sucht. Mit allen Sinnen: Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten. Das gilt es immer wieder neu zu deuten, zu fragen: was heißt das JETZT? Dazu will dieser Blog einen Beitrag leisten.

Und am Fuß jeder Seite steht:

DER WEG IST JENSEITS VON SPRACHE,
DENN AUF IHM GIBT ES
KEIN GESTERN, KEIN MORGEN, KEIN HEUTE
Sosan (bis 606 u.Z.)

Das gilt, so denke ich, heute ebenso.

Schließen möchte ich heute deshalb mit folgendem Zitat:

Die Reise geht weiter und weiter - kein Ziel, kein Ankommen. Es ist nicht sprechbar, nicht schreibbar, nicht ausdrückbar. Bitte bleib nicht an diesen Worten hängen! Sie sind so armselig und niemals wirklich wahr.

(Pyar Troll *1960)

02 September 2006

Ohne Eigenschaft

Gott ist gut, Gott ist weise, Gott ist unendlich, Gott ist gerecht - das alles ist so unsinnig, als wenn ich das Schwarze weiß nennen würde. Du bist es, was du über deinen Gott denkst, und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst. Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit.

Meister Eckhart (1260-1327)

01 September 2006

Strahlen des Göttlichen

Liebe ist nicht zerteilbar - Liebe ist auch überhaupt nicht verhinderbar - Liebe ist einfach da, sowieso und unabhängig von Personen. Und vor allem ist Liebe nicht ausrichtbar, es ist überhaupt nicht möglich zu sagen: Dich liebe ich, dich nicht, dich liebe ich so, dich weniger oder mehr, oder ein bisschen... Das geht nicht.
Liebe ist das Strahlen des Göttlichen. Es strahlt sowieso, die ganze Zeit und in alle Richtungen.

Pyar Troll (*1960)

31 August 2006

Warum nicht Zusya?

Wenn ich ins Jenseits komme,
wird man mich nicht fragen:
"Warum bist du nicht Moses?"
Man wird von mir wissen wollen,
warum ich nicht Zusya bin.

Rabbi Meshulam Zusya von Hanipoli (1719-1800)

30 August 2006

Wo ist der Unterschied?

Der Fluss und seine Wellen sind ein Wogen. Wo ist der Unterschied zwischen dem Fluss und seinen Wellen? Wenn die Welle sich erhebt, ist sie doch Wasser. Und wenn sie wieder zurücksinkt, ist sie dasselbe Wasser. Sagt mir, ihr Leute, wo ist der Unterschied?
Weil wir von der Welle sprechen, sollten wir sie da nicht mehr für Wasser halten? Im Höchsten Brahman* werden die Welten aufgesagt so wie die Perlen einer einzigen Gebetskette. Betrachtet diese Kette also mit den Augen der Weisheit.

Kabir (1440-1518)

* Die Transzendenz, die absolute Wahrheit, die spirituelle Natur.

29 August 2006

Die höchste Fähigkeit

Die höchste Fähigkeit des Menschen ist nicht sein Verstand, sondern seine Intuition; sie bezieht ihr Wissen unmittelbar und spontan von der Seele und nicht durch die unzuverlässige Vermittlung der Sinne oder des Verstandes.

Paramanahansa Yogananda (1893 - 1952)

28 August 2006

Die Wahrheit ist ganz anders

Lass dich nicht täuschen und nicht betäuben, nicht einlullen. Die Wahrheit ist ganz anders, als du dir jemals vorgestellt hast. Sie ist auch ganz anders als sie dir irgend jemand mit Worten vermitteln könnte!

Pyar Troll (*1960)

27 August 2006

Zentraler Punkt

Unsere Ängste drehen sich alles in allem um einen zentralen Punkt, unseren Körper.
Sie werden also in dem Augenblick verschwinden, in dem wir uns vom Hängen am Körper befreit haben.

Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

26 August 2006

Geistiger Weg

"Sir, werde ich jemals den geistigen Weg aufgeben?" hat ein Schüler gefragt, den Zweifel plagten.
Der Meister antwortete ihm jedoch: "Wie könntest du? Jeder Mensch auf der Welt befindet sich auf dem geistigen Weg."

Paramanahansa Yogananda (1893 - 1952)

25 August 2006

Liebe überwindet alle Hindernisse

Sobald Gott dich bereit findet, muss er in dein Wesen einströmen, geradeso wie der Sonnenschein sich auf die Erde ergießen muss, wenn die Luft klar und rein ist.
Sehnendes Verlangen schafft Liebe, und Liebe überwindet alle Hindernisse.

Meister Eckhart (1260-1327)

24 August 2006

Ein und derselbe Baum

Was für den einen Wahrheit ist, kann für den anderen Unwahrheit sein. Wer nach der Wahrheit sucht, sollte deswegen nicht beunruhigt sein. Denn er wird durch unablässiges und ehrliches Bemühen zu der Einsicht gelangen, dass das, was unterschiedliche Wahrheiten zu sein scheinen, nur die zahllosen Blätter ein und desselben Baumes sind.

Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

23 August 2006

Gewinn und Ruhm

Die Folgen des Strebens nach Gewinn und Ruhm sind schlimm. Sie sind ein großes Hindernis für die innere Befreiung... Wer wegen seiner Tätigkeit oft eingeladen wird, viel geschenkt bekommt und deswegen auf andere herabschaut, die weniger bekommen, und sie gering schätzt, der ist von Gewinn und Ruhm bereits gefangen, und für lange Zeit wird ihn das behindern und ihm schaden."

Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)

22 August 2006

Wahrheit - überall

Jetzt sehe ich Wahrheit von innen und finde sie überall - es ist so kristallklar. Ich finde sie nicht, sie ist einfach. Ich hatte mich immer nach Liebe und Gott und Frieden gesehnt und konnte sie nicht finden - jetzt sehe ich Frieden, Gott, Liebe wohin ich auch immer blicke - überall nichts als DAS. Es gibt nichts zu finden, denn es gibt nichts außer DEM.

Pyar (*1960)

21 August 2006

Schau genau hin

Ich will dich nichts lehren, im Gegenteil, ich will dich der Lehren berauben. Ich sage dir keine Methode, sondern möchte dir alle Methoden nehmen. Ich entwerfe kein System, ich will dir auch alle Systeme wegnehmen. Bitte, bitte glaube mir nichts, denn auch Glauben will ich dir entreißen. Denn du musst am Ende selbst sehen, du musst selbst entdecken! Also, schau, schau selbst was übrig bleibt. Schau, was da ohne Lehre, ohne System, ohne Methode, ohne Zukunft, ohne Vergangenheit ist - schau, schau genau hin, genau jetzt!

Pyar (*1960)

20 August 2006

Unsere Sehnsucht ausrichten

Jetzt im Schreiben fällt mir Jesus ein, der sagte: "Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten sie fressen und Diebe sie nicht stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz". Auch dies ist ein Satz, den ich erst jetzt verstehe. Erst jetzt verstehe ich, dass nichts, gar nichts gegen Geld, Beziehungen und die schönen Dinge des Lebens einzuwenden ist. All dies sind Dinge, die genossen werden wollen, wenn sie vorhanden sind, man muss sie nicht wegwerfen, man soll sie nicht wegwerfen. Nicht diese Dinge hindern. Was hindert ist, wenn wir unser Herz daran hängen, unsere Sehnsucht danach ausrichten und darüber unsere eigentliche Sehnsucht vergessen.

Pyar Troll (*1960)

19 August 2006

Gibt es ein Selbst?

"Gibt es ein Selbst?" fragte ein Pilger, der zu Buddha kam. Buddha jedoch schwieg. Ein zweites Mal stellte der Pilger die Frage: "Gibt es ein Selbst?". Doch wieder schwieg Buddha. Und der Pilger ging ohne eine Antwort

Sein Schüler Ananda fragte ihn daraufhin: "Warum habt Ihr die Frage dieses Pilgers nicht beantwortet?" Und Buddha entwickelte folgendes:

"Hätte ich 'Es gibt ein Selbst', wäre ich den Lehren gefolgt, die von etwas Ewigem ausgehen. Hätte ich gesagt 'Es gibt kein Selbst' wäre ich den Lehren gefolgt, die alle Existenz negieren. Hätte ich gesagt 'Es gibt ein Selbst' würde dies nicht der Erkenntnis entsprechen, die davon redet, alle Erscheinungen seien ohne ein Selbst. Hätte ich gesagt 'Es gibt kein Selbst' hätte der Pilger gedacht 'Ich habe kein Selbst mehr'. Und darüber wäre er in Verwirrung geraten."

18 August 2006

Innerste Kräfte

Wer aus dem Allgrund seiner Seele lebt,
wird sich dessen nicht bewusst;
darum quellen die innersten Kräfte unmittelbar aus ihm.

Lao Tse (6. Jh. v. u.Z.)

17 August 2006

Das Ewig-Seiende

Durch den Geist forschend, erreichen wir schließlich jene Einheit, jenes allumfassende Eine, die innere Seele, das Wesen und die Wirklichkeit aller Dinge, das Ewig-Freie, das Ewig-Glückselige, das Ewig-Seiende.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

16 August 2006

Sorget euch nicht

Sorget euch nicht um den morgigen Tag;
denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.

Jesus Christus (ca. 4 v.-29 u. Z.)

15 August 2006

Ich fand dich

Ich fand dich,
o Herr,
nicht außerhalb,

denn ich ging fehl,
dass ich dich außerhalb suchte,
da du doch innen warst.

Aurelius Augustinus (354 - 430)

14 August 2006

Leer werden

Du musst leer werden dessen,
womit du gefüllt bist,
auf dass du gefüllt werden kannst mit dem,
dessen du leer bist.

Aurelius Augustinus (354 - 430)

13 August 2006

Die Menschen reisen umher...

Die Menschen reisen umher und bewundern
die hohen Berge,
die riesigen Wellen der Meere,
die ausgedehnten Flüsse,
die immensen Ausmaße der Ozeane,
die Kreisbewegungen der Sterne.

Doch an sich selbst ziehen sie völlig unberührt vorüber.


Aurelius Augustinus (354 - 430)

12 August 2006

a bisserl was...

Und ist der Weg
auch noch so steil,
a bisserl was
geht allerweil.

Gerhard Polt (*1942)

11 August 2006

Gestaltlos grenzenlos

Bist du selbst Gestalt,
gewahrst du Gott und Welt gestaltig.
Aber wer ist es,
der ihre Gestalt gewahrt?
Und wie ist es, wenn du gestaltlos bist?
Gibt es Sehen und Gesichte ohne ein Auge?
Das Selbst ist das Auge
und ist gestaltlos grenzenlos.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

10 August 2006

Den eigenen Weg gehen

Gehen Sie Ihren Weg.
Sie müssen die anderen Wege nicht verfluchen.
Es sind funktionierende Wege.
Es sind nicht Wege für jeden und alle.
Achten Sie die Wege, denn sie führen alle zu Gott.
Gehen Sie Ihren eigenen Weg.

Guruji Mohan

09 August 2006

Geschenk - nicht Last

Wenn wir den Guru als jemanden sehen, der höheres, überlegenes Wissen besitzt, der größer ist als wir, der so außerordentlich mitfühlend ist, uns wirklich seine Aufmerksamkeit zu schenken, dann wird die Übertragung verhindert.
Wenn wir das Gefühl haben, ein mickriges kleines Wesen zu sein, dem ein goldener Becher gereicht wird, dann werden wir von dem Geschenk überwältigt und wissen nicht, was wir damit anfangen sollen. Unser Geschenk wird zu einer Last, weil unsere Beziehung misslich und bedrückend ist.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)

08 August 2006

Aus der Tiefe des Herzens

Im Meere der Lauterkeit bin ich geschwunden, geschmolzen wie Salz.
Zerronnen sind Glaube und Zweifel an Lehren, ob wahr oder falsch.
Da stieg aus der Tiefe des Herzens ein Stern mir, ein leuchtender auf,
Vor dessen Gefunkel versanken die Sieben Rotunden des Alls.

Rumi (1207 - 1273)

07 August 2006

Den Panzer der Seelen durchbrechen

Bemüht euch, mehr darauf zu achten, was Gott im Innern zu euch sagt, als was euch von außen ein Mensch zuspricht. Denn diese innere Stimme ist die überwältigende und starke Stimme (Psalm 29,4), die die Wüsten erschüttert, die verschlossensten Bereiche sprengt, den starren Panzer der Seelen durchbricht.

Bernhard von Clairvaux (ca. 1090 - 1153)

06 August 2006

Die Kraft der Taube

Eine kleine Taube sah ein Feuer am Berg, das immer heftiger loderte und damit nach und nach viele Bereiche des Waldes vernichtete. Die Taube sah es, dachte aber gleich: Was kann ein kleiner Vogel ausrichten gegen die Macht des vernichtenden Feuers. Die Taube wusste, dass sie nicht helfen, aber auch, dass sie nicht einfach zusehen konnte.

Aus ihrem Mitgefühl heraus begann sie daher, zwischen dem Feuer am Berg und einem weit gelegenen Bachlauf hin und her zu fliegen. Und jedesmal brachte sie wenige Tropfen von Wasser in ihren Flügeln mit.

Zen-Geschichte

05 August 2006

Was am meisten Liebe erweckt

Ich möchte auch nur darauf hinweisen,
dass es nicht darauf ankommt,
viel zu denken,
sondern viel zu lieben.

Darum tut das,
was am meisten Liebe in euch erweckt.

Teresa von Avila (1515 - 1582)

04 August 2006

Kein Unterschied

Nimm wahr, wie der Geist entweder an Vergangenes denkt oder an Zukünftiges, und erkenne, dass zwischen diesen beiden kein Unterschied besteht.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

03 August 2006

In der Wahrheit selbst

Solange der Mensch Mensch bleibt, gelangt er nicht über Meinen und Glauben hinaus; ist er aber, losgelöst von sich, versunken in das, was da ist, so besitzt er ein Wissen aller Wahrheit, denn seiner selbst entsunken, steht er dann in der Wahrheit selbst.

Heinrich Seuse (etwa 1295 - 1366)

02 August 2006

Wirken und Werden sind eins

Das Wirken und das Werden sind eins. Wenn der Zimmermann nichts erwirkt, wird auch nichts aus dem Haus. Wo die Axt daniederliegt, liegt auch das Werden danieder. Gott und ich, wir sind eins in diesem Wirken; er wirkt, und ich werde.

Meister Eckhart (1261 - 1328)

01 August 2006

Worte

Was die Eignung der Worte, die benutzt werden sollen, betrifft, so gibt es fünf Paare von Antonymen:

Worte, die zu ihren Anlässen passen
und solche, die nicht geeignet sind;
Worte, die zu den Tatsachen passen
und solche, die nicht passen;
Worte, die angenehm klingen
und solche, die hart klingen;
Worte, die vorteilhaft sind
und solche, die schädlich sind;
Worte, die mitfühlend sind
und solche, die hasserfüllt sind.

Welche Worte wir auch immer äußern, sie sollten mit Sorgfalt gewählt werden, denn die Menschen werden sie hören und dadurch zum Guten oder Bösen beeinflusst werden.

Buddha (563 - 483 v.u.Z.)

31 Juli 2006

Ein spiritueller Freund

Der strenge Druck des spirituellen Freundes ist gleichermaßen hoch zu schätzen und äußerst lästig. Sein Stil ist außerordentlich kraftvoll, aber so gesammelt, so angewbracht, dass wir nichts gegen ihn einwenden können. Das ist Hingabe. Wir bewundern seinen Stil sehr, habenjedoch Angst davor. Er ist herrlich, wird uns aber zermalmen, in Stücke teilen. Hingabe schließt in diesem Fall so viel Schärfe mit ein, dass wir nicht einmal um Gnade bitten können, indem wir für uns beanspruchen, ein armseliges, nettes kleines Würstchen zu sein, das voller Ergebenheit ist und sich die ganze Zeit über vor seinem Lehrer niederwirft und ihm die Füße küsst.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)

30 Juli 2006

Je einfacher die Methode...

Die angemessene Haltung gegenüber der (Meditations-)Technik besteht darin, sie nicht als etwas Magisches, ein Wunderwerk oder irgendeine tiefgründige Zeremonie zu betrachten, sondern sie nur als einen einfachen, einen äußersteinfachen Vorgang zu erkennen.
Je einfacher die Methode, desto geringer die Gefahr von Abwegen, weil wir nicht alle möglichen faszinierenden und trügerischen Hoffnungen und Ängste hegen und pflegen.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)

29 Juli 2006

Langeweile

Langeweile vegrößert die psychologische Differenziertheit der Übenden. Sie beginnen die Langeweile allmählich zu schätzen und entwickeln ihre geistige Differenziertheit weiter, bis die Langeweile zu einer kühlen Langeweile wird, wie ein Gebirgsfluss. Er fließt und fließt und fließt, planmäßig und ewig gleich bleibend, aber er ist sehr abkühlend, sehr erfrischend. Berge werden niemals müde, Berge zu sein, und Wasserfälle werden niemals müde, Wasserfälle zu sein. Aufgrund ihrer Geduld fangen wir an, sie zu schätzen.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)

28 Juli 2006

Von Buddha-Natur nicht getrennt

Ein Schüler fragte Meister Tozan (807 - 869 u.Z.):
"Wie können wir heiß und kalt vermeiden?"

Wissen wollte er damit eigentlich:

Wie komme ich in die Stille, in die Mitte von allem? Er fragt aber zugleich nach einer Möglichkeit des Ausweichens, der Flucht, fragt eigentlich: Wie können wir der Dualität entfliehen?

Der Meister antwortet dem Schüler:
"Warum gehst du nicht irgendwohin, wo es weder heiß noch kalt ist?"

Worauf der Schüler nachfragt:
"Wo ist ein Ort, der weder heiß noch kalt ist?"

Und Tozan entgegnet:
"Wenn es kalt ist, sei vollständig kalt;
wenn es heiß ist, sei vollständig heiß!"

Pyar Troll sagt dazu: "Wenn wir versuchen, der Welt der Dualität zu entfliehen, befinden wir uns shcon wieder ganz in der Dualität. Wenn wir sagen: 'Ich will nur da sein, wo es warm und kalt nicht gibt, Geburt und Tod nicht gibt', stellen wir uns in Gegensatz zu Geburt und Tod, in Gegensatz zu warm und kalt, in Gegensatz zur ganzen Existenz, und wir vergessen, dass die gesamte Existenz mit Geburt und Tod, mit warm und kalt nicht von Buddhanatur getrennt ist."

In: Pyar Troll, Poesie der Stille - Tanz des Lebens. Anleitungen zum Da-Sein.
Kamphausen-Verlag, 2002, S. 94/95

27 Juli 2006

Lichtvollere Welt

Was, wenn ich zu der Auffassung gelangte, dass allein die Liebe heilt und all unsere vielen Ausbildungen vor allem dazu dienten, uns als Therapeuten fähiger zu machen, in dieser Liebe zu sein, so dass wir als Tropfen im Meer das Universums "nur" durch mehr Harmonie im ei­genen Inneren einen Teil der großen Aufgabe erfüllen, eine lichtvollere Welt zu schaffen?

Stefanie Gudermuth (*1946)

26 Juli 2006

Die Un-Bedingheit der Wirklichkeit

Wenn du in er Lage bist, dich zu entspannen - dich für eine Wolke öffnen, die du siehst, einen Regentropfen in seiner ganzen Wirklichkeit erfahren -, so kannst du die Unbedingtheit der Wirklichkeit direkt sehen: Sie ist in den Dingen, so wie sie sind, ganz einfach.
Wenn du die Dinge anschauen kannst, ohne zu sagen: "Dies ist für mich, das ist gegen mich", oder "Hiermit stimme ich überein, damit nicht", dann erfährst du den Seinszustand des kosmischen Spiegels, die Weisheit des kosmischen Spiegels.
Ob du eine Fliege vorbeisummen oder eine Schneeflocke fallen siehst, ob es Wellen im Wasser sind oder eine scharze Spinne - all das nimmst du einfach wahr, in vollkommener Aufnahmebereitschaft, ohne "Ja" und "Nein".

Chögyam Trungpa (1940 -1987)

25 Juli 2006

Vertrauen zur Welt

Wenn man Schritte unternimmt, um etwas zu erreichen, wird dieses Handeln zu einem Resultat führen - zu Mißerfolg oder Erfolg. Wenn man einen Pfeil abschießt, wird er das Ziel entweder treffen oder verfehlen. Vertrauen ist das Wissen, dass eine Botschaft zurückkommen wird.

Wenn du auf diese Botschaften, die Widerspiegelungen der phänomenalen Welt, vertraust, wird die Welt voll unerschöpflichem Reichtum sein. Du lebst in einer überreichen Welt, der nie die Botschaften ausgehen.
Probleme entstehen nur dann, wenn du eine Situation zu deinen Gunsten zu manipulieren oder sie zu ignorieren versuchst. Du brichst damit das Vertrauensverhältnis zur Welt, und das kann ihren Reichtum versiegen lassen.
Meist erhältst du zuvor jedoch eine Botschaft. Bist du überheblich, so drückt der Himmel dich zurück auf den Boden; bist du zu zaghaft, so richtet die Erde dich auf.

Chögyam Trungpa (1940 -1987)

24 Juli 2006

In jedem Augenblick vollkommen

Die Welt ist nicht unvollkommen, oder auf einem langsamen Weg zur Vollkommenheit begriffen: nein, sie ist in jedem Augenblick vollkommen.

Hermann Hesse (1877-1962)

23 Juli 2006

Freude finden

Seine Freude
in der Freude des andern
finden können,
das ist das
Geheimnis des Glücks

Georges Bernanos (1888-1948)

22 Juli 2006

21 Juli 2006

Rechte Anstrengungen

Ein Zen-Lehrer wurde von einem Schüler gefragt: "Macht Ihr ununterbrochen Anstrengungen, Euch in der Wahrheit zu üben?"
"Ja, das tue ich," antwortete der Lehrer.
"Wie übt ihr Euch selber?" hakte der Schüler nach.
Und der Lehrer antwortete: "Wenn ich hungrig bin, esse ich, wenn ich müde bin, schlafe ich."
Enttäuscht entgegnete der Schüler: "Das tut jeder. Kann man da von jedem sagen, dass er sich übt wie Ihr?"
"Nein!" wies ihn der Lehrer zurecht.
"Warum nicht?" fragte der Schüler darauf. Der Lehrer ergänzte:
"Weil die anderen, wenn sie essen, nicht essen, sondern über die verschiedensten anderen Dinge nachdenken und sich dadurch stören lassen; wenn sie schlafen, so schlafen sie nicht, sondern sie träumen von tausend und einem Ding. Darum sind sie nicht so wie ich und üben sich nicht in der rechten Anstrengung."

Zen-Anekdote

20 Juli 2006

Weit und offen

Chao-chu fragte seinen Lehrer Nan-tjüan: "Was ist der wahre Weg?"
Nan-tjüan erwiderte ihm: "Der alltägliche Weg ist der wahre Weg."
Chao-chou fragte weiter: "Kann man den Weg erlernen?"
Nan-tjüan antwortete ihm darauf: "Je mehr du lernst, desto weiter kommst du vom Weg ab."
Daraufhin fragte Chao-chou: "Wenn man dem Weg nicht durch Lernen näher kommen kann, wie kann man ihn erkennen?"
Nan-tjüan sprach dann: "Der Weg ist kein sichtbares Ding, er ist auch kein unsichtbares Ding. Er ist nichts Erkennbares und auch nichts Unerkennbares. Suche ihn nicht, lerne ihn nicht, nenne ihn nicht! Sei weit und offen wie der Himmel, und du bist auf dem Weg."

Zen-Tradition

19 Juli 2006

So schau

Willst Du wissen,
wer Du warst,
so schau,
wer Du bist.

Willst Du wissen,
wer Du sein wirst,
so schau,
was Du tust.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)

18 Juli 2006

Un-Sichtbar

Ohne Staub,
worin er aufleuchtet,
wäre der Sonnenstrahl nicht sichtbar.

Anonym

17 Juli 2006

Eine Perle

Jemand bewarf mich mit Steinen.
Ich hob sie auf.
Einer von ihnen war eine Perle.

Japanisches Gedicht

16 Juli 2006

In niemand anderem Rettung suchen

Seid euch selbst ein Licht, seid euch selbst eine Zuflucht. Nehmt nicht zu irgendetwas anderem Zuflucht. Haltet euch an die Wahrheit, die euch leuchtet. Nehmt zur Wahrheit Zuflucht. Sucht in niemand anderem eure Rettung als in euch selbst.

Diejenigen, die jetzt oder nach meinem Tod dem Licht in sich selbst folgen und in nichts Äußerem ihre Rettung suchen, sondern an der Wahrheit als ihrem Licht festhalten und zur Wahrheit ihre Zuflucht nehmen und die in niemand anderem Rettung suchen als in sich selbst: Sie sind es, die die höchste Höhe erreichen können.

Sätze aus dem Mahaparinibbhana-Sutta

08 Juli 2006

Aus-Zeit

Hallo,

die nächsten Posts gibt es ab dem 16. Juli.

Bis dahin eine gute Zeit - und die Chance, alte Posts nachzulesen.

07 Juli 2006

Echte Meditation

Echte Meditation ... beginnt zwar oft beim Körperbewusstsein, indem man sich z.B. auf den Atem oder physische Empfindungen konzentriert, aber sie geht bald zu einer Erkundung der geistigen Erfahrung und des Geistesstroms selbst über.

Ken Wilber (*1947)

06 Juli 2006

Form und Wert

Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes,

Das Nicht-Sichtbare macht seinen Wert aus.

Lao Tse (zwischen 600 und 300 v. u.Z.)

05 Juli 2006

Immer gewusst

Ihr Ego ist in der Welt, aber die Welt ist in Ihrem Selbst. Bleiben Sie als Selbst hier und jetzt, und sehen Sie: In Ihrer Wahrnehmung ziehen Wolken vorbei, und das alles sind Sie. Die Sonne scheint in Ihrem Bewusstsein, und das alles sind Sie. Die Vögel fliegen durch Ihren weiten Geist, und das alles sind Sie. Sie - als das wirkliche Selbst - sind nicht im geringsten in der Welt, sondern die Welt fließt durch Sie, in Ihnen, und Sie heißen all das willkommen. In Ihrem Sein entsteht die Welt, und Sie sind voll Leidenschaft und Mitgefühl eins mit jedem ihrer Bewohner, sanft, in einer einzigen Geste, dieses eine Selbst, das nur Sie sind, zeitlos und ewig. Es ist immer so gewesen, und Sie haben es schon immer gewusst. Sie sind das Selbst, hier und jetzt, sind Zeuge, wie die Welt in Ihnen entsteht, strahlend bis in die Unendlichkeit. Das ist immer so gewesen, und Sie haben es immer gewusst. Es ist selbst jetzt so, und selbst jetzt ist es Ihnen bereits bewusst.

Ken Wilber (*1947)

04 Juli 2006

Reinstes Bewusstsein

Von Zeit zu Zeit verliert sich das "reine Bewusstsein", "Gott", "Brahman/Atman" wie zum Spaß - einfach damit sich etwas tut. Und zwar immer dann, wenn es - das reine Bewusstsein - lange genug ohne Spiel ist. Also nachdem es das Ziel der Evolution lange genug erlebt hat.

Ken Wilber (*1947)

03 Juli 2006

Wie Gold und Ring

Gott und Mensch verhalten sich zueinander wie Gold und Ring. Sie sind zwei ganz verschiedene Realitäten. Gold ist nicht Ring und Ring ist nicht Gold. Aber in einem goldenen Ring können sie nur zusammen auftreten. Sie sind koexistent. Das Gold braucht eine Form, um zu erscheinen, und der Ring braucht ein Material, um sichtbar zu werden. Sie sind Nicht-Zwei. Das Gold offenbart sich als Ring.
So offenbart sich Gott als Mensch. Sie können nur zusammen erscheinen. Das ist für mich der Sinn der Inkarnation Jesu. Es soll darin sichtbar gemacht werden, dass alles eine Inkarnation Gottes darstellt, von den Quarks und Leptonen bis hin zu den rein geistigen Formen, von denen wir keine Ahnung haben. Wir sind "Gottmenschen". Ich kann auch sagen: Gott hat sich als Mensch manifestiert.

Willigis Jäger (* 1925)

02 Juli 2006

Kommen und Gehen

Gott lässt sich nicht von der Evolution trennen. Gott ist Kommen und Gehen. Gott ist Geborenwerden und Sterben. Er ist der Tänzer, der die Evolution tanzt. Ein Tänzer ohne Tanz macht keinen Sinn - und einen Tanz ohne Tänzer kann man ebenso wenig denken. Auf diese Weise gehören Gott und Evolution zusammen. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar.

Willigis Jäger (* 1925)

01 Juli 2006

Mystisch versunken

Der mystisch Versunkene hat eine unmittelbar wahre und unmittelbar echte Sprache. Es kann durchaus sein, dass in einer mystischen Versunkenheit, die an sich auf das Sprechen 'angelegt' war, überhaupt nicht gesprochen wird; sie bleibt auf diese Weise gemäß und unverfälscht, während das Gefüge der mystischen Versunkenheit sofort zerrisse, wenn das Ungemäße gesprochen würde.

Carl Albrecht (1902 - 1965)

30 Juni 2006

Urzustand und Urwahrheit

Der Urzustand ist vor, aber nicht jenseits der Welt der dualistischen Form. In ihm gibt es daher kein Subjekt und Objekt, kein Inneres und Äußeres, kein Links und Rechts.
Alle diese Dualitäten entstehen fortwährend, aber es sind relative Wahrheiten, nicht die absolute oder Urwahrheit selbst. Die Urwahrheit ist das Läuten; die relative Wahrheit ist das "Ich" und die "Glocke", Geist und Körper, Subjekt und Objekt.

Ken Wilber (*1947)

29 Juni 2006

Transrationales ante portas

Die magische Weltsicht konnte sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen, dass sie von der mythischen übertrumpft werden würde.
Die mythischen Götter und Göttinnen hatten nicht die leiseste Ahnung, dass die Vernunft sie vernichten könnte und würde.
Und nun stehen wir hier mit unserer rationalen Weltsicht, in der wir es uns behaglich gemacht haben, und sind völlig überzeugt, dass nichts Höheres uns jemals aus dem Himmel werfen und unsere unerschütterlichen Wahrnehmungen vollständig zertrümmern und unsere Fundamente gründlich zerstören könnte.
Trotzdem kann es keinen Zweifel geben, dass das Transrationale vor der Tür steht.

Ken Wilber (*1947)

28 Juni 2006

Zeitlos und raumlos

Dinge entstehen im Gewahrsein, bleiben eine Weile und verschwinden wieder, kommen und gehen. Sie entstehen im Raum und bewegen sich in der Zeit. Aber der reine Zeuge kommt und geht nicht. Er entsteht nicht im Raum und bewegt sich nicht in der Zeit. Er ist, wie er ist; er ist allgegenwärtig und unveränderlich. Er ist kein Objekt da draußen, weshalb er auch niemals in den Strom der Zeit, des Raums, von Geburt und Tod eintritt. All dies sind Erfahrungen, Objekte, die kommen und gehen.
Aber das eigentliche Selbst kommt und geht nicht; es tritt nicht in diesen Strom ein. Man ist all dessen gewahr, weshalb man nicht darin verstrickt ist. Der Zeuge gewahrt den Raum, gewahrt die Zeit und ist deshalb frei von Raum, frei von Zeit. Er ist zeitlos und raumlos, die reinste Leere, in der Zeit und Raum ihren Auftritt haben.

Ken Wilber (*1947)

27 Juni 2006

Gottes anmutigster Tempel

In den höchsten Regionen dieser Evolution werden das Ich, das Wir und das Es immer mehr für ihre eigene wahre Natur transparent. Sie strahlen die Herrlichkeit des Urgrundes aus, der sie sind.
In diesem leuchtenden Gewahrsein wird jedes Ich zu einem Gott, wird jedes Wir zu Gottes aufrichtigster Verehrung, wird jedes Es zu Gottes anmutigstem Tempel.

Ken Wilber (*1947)

26 Juni 2006

Die Seele besteht aus Licht

Zeit und Raum sind nichts als physiologische Farben,
die das Auge wahrnimmt,
aber die Seele besteht aus Licht.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

23 Juni 2006

Du veränderst das Gewebe

Meditation ist ein Weg, der einem dabei hilft, sich von endlichen Objekten zu disidentifizieren und im Grund des Seins zu ruhen, welcher deine wahre Natur und dein wirkliches Selbst ist. Und ich denke, dass Meditation extrem wichtig ist. Lasst euch von niemandem einreden, dass dies keine Auswirkungen auf die Welt hätte. Du veränderst das dem Kosmos zugrunde liegende Gewebe, wenn du meditierst.

Kenneth Wilber (*1949)

P.S. Das nächste Post am 26. - allen eine gute Zeit!

22 Juni 2006

Wenn diese Verfinsterung vorbei

Wir träumen von Reisen durch das Weltall - Ist denn das Weltall nicht in uns? Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht - Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten - die Vergangenheit und Zukunft. Die Außenwelt ist die Schattenwelt - Sie wirft ihren Schatten in das Lichtreich. Jetzt scheint's uns freilich innerlich so dunkel, einsam, gestaltlos - Aber wie ganz anders wird es uns dünken - wenn diese Verfinsterung vorbei, und der Schattenkörper hinweggerückt ist - Wir werden mehr genießen denn je, denn unser Geist hat entbehrt.

Novalis (1772-1801)

21 Juni 2006

Über-persönliche Idee

Manche Dualisten meinen in ihrer Engherzigkeit, nur die wenigen von Gott Auserwählten könnten erlöst werden, während die übrigen trotz aller Versuche verworfen seien. Jede dualistische Religion ist auf diese Art mehr oder weniger engherzig, und es liegt daher in der Natur der Sache, dass sie sich gegenseitig bekämpfen müssen, was sie auch stets getan haben. Außerdem sind die Dualisten populär, weil sie sich an die Eitelkeit der ungebildeten Massen wenden, die sich darin gefallen, auf ihre ausschließlichen Vorrechte zu pochen. Der Dualist glaubt nicht an die Möglichkeit von Moral ohne einen Gott mit der Rute in der Hand, der stets bereit ist, zu strafen. Die gedankenlosen Massen sind gewöhnlich Dualisten, und da diese armen Menschen seit Jahrtausenden in allen Ländern verfolgt worden sind, ist ihre Erlösungsidee die Freiheit von der Furcht vor Strafe. Zum Erstaunen mancher Geistlicher im Westen haben wir keinen Teufel in unserer Religion. Aber wir halten das für das Beste, denn die größten Männer, die diese Welt gesehen hat, sind für jene erhabene, überpersönliche Idee eingetreten.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

20 Juni 2006

In Wirklichkeit nur eines

Das Subjekt wurde mit dem Objekt überlagert; das Subjekt ist die einzige Realität, das andere ist eine bloße Erscheinung. Die gegenteilige Ansicht ist unhaltbar. Materie und äußere Welt sind nichts als die Seele in einem bestimmten Zustand; in Wirklichkeit gibt es nur eines.
Swami Vivekananda (1863 - 1902)

19 Juni 2006

Voller Klarheit

In dieser Geburt ergießt sich Gott mit Licht derart in die Seele, dass das Licht im Sein und im Grunde der Seele so reich wird, dass es herausdringt und überfließt in die Kräfte und auch in den äußeren Menschen ...
Der Überfluss des Lichtes, das in der Seele Grund ist, fließt über in den Leib und der wird dadurch voll Klarheit.

Meister Eckhart (1260-1327)

18 Juni 2006

Grundlos glücklich

Leben fließt weiter wie es fließen will, wie es fließen muss und soll, genauso wie es richtig ist. Es entwickelt sich gemäß seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten. Daran hat sich nichts geändert. Umstände sind dieselben.
Und dennoch hat sich alles geändert: Das Leben fließt weiter. Der Film, das was die Hindus Leela, das göttliche Spiel nennen, geht weiter. Aber die Tatsache, dass es nicht wirklich wichtig, nicht wirklich real ist, macht es viel vergnüglicher! Selbst schwierige Szenerien oder Situationen werden vergnüglich. Sie sind spannend und aufregend. Man sieht und erlebt sie von der Quelle, von DEM aus und nicht aus dem Blickwinkel einer Person. Es ist wie eine Verschiebung der Perspektive: Zuerst wurde die Welt vom Standpunkt der Welle aus wahrgenommen, vom Standpunkt der Trennung aus, vom Standpunkt einer ganz bestimmten Welle, einer ganz bestimmten Person. Und diese Welle, diese Person war immer in Gefahr, war Veränderungen unterworfen, wurde von den Winden geformt und gepeitscht, entstand und verging und war dennoch überzeugt, dass es wichtig sei, ihre eigene Existenz zu beweisen und sich zu sichern, sich mit anderen Wellen zu vergleichen und besser zu sein. Und nun erfolgt das Wahrnehmen vom Standpunkt des Ozeans aus. Da gibt es keine Identifikation mit einer Person. Und immer noch blasen die Winde. Windstille und Orkane, Wellen kommen und gehen, aber der Ozean bleibt der Ozean, egal ob mit kleinen oder großen Wellen, egal ob Windstille herrscht oder ein Orkan. Wellen kommen und gehen, sie sind Veränderungen, Geburt und Tod unterworfen, werden von den Winden geformt und gepeitscht - und du bist einfach da, still und unendlich, ewig, bewusst, NICHTS und dennoch von allem ungetrennt. Da ist nichts, was verteidigt oder abgesichert werden müsste, nichts, was bewiesen werden müsste, da ist nur SEIN. Und nichts muss geändert werden. Grundlos glücklich.

Pyar (*1960)

17 Juni 2006

In der Mitte verschwindet alles

Das Ego ist weder gut noch schlecht, es ist nur eine Vorstellung. Diese Vorstellung wird genährt von der Angst, dem zu begegnen, was ist und wird genährt vom Kampf. Jeder Wunsch und jede Ablehnung bedeutet zugleich eine Abtrennung und verfestigt die Vorstellung von "ich”, führt somit zu neuem Leiden. Sie ist wie ein dicker Filter, wie eine harte Schale, die die Wahrheit unseres Selbst verhüllt. Auch die Ablehnung des Ego, der Kampf gegen das Ego führt zu nichts anderem. Das Zauberwort heißt "Ja”, heißt Hingabe, heißt Akzeptanz dessen was ist. Und genau hier, genau jetzt ist das größte Wunder möglich: zu entdecken, dass in der Mitte von allem nichts ist als reines Sein, die Wahrheit unseres Selbst - überfließend, niemandem gehörend, das Wesen von allem, jedes Sterns, jedes Lebewesens - nichts ausschließend, alles einschließend - keine Trennung. kein Ich, kein Du. keine Person. Nur an der Oberfläche scheinen Personen, Egos und Identitäten zu existieren. Hier, ganz in der Mitte verschwindet all das.

Pyar (*1960)

16 Juni 2006

Buddhaschaft führt zum Menschlichen hin

Ich möchte zeigen, dass wir Göttlichkeit und Menschlichkeit sind.

Damit will ich nichts entschuldigen, was allzu menschlich oder vielleicht untermenschlich ist, sondern ich meine damit menschlich im allerbesten Sinn.

Buddhaschaft führt nicht vom Menschlichen weg, sondern zum Menschlichen hin – zum Menschlichen in einer neuen Form oder besser gesagt in einer Transformation.

Sie ist kein dem Da-Sein Entfliehen, kein dem Berührt-Sein Entfliehen, kein dem Freund-Sein Entfliehen, kein dem unendlichen Bezogen-Sein Entfliehen.

Sie ist vielmehr ein Mitten-Darin-Sein in Berührt-Sein, Freund-Sein, Bezogen-Sein, Lebendig-Sein, und natürlich zugleich ein Hinausgehen über das Darin-Verwickelt-Sein.

Pyar (*1960)

Quelle: http://www.bodhitree.net/

15 Juni 2006

Nichts als ein Buch

Vor vielen Jahren besuchte ich einen großen Heiligen meines Landes. Wir sprachen über unsere offenbarten Schriften, die Veden, über Ihre Bibel, über den Koran und über heilige Bücher im allgemeinen.

Am Ende unseres Gespräches bat mich der Mann zum Tisch zu gehen und ein Buch in die Hand zu nehmen. Es enthielt neben anderen Dingen auch eine Voraussage über die Regenmengen des Jahres.

Der Heilige sagte: "Lies es!" Ich las vor, wieviel Regen fallen würde.

Er sagte: "Jetzt nimm das Buch und presse es aus."

Ich tat es, und er sagte:

"Nun, mein Sohn, nicht ein Wassertropfen ist herausgekommen. Solange kein Wasser herauskommt, ist es nichts als ein Buch."


Swami Vivekananda (1863 - 1902)

14 Juni 2006

Gott spielt

Macht niemanden verantwortlich! Kommen schlechte Zeiten, dann wisst, dass Gott mit euch spielt, und seid froh darüber. Auf Glück folgt Leid. Je höher entwickelt die Seele, um so schneller folgen sie aufeinander. Was wir wollen, ist weder Glück noch Leid. Beide lassen uns unser wahre Wesen vergessen. Beide sind Ketten, eine aus Eisen, die andere aus Gold. Hinter beiden ist der Atman*, der weder Glück noch Leid kennt. Dies sind Zustände, und Zustände verändern sich dauernd. Doch das Wesen der Seele ist Seligkeit und Frieden - unwandelbar. Wir brauchen sie nicht zu erlangen, wir besitzen sie.

* (Der Teil des Menschen, der unsterblich und ewig ist.)

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

13 Juni 2006

Liebe: Das Strahlen des Göttlichen

Liebe ist nicht zerteilbar - Liebe ist auch überhaupt nicht verhinderbar - Liebe ist einfach da, sowieso und unabhängig von Personen. Und vor allem ist Liebe nicht ausrichtbar, es ist überhaupt nicht möglich zu sagen: Dich liebe ich, dich nicht, dich liebe ich so, dich weniger oder mehr, oder ein bisschen... Das geht nicht. Liebe ist das Strahlen des Göttlichen. Es strahlt sowieso, die ganze Zeit und in alle Richtungen.

Pyar (*1960)

12 Juni 2006

Immer ein Schritt

Die Bereitschaft, immer am Anfang zu stehen
nd einen Schritt nach dem anderen zu tun.
Immer ein Schritt
von dem genau dem Punkt aus,
an dem ich stehe.

Atisha (982-1054)

11 Juni 2006

Ein offenes Herz

Offenheit, Berührbarkeit. Ein offenes Herz - eine weiche Stelle, die berührbar ist in dir und wächst und wächst. Die Berührbarkeit lässt dein Herz überfließen in Dankbarkeit, auch wenn du das Risiko eingehst, gesehen zu werden und auch gelegentlich Schmerz zu erfahren.

Atisha (982-1054)

10 Juni 2006

Die Kostbarkeit des Einen

Ausrichtung, Dringlichkeit, Entschlossenheit, Rückhaltlosigkeit, Treue.
Und diese müssen wachsen, je mehr sich dir die Kostbarkeit des Einen enthüllt.

Atisha (982-1054)

09 Juni 2006

Über Raum und Zeit

Die Seele weiß alles. Nichts Neues kann sie überraschen. Nichts ist größer als sie. Lass andere furchtsam sein, die Seele aber fürchtet nichts. Sie lebt ihren eigenen Gesetzen zufolge. Sie ist größer als der Raum und älter als die Zeit.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

08 Juni 2006

Mit allen Menschen identifiziert

Der Mensch, der "ganz geboren" ( zur vollen Reife gelangt) ist, ist zu einer vollkommenen "inneren Erfahrung des Lebens" gelangt. Eine solche Person nimmt ihr Leben ganz und gar von einem inneren Standpunkt aus wahr, der einerseits universaler als das erfahrende Ego und andererseits ganz sein eigener ist. Ein solches Individuum ist in gewissem Sinne "kosmisch" und ein "universaler Mensch"... (und) in gewissem Sinne mit allen Menschen identifiziert.


Thomas Merton (1915–1968)

07 Juni 2006

Jeder Geist ist mit jedem verbunden

Dieser Geist ist ein Bestandteil des universalen Geistes. Jeder Geist ist mit jedem anderen verbunden. Und jeder Geist, wo auch immer er sich befindet, kommuniziert wirklich mit der ganzen Welt.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

06 Juni 2006

Sage die Wahrheit zu dir

Und sage die Wahrheit, so wie sie für dich ist. Verleugne nicht, was für dich in deiner Erfahrung dem Sein in der Stille, dem Frieden im Wege steht. Gib nichts vor, täusche nichts vor, sage die Wahrheit zu dir, gestehe sie dir ein, und dann akzeptiere es und schau, was bleibt.

Pyar Troll (*1960)

05 Juni 2006

DAS - überall

Wenn ich um mich blicke, sehe ich Bewusstsein, sehe ich Buddhas, sehe ich DAS überall und in jedem. Ich sehe DAS, wenn ich Vögel an der Futterstelle beobachte, wenn ich einkaufe, wenn ich arbeite, wenn ich in den Himmel blicke - immer DAS, sich in so wunderbarer Vielfalt ausdrückend, frisch und neugeboren in jedem Moment. Mein ganzes Leben hatte ich Fragen gestellt, jetzt gab es keine mehr. Nicht, dass die Fragen beantwortet worden wären, es waren keine Antworten mehr nötig. Es war erstaunlich, mein ganzes Leben hatte ich nach Wahrheit gefragt und sie in keinem Buch und keinem Wort gefunden, war zumindest nie zufrieden gewesen mit dem, was ich dort fand, denn selbst wenn es wahr klang und wahr war, wurde es doch nicht erfahren. Jetzt sehe ich Wahrheit von innen und finde sie überall - es ist so kristallklar. Ich finde sie nicht, sie ist einfach. Ich hatte mich immer nach Liebe und Gott und Frieden gesehnt und konnte sie nicht finden - jetzt sehe ich Frieden, Gott, Liebe wohin ich auch immer blicke - überall nichts als DAS. Es gibt nichts zu finden, denn es gibt nichts außer DEM.

Pyar Troll (*1960)

03 Juni 2006

Namaste ? - Namaste!

Der Gruß Namaste aus der hinduistischen Tradition ist bekannt. Aber ist es seine Bedeutung auch?

Mahatma Gandhi war es, der auf eine Frage von Albert Einstein, was er denn mit dem bei ihm beobachteten Gruß Namaste ausdrücken wolle, dem Wissenschaftler diese Bedeutung genannt haben:

Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert.
Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir.
Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind.

In diesem Sinne:

Namaste!


P.S. Das nächste Posting gibt es am 5. Juni.

02 Juni 2006

Jede Geschichte ist die richtige

Die jeweiligen äußeren Umstände - Beruf oder Arbeitslosigkeit, Höhle im Himalaja oder geschäftiges Leben im Westen, Partnerschaft oder monastisches Leben, Gefängnis oder Freiheit - sind letztlich immer die richtigen, sind genau die Umstände, die DU brauchst, um aufzuwachen. Jede Geschichte ist die richtige! Jede Geschichte jedes Wesens mündet schließlich in Erwachen, auch deine!

Pyar Troll (*1960)

01 Juni 2006

In allen Dingen: Gott

In der Musik,
im Ozean,
in einer Blüte,
in einem Blatt,
in einer freundschaftlichen Geste
- in all diesen Dingen sehe ich das,
was die Menschen "Gott" nennen.

Pablo Casals (1876 - 1973 )

31 Mai 2006

Hinweise auf die Wahrheit

Wahrheit zu hören oder zu lesen oder im Zusammensein mit einem erwachten Wesen zu erleben ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Es bleibt Stückwerk, allein schon deshalb, weil Wahrheit in Wirklichkeit nicht sprechbar, nicht denkbar, nicht ausdrückbar, nicht vermittelbar ist. Niemand kann sie dir schenken oder geben. Alles kann nur auf sie hinweisen, hindeuten. Du musst sie wollen, mehr als alles andere, mehr als Glück.

Pyar Troll (*1960)

30 Mai 2006

Heute müsst ihr euch bemühen

Beschäftigt euch nicht mit dem Vergangenen,
denn es liegt hinter euch.
Richtet eure Hoffnungen nicht auf das Zukünftige,
denn es ist noch nicht da.
Lenkt stattdessen eure Achtsamkeit auf die Gegenwart,
betrachtet das, was gerade entsteht.
Seid euch der Gegenwart bewusst
und dadurch unerschütterlich und sicher auf eurem Weg.
Heute müsst ihr euch bemühen,
denn morgen kann schon der Tod kommen - wer weiß es?
Die Sterblichkeit kann man nicht überlisten,
nichts verhindert die Vergänglichkeit und den Tod.
Wer aber voll Eifer Tag und Nacht achtsam bleibt,
der kann in einer Nacht das unabhängige Glück entdecken.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

29 Mai 2006

Nie aus Gott herausgefallen

Wir sind nie aus Gott herausgefallen. Was wir Gott nennen, entfaltet sich wie ein Fächer in der Evolution. Wir sind eine Epiphanie Gottes. Wir können unsere wahre Natur nur nicht erkennen. Wir sind nicht abgefallen von dieser ersten Wirklichkeit, wie die "Ursünde" uns das deuten will. Wir haben nur vergessen, dass wir aus dieser Wirklichkeit kommen und nie herausfallen können. Wir halten uns für den Strand, der nach dem Meer lechzt. Wir sind das Meer, das mit dem Strand spielt. In dieser Erkenntnis liegt die Zukunft unserer Spezies. Die Trendwende in den Religionen hat begonnen.

Willigis Jäger ( *1925)

26 Mai 2006

25 Mai 2006

Vom rechten Sehen

Ein Haufen Steine hört in dem Augenblick auf,
ein Haufen Steine zu sein,
wo ein Mensch ihn betrachtet
und eine Kathedrale darin sieht.

Antoine de Saint-Exupéry (1900 - 1944)

24 Mai 2006

Gott niemals bitten...

Ich will Gott niemals bitten, dass er sich mir hingeben soll;
ich will ihn bitten, dass er mich leer und rein mache.
Denn wäre ich leer und rein,
so müsste Gott aus seiner eigenen Natur
sich mir hingeben und in mir beschlossen sein.

Meister Eckhart (1260 - 1328)

23 Mai 2006

Willst du mich kennen?

Wenn du mich kennen willst,
frag nicht, wo ich lebe, oder was ich gern esse, oder wie ich mein Haar kämme;
sondern frag mich, wofür ich lebe, genau im einzelnen,
und frag mich, was nach meiner Meinung mich davon abhält,
völlig die Sache zu leben,
für die ich leben will.

Thomas Merton (1905-1968)

22 Mai 2006

In Beziehung miteinander

Die ganze Idee des Mitgefühls beruht auf dem klaren Bewusstsein der wechselseitigen Abhängigkeit aller Lebewesen, die alle Teil voneinander sind und in Beziehung miteinander stehen.

Thomas Merton (1905-1968)

21 Mai 2006

Wo man Gott sieht

Wo sieht man Gott?

Wo nicht Gestern
noch Morgen ist,
wo ein Heute ist
und ein Jetzt,

da sieht man Gott.


Meister Eckhart (1260 - 1328)

20 Mai 2006

Gott ganz und gar (nicht)

Alles was man von Gott denken kann,
das ist Gott ganz und gar nicht.
Was Gott an sich selbst ist,
dazu kann niemand kommen,
der nicht in ein Licht entrückt wird,
das Gott selber ist.

Meister Eckhart (1260 - 1328)

14 Mai 2006

Aus-Zeit

Hallo,

ein paar Tage weg, unterwegs, Luft schnappen.

Das nächste Post wieder am 20. Mai.

Allen eine gute Zeit!

13 Mai 2006

Die Mitte des Selbst

Das Herz ist die Mitte des Wirklichen. Aber das Ich ist vergänglich. Wie alles übrige wird es von der Herzmitte getragen. Aber es ist das Wesen des Ich, Bindeglied zwischen Geist und Stoff zu sein; es ist ein Knoten, der Knoten urgrundhaften Nichtwissens, in den wir geschlungen sind. Dieser Knoten ist hier im Herzen. Wenn er aus eigener Kraft zerhauen wird, entdeckst du: dies ist die Mitte des Selbst.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

12 Mai 2006

Liebe, Weisheit und mehr

Wo Liebe ist und Weisheit, da ist weder Furcht noch Ungewissheit;
wo Geduld und Demut, weder Zorn noch Aufregung;
wo Armut und Freude, nicht Habsucht und Geiz;
wo Ruhe und Besinnung, nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi (ca. 1181/1182 - 1226)
in seiner "Mahnung an die Brüder"

11 Mai 2006

Tiefe Sehnsucht im Menschen

Es wohnt eine tiefe Sehnsucht im Menschen, die das Göttliche selber ist. Gott drängt in uns zur Entfaltung und zum Erwachen. In uns Menschen stellt sich das Erwachen des Göttlichen dar als Verlangen nach Geborgenheit, Sicherheit und Heimat. Es ist die Sehnsucht, heim zu kommen, den Platz zu finden, wo alles gut ist, wo man geliebt und angenommen ist.

Willigis Jäger (* 1925)

10 Mai 2006

Licht der Menschen

Haltet mich von dem fern, der sagt: "Ich bin das Licht, das den Menschen den Weg weist."
Doch führt mich zu dem, der seinen Weg durch das Licht der Menschen hindurch sucht.

Khalil Gibran (1883-1931)

09 Mai 2006

Gut zu uns sein

Es ist sehr wichtig, dass wir lernen, gut zu uns zu sein und uns selbst zu respektieren. Es ist aus einem ganz bestimmten Grund wichtig: Wenn wir in unser Herz blicken und entdecken, was dort verwirrt und was klar ist, was bitter ist und was süß, dann finden wir nicht nur uns selbst. Wir begegnen dem Universum. Wenn wir den Buddha entdecken, der wir eigentlich sind, erkennen wir, dass alles im Universum ebenfalls Buddha ist.

Pema Chödrön (*1936)

08 Mai 2006

Mitgefühl und Intelligenz

Totale Verneinung ist die Essens des Positiven.
Erst in der Verneinung all jener Dinge,
die das Denken in der Psyche erzeugt hat,
gibt es eine Liebe,
die zugleich Mitgefühl und Intelligenz ist.

Jiddu Krishnamurti (1895 - 1986)

07 Mai 2006

Wozu einen Spiegel?

Wozu braucht man einen Spiegel? fragte Buddha. Ein Schüler antwortete: Um sich darin zu sehen. Darauf antwortete Buddha: So ist es. Ebenso sollst du deine Handlungen, deine Rede und deine Gedanken erst dann ausführen, wenn du sie wiederholt wie in einem Spiegel betrachtet hast. Du solltest dich immer fragen: Bringt diese Handlung mir selbst oder anderen Schmerz und Leid? Ist sie unheilsam und hat sie schmerzhafte Folgen? Dann solltest du sie unterlassen. Wenn du jedoch erkennst, dass eine Handlung gute und angenehme Folgen für dich und andere bringt, dann solslt du sie ausführen.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

06 Mai 2006

Götterhimmel oder höhere Stufen

Man schläft friedlich, man erwacht friedlich, man hat keine bösen Träume, man wird von den Menschen geliebt, man wird von den Göttern und Engeln geliebt, man wird von den Gottheiten beschützt, Feuer, Gift und Waffen können einem nicht schaden, man kann den Geist schnell sammeln, man hat einen heiteren Gesichtsausdruck, man wird friedlich sterben, man wird in einem Götterhimmel wiedergeboren oder man erreicht noch höhere Stufen.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

(Diese elf Vorteile nennt Buddha für den Zustand, wenn man liebevolle Freundlichkeit zu allen Wesen geübt und gut entwickelt hat)

05 Mai 2006

Wahrer Freund

Einen wahren Freund erkennst du daran, dass er dir das gibt, was nicht einfach zu geben ist, und für dich das tut, was nicht einfach zu tun ist.
Ein wahrer Freund erträgt das von dir, was andere nicht leicht ertragen,
und bleibt auch ruhig, wenn du zornig wirst.
Er vertraut dir seine Geheimnisse an, und was du ihm anvertraust, behält er für sich.
..
Ein guter Freund ist freundlich und liebevoll, aber auch ernsthaft und ein Vorbild. Er ist immer auch ein guter Ratgeber und Lehrer, der dich nicht zu schlechten Taten verleitet. Er kann aber auch selber Ermahnungen anngehmen und tiefgründige Gespräche führen.

Wer sich wo verhält, den wähle als Freund.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

04 Mai 2006

Alle Eigenschaften enthalten

So wie letzten Endes das Meer alle Flüsse enhält, so sind in der Meditation der Körperbetrachtung alle zur Weisheit führenden Eigenschaften enthalten.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

03 Mai 2006

Zusammenprall der Gedanken

Es ist der Zusammenprall der Gedanken, der Unterschied im Denken, der Denken wachruft. Würden wir alle das gleiche denken, dann wären wir wie ägyptische Mumien in einem Museum. Wirbel und Strudel findet man nur in einem lebendigen, rasch dahineilenden Fluss. Im stagnierenden, toten Wasser gibt es keine Wirbel.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

02 Mai 2006

Trauet euren Träumen

Trauet euren Träumen, denn das Tor der Ewigkeit ist darin verborgen.

Khalil Gibran (1883-1931)

01 Mai 2006

Inkarnation ist möglich

In allem, was das reine und echte Gefühl des Schönen in uns weckt, ist Gott wirklich gegenwärtig. Es ist gleichsam eine Art Inkarnation Gottes in der Welt, deren Merkmal die Schönheit ist.
Das Schöne ist der Experimentalbeweis, dass die Inkarnation möglich ist.

Simone Weil (1909 - 1943)

30 April 2006

Der Himmel ist in dir

Halt an, wo laufst du hin,
der Himmel ist in dir:
Suchst du Gott anderswo,
du fehlst ihn für und für.

Angelus Silesius (Johann Scheffler: 1624 - 1677)

29 April 2006

Selbst ist immer verwirklicht

Der Guru führt die Selbstverwirklichung nicht herbei, sondern beseitigt nur die Hindernisse.
Das Selbst ist immer verwirklicht.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

28 April 2006

Der Geist ist nichts als der Ichgedanke

Woher steigt dieses "Ich" auf? Suchen Sie im Inneren danach, dann verschwindet es. Dies ist das Streben nach Weisheit. Wenn der Geist unaufhörlich nach seiner eigenen Natur forscht, stellt sich heraus, dass es so etwas wie den Geist gar nicht gibt.
Dies ist der direkte Weg für alle. Der Geist besteht nur aus Gedanken, und der Gedanke "Ich" ist die Wurzel aller anderen Gedanken. Dehslb ist der Geist nichts als der Ichgedanke.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

27 April 2006

Das Herz leuchtet auf

Wenn im Raum Dunkelheit herrscht, braucht man eine Lampe, die leuchtet, und Augen, um Objekte zu sehen. Scheint aber die Sonne, dann ist keine Lampe notwendig. Um die Sonne sehen zu können, braucht man keine Lampe, es genügt, die Augen auf die selbstleuchtende Sonne zu richten.
So ist es auch mit dem Geist. Um Objekte sehen zu können, ist das reflektierte Licht des Geistes notwendig. Damit wir das Herz sehen können, genügt es, den Geist darauf zu richten. Dann verliert der Geist sich selbst, und das Herz leuchtet auf.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

26 April 2006

Wann der Kummer verschwindet

Die Geburt des Ichgedankens ist unsere eigene Geburt,
sein Tod ist der Tod der Person.
Nachdem der Ichgedanke entstanden ist,
entsteht die falsche Identifizierung mit dem Körper.
Werden Sie den Ichgedanken los.
Solange das "Ich" da ist, gibt es Kummer.
Wenn es aufhört, ist auch der Kummer verschwunden.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

25 April 2006

Die Wellen beherrschen

Wenn eine Blase vom Grund des Sees aufsteigt, sehen wir sie nicht. Erst wenn sie an der Oberfläche platzt und Wellen wirft, wissen wir von ihr.
Wir werden nur Erfolg haben beim Kampf mit den Wellen, wenn wir sie in ihrer feinen Form erfassen. Wenn wir sie dort nicht entdecken und unterdrücken, besteht keine Hoffnung, Leidenschaften völlig zu überwinden...
Meditation ist eines der großen Mittel, um das Entstehen dieser Wellen zu beherrschen.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

24 April 2006

Wirklichkeit des Selbst

Wie ein Reisender von tiefem Schlaf umfangen, nicht spürt, dass der Wagen hält und die Pferde abgeschirrt werden, so verharrt der Weise, der zur Wirklichkeit des Selbst gelangt ist, in naturhaft unwillkürlicher Sammlung in das Selbst versenkt und wird von den Vorgängen seines Leibes, von Schlaf und Versenkung nicht berührt, - das Gehäus des Leibes ist für ihn wie der Wagen.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

23 April 2006

Erkennen des Selbst

Ich unterstreiche
das Erkennen des Selbst;
denn du bist allererst
mit dir selbst befasst,
ehe denn du
dazu übergehen kannst,
die Welt
und ihren Herrn
zu erkennen.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

22 April 2006

Du bist mein großes Ich

Mit deiner Seele hat sich meine
gemicht, wie Wasser mit dem Weine.

Wer kann den Wein vom Wasser trennen,
wer dich und mich aus dem Vereine?

Du bist mein großes Ich geworden,
und nie mehr will ich sein dies kleine.

Du hast mein Wesen angenommen,
sollt ich nicht nehmen an das deine?

Auf ewig hast du mich bejahet,
dass ich dich ewig nicht verneine.


Dschelal ed-Din Rumi, auch Dschelaluddin Rumi (1207-1273)

21 April 2006

Selbst erkennen

Geht
nicht nach Hörensagen,
nicht nach Überlieferungen,
nicht nach Tagesmeinungen,
nicht nach der Autorität heiliger Schriften,
nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen,
nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen,
nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge,
nicht nach der Autorität eines Meisters.

Wenn ihr aber selbst erkennt:
Diese Dinge sind heilsam und untadelig!
Dann sollt ihr sie euch zu Eigen machen.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

20 April 2006

Der Weg zur Heilung

Das ‚mystische Erlebnis‘.
Jederzeit: hier und jetzt
in Freiheit, die Distanz ist,
in Schweigen, das aus Stille kommt.
Jedoch– diese Freiheit ist eine Freiheit unter Tätigen,
die Stille, eine Stille zwischenMenschen.

Das Mysterium ist ständig Wirklichkeit,
bei dem, der inmitten der Welt frei von sich selber ist;
Wirklichkeit in ruhiger Reife
unter des Bejahens hinnehmender Aufmerksamkeit.

Der Weg zur Heilung
geht in unserer Zeit
notwendig über das Handeln.

Dag Hammarskjöld (1905 - 1961)

19 April 2006

Gib Hoffnung völlig auf

Gib Hoffnung völlig auf: das ist der höchste Zustand.
Was gibt es zu hoffen?
Sprenge die Fesseln der Hoffnung,
stelle dich auf dein Selbst und sei zufrieden.
Bedaure nicht, was du tust.
Gibt alles auf für Gott, aber ohne Heuchelei.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

18 April 2006

Die Wirklichkeit ist das Ganze

Die Wirklichkeit aller Erscheinungsformen ist immer nur das Ganze. Das Ganze, das Göttliche ist nie wirklich "verloren", sondern nur "vergessen"....
Das "Spiel" geht in eine neue Runde, wenn die Involution abgeschlossen, das "Nichts" wiederhergestellt ist. Dann beginnt wieder neue Evolution.

Henning von der Osten (* 1926)

17 April 2006

Es gibt niemanden anderen

Der Verstand stellt die komplexeste Konstruktion dar, die uns bekannt ist. Es hat Jahrmillionen gebraucht, um dieses ungeheuer wertvolle Teil in uns zu entwickeln. Wir sollten uns nur nicht mit diesem Spiegel identifizieren, sondern ihn benutzen, statt uns von ihm benutzen zu lassen. Wenn wir durch den Verstand auf die Wirklichkeit blicken, sehen wir etwas, was nicht da ist - Maya. Alles, was wir sehen, ist Projektion, die wir erschaffen. Wie weit geht das? Wir sind der Regisseur im Drama, das wir unser Leben nennen, zugleich aber auch der, welcher die ganze Geschichte geschrieben hat. Und wir sind der Schauspieler. Und wir sind alles, was passiert. Und wir sind der Zuschauer. Es gibt niemanden anderen.
Wir schauen unser Leben an. Wir erschaffen es. Doch sobald wir unsere Identifizierung mit dem Verstand lösen, sehen wir das, was ist.

Henning von der Osten (* 1926)

16 April 2006

Offen stehen

Meditation ist das rückhaltlose Sichöffnen, Offenstehen. Das Erlebnis einer solchen Öffnung ist etwas, was man - wenn auch ungenau - mit dem Wort "Eins-sein" bezeichnen könnte.
Einssein deshalb, weil kein Ich sich zwischen den Meditierenden und das Objekt schiebt.
...
In dem Augenblick, wo wir uns eins fühlen mit uns selbst und mit der Welt, haben wir alles erreicht, was die Meditation uns geben kann.

Anagarika Govinda (1898 - 1985)

15 April 2006

Stille deines Herzens

Dieselbe Energie, die mit der Angst beschäftigt war, kann, wenn sie freigesetzt ist, die Liebe in deinem Dasein zum Aufblühen bringen.

Dieselbe Energie, die mit Wut beschäftigt war, kann zu einem Hauch von unendlicher Freude in der Stille deines Herzens werden.


Osho (1931-1990)

08 April 2006

07 April 2006

Unmittelbar zum Erwachen

Bist du dir deiner Gedanken und Vorstellungen bewusst,
dann kann es sein,
dass dich ein einziger Ausspruch,
vielleicht sogar nur ein einziges Wort,
unmittelbar zum Erwachen bringt.

Aus dem Bardo Thödol (buddhistische Textsammlung aus der tantrischen Tradition)

06 April 2006

Tausche nicht die Wahrheit ein

Notwendig ist, die Sehnsucht auszurichten, die Wahrheit selbst, die Freiheit selbst zu wollen und nicht ihre Ersatzstoffe.
Diese Ersatzstoffe wie Geld, Macht, Ruhm, Beziehung, wie Gutsein, selbst ein Schwelgen in ekstatischen und himmlischen Zuständen können ja nicht wirklich und vor allem nicht dauerhaft befriedigen. Jetzt im Schreiben fällt mir Jesus ein, der sagte: "Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten sie fressen und Diebe sie nicht stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz". Auch dies ist ein Satz, den ich erst jetzt verstehe. Erst jetzt verstehe ich, dass nichts, gar nichts gegen Geld, Beziehungen und die schönen Dinge des Lebens einzuwenden ist.
All dies sind Dinge, die genossen werden wollen, wenn sie vorhanden sind, man muss sie nicht wegwerfen, man soll sie nicht wegwerfen. Nicht diese Dinge hindern. Was hindert ist, wenn wir unser Herz daran hängen, unsere Sehnsucht danach ausrichten und darüber unsere eigentliche Sehnsucht vergessen.

Aber tausche nicht die Wahrheit für eine irgendgeartete Erfahrung ein und lehne sie nicht wegen einer irgendgearteten Erfahrung ab! Gib dich nicht zufrieden mit einer Vorstellung von Wahrheit und Freiheit, gib dich nicht mit dem Land der Glückseligen zufrieden.

Pyar Troll (*1960)

05 April 2006

Das Leben eines Menschen

Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen.

Apostelgeschichte, Brief an die Philipper

04 April 2006

Das Leben ist in uns

Das Leben ist etwas, das in uns ist.
Wir haben es nicht erfunden.
Wenn du das einmal begriffen hast,
befindest du dich im Bereich des Spirituellen

Virginia Satir (1916 - 1988)

03 April 2006

Wem gilt deine Treue?

Wem gilt deine Treue?
Worauf richtest du deine Energie,
deine Aufmerksamkeit?
Auf die Stille,
die Wahrheit,
das NICHTS,
oder auf die Illusion von Welt,
von Ich?

Samarpan alias Sam Golden (*1941)

02 April 2006

Mehr Mensch

Das ist das große Paradox des ausgetragenen mystischen Erlebens:
dass der Mensch,
aufgenommen in Gott,
dennoch als Mensch nicht verschwindet.

Er wird, im Gegenteil,
mehr er selbst,
mehr Mensch -
aus jenem Anderen heraus,
in seinem Eins-Sein mit Gott.

Paul Mommaers in: Was ist Mystik? Frankfurt/M. 1996

01 April 2006

Eine Welt

Wachende haben eine Welt gemeinsam;
Schlafende haben jeder eine Welt für sich.

Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)

31 März 2006

Schöpferische Strahlung

Das Licht des Guten hat die Kraft, alle Geister und alle Denkenden von den vielerlei verschiedenen Meinungen abzubringen und über alles Müßige hinweg zum wahrhaften Sein hinzukehren.

Aus all den bunten Anschauungsbildern und halben Ähnlichkeiten - oder, besser gesagt, Phantasie - führt das Licht des Guten zu einer einzigen für alle gleichen Wahrheit, Reinheit, Erkenntnis;
es sammelt die eingestaltig gewordenen in der Einhelligkeit seiner schöpferischen Strahlung.

Dionysios Areopagita (5./6.Jahrhundert u. Z. )

30 März 2006

Liebendes Universum

Die wichtigste Erkenntnis
meines Lebens
ist die,
dass wir
in einem
liebenden Universum
leben.

Albert Einstein (1879 – 1955)

29 März 2006

Von Wünschen

Der richtige Weg, Wünsche loszuwerden, ist herauszufinden, wer die Wünsche hegt und woher sie stammen. Wenn das herausgefunden ist, sind die Wünsche ausgerottet und tauchen nie wieder auf.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

28 März 2006

Stets das Selbst

Der Mensch ist stets das Selbst, er weiß es nur nicht.
Statt dessen verwechselt er es mit dem Nicht-Selbst, dem Körper undsoweiter.
Diese Verwirrung entsteht durch Nichterkenntnis.
Wird die Nichterkenntnis überwunden,
hört die Verwirrung auf und echte Erkenntnis entfaltet sich.
Durch Kontakt mit verwirklichten Weisen verliert der Mensch langsam seine Nichterkenntnis, bis sie völlig verschwunden ist. Dann ist das ewig Selbst enthüllt.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

27 März 2006

Reiner Wahn

Wer das Selbst kraft gerade und unmittelbarer Erfahrung in seiner Wirklichkeit erlebt hat, erkennt jenseits alles Zweifels, dass die Erscheinungswelt als eine eigenständige unabhängige Wirklichkeit ein reiner Wahn ist.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

26 März 2006

Schöpferkraft Gottes

Im Handeln schließe ich mich der Schöpferkraft Gottes an.
Ich falle mit ihr zusammen.
Ich werde nicht bloß ihr Instrument,
sondern ihre lebendige Verlängerung.

Pierre Teilhard de Chardin (1881 - 1955)

25 März 2006

Mensch, werde wesentlich

Mensch, werde wesentlich;
denn wenn die Welt vergeht,
So fällt der Zufall weg,
das Wesen das besteht.

Angelus Silesius (1624 - 1677)

24 März 2006

Ich bin in allem

Ich habe gut und böse gekannt,
Sünde und Tugend, Recht und Unrecht;
ich habe gerichtet und bin gerichtet worden;
ich bin durch Geburt und Tod gegangen,
Freude und Leid, Himmel und Hölle;
und am Ende erkannte ich,
dass ich in allem bin und alles in mir ist.

Hazrat Inayat Khan (5. Juli 1882 - 5. Februar 1927)

23 März 2006

Leben

Lange hat es für mich so ausgesehen, als ob mein Leben gleich anfangen würde - mein wirkliches Leben. Aber immer war noch irgend etwas im Wege. Etwas, was ich erst noch kriegen müsste, eine Sache, die erst zuende gehen müsste, Zeit, die erst noch vergehen müsste, eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste. Aber dann würde mein Leben beginnen. Schließlich dämmerte mir, dass diese Hindernisse mein Leben waren.
Thomas Merton (1915–1968)

22 März 2006

Liebe ist die einzige Möglichkeit

Alle Dinge der Welt haben ihren Ursprung in der Liebe, und wenn die Liebe nicht überall erkennbar ist, so deshalb, weil wir die Liebe nicht sehen wollen. Um es noch einmal mit allem Nachdruck zu sagen: Liebe ist die einzige Möglichkeit. Alles, was nicht Liebe ist, ist letztlich unmöglich.

Thomas Merton (1915–1968)

21 März 2006

Seele aus Licht

Zeit und Raum sind nichts als physiologische Farben,
die das Auge wahrnimmt,
aber die Seele besteht aus Licht.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

20 März 2006

Die Seele weiß alles

Die Seele weiß alles.
Nichts Neues kann sie überraschen.
Nichts ist größer als sie.
Lass andere furchtsam sein, die Seele aber fürchtet nichts.
Sie lebt ihren eigenen Gesetzen zufolge.
Sie ist größer als der Raum und älter als die Zeit.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882)

19 März 2006

Selbst erfahren

Den Buddha-Weg erfahren bedeutet, sich selbst erfahren.
Sich selbst erfahren heißt sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen heißt, sich selbst wahrnehmen - in allen Dingen.
Dies erkennen bedeutet, dass das Unterscheiden aufhört:
von Leib und Geist,
von mir selbst und von den andern.
So verschwinden die Spuren der Erleuchtung,
und zugleich ist sie da,
jederzeit und überall,
ohne dass wir daran denken.

Dogen (1199-1253)

18 März 2006

Jeder Mensch ist göttlich

Je länger ich lebe, um so überzeugter bin ich, dass jeder Mensch göttlich ist.
In niemandem, so gemein er auch sein mag, stirbt diese Göttlichkeit.
Nur weiß der Betreffende nicht, wie er sie erreichen kann, und wartet auf die Wahrheit.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

17 März 2006

In Wirklichkeit

Das Subjekt wurde mit dem Objekt überlagert; das Subjekt ist die einzige Realität, das andere ist eine bloße Erscheinung. Die gegenteilige Ansicht ist unhaltbar. Materie und äußere Welt sind nichts als die Seele in einem bestimmten Zustand; in Wirklichkeit gibt es nur eines.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

16 März 2006

Voll Klarheit

In dieser Geburt ergießt sich Gott mit Licht derart in die Seele, dass das Licht im Sein und im Grunde der Seele so reich wird, dass es herausdringt und überfließt in die Kräfte und auch in den äußeren Menschen ...

Der Überfluss des Lichtes, das in der Seele Grund ist, fließt über in den Leib und der wird dadurch voll Klarheit.


Meister Eckhart (1260-1327)

15 März 2006

Eins werden

Es genügt, dass man sich ausliefert. Sich auszuliefern heißt, dass man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt. Lass dich nicht von dem Wahn blenden, dieser Grund sei irgendein äußerer Gott. Dein Ursprung ist in dir selbst. Ergib dich ihm. Das bedeutet, dass du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden musst.

Ramana Maharshi (1879-1950)

14 März 2006

Was ist Verwirklichung?

Kann eine Erscheinung Gottes mit vier Händen Verwirklichung sein? Es ist doch bloße Erscheinung und Täuschung. Es muss ein Sehender vorhanden sein, und dieser allein ist wirklich und ewig.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

13 März 2006

Recht auf Desillusion

Alle Menschen werden mit einem gleichen, unabdinglichen Recht auf Desillusion geboren. Solange sie sich also nicht entschließen, auf dieses Recht zu verzichten, bleibt es bei einem dreifachen Hoch auf den technischen Fortschritt und die Hochschulbildung für jedermann.

Aldous Huxley (1894-1963)

12 März 2006

Den Träumen trauen

Trauet euren Träumen,
denn das Tor der Ewigkeit
ist darin verborgen.

Khalil Gibran (1883-1931)

11 März 2006

Quelle wahrer Wissenschaft

Das schönste und tiefste Gefühl, das wir erfahren können, ist die Erfahrung des Mystischen.
Sie ist die Quelle aller wahren Wissenschaft.

Albert Einstein (1879 – 1955)

10 März 2006

Warum nicht in Dir?

Nähre das Feuer deiner Sehnsucht, vergrößere deinen Wunsch nach Freiheit, bis nichts anderes mehr übrig ist. Und sag ja, sag ja zu allem was geschieht, sei es angenehm oder unangenehm!
Du musst dich nicht verändern, sag auch Ja zu dir - du bist genauso gewollt wie du bist!
Du bist ein Ausdruck des Göttlichen wie du bist - mit allen deinen Ecken und Kanten!
Sag ja zu dir, denn du bist ein Ausdruck der Göttlichkeit - was für eine Blasphemie wäre es, dich nicht anzunehmen!
Ich kann nichts anderes als Göttlichkeit in dir sehen. "Du kennst mich ja gar nicht!”, sagst du jetzt.
Doch, ich kenne dich, denn du bist dasselbe Selbst, was ich bin, und ich sehe Buddha in jedem Wesen.
Warum sollte ich Ihn ausgerechnet in dir nicht sehen können?

Pyar Troll (*1960)

09 März 2006

Das Leben ist schwierig

Das Leben ist schwierig. Das ist eine große Wahrheit, eine der größten. Es ist eine große Wahrheit, denn wenn wir diese Wahrheit erst einmal voll ins Auge fassen, transzendieren wir sie...
Einmal akzeptiert, macht einem die Tatsache, dass das Leben schwierig ist, nichts mehr aus.

M. Scott Peck

08 März 2006

Gewähre deinen Segen

Gewähre deinen Segen,
so dass mein Geist sich dem Dharma zuwende;

Gewähre deinen Segen,
so dass das Dharma auf dem Weg voranschreitet;

Gewähre deinen Segen,
so dass der Weg Verwirrung klären möge;

Gewähre deinen Segen,
so dass Verwirrung als Weisheit aufgehe.


Gampopa (1079 - 1153; Schüler von Milarepa)

07 März 2006

Wenn der Mond sich spiegelt

Formen erscheinen dann, wenn Bedingungen zur Formgebung entstehen.

Etwa so, wie der Mond sich spiegelt, wenn Wasser da ist, das ihn reflektiert.

Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)

06 März 2006

Was in uns sitzt

Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.

Hermann Hesse (1877-1962)

05 März 2006

Wie Wasser und Eis

Alle Menschen sind im Grunde Buddhas, gleich wie Wasser und Eis: Es gibt kein Eis getrennt vom Wasser, gesondert von den Geschöpfen keine Buddhas. Nicht wissend wie nahe ihnen die Wahrheit, suchen die Geschöpfe sie in der Ferne - welch Jammer! Sie gleichen denen, die im Wasser nach Wasser schrei'n vor Durst.

Hakuin Zenji (1686-1769)

04 März 2006

Der Friede höchsten Schweigens

Ich schaue den Frieden höchsten Schweigens, der alle ergreift, die wissen, die in sich hegen das hohe, vollkommene und feste Bewusstsein.
Denn die Jagd nach den Dingen dieser Welt lockt sie nicht mehr.

Ich schaue das göttliche Ganze, das nichts ausschließt, in dem alles einen Anfang nimmt:
ewige, stille Glückseligkeit, ruhige Frische des wahren Seins.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

03 März 2006

Gott ist grenzenlos

Gott ist grenzenlos und unendlich, und der Seele Begehren ist ein Abgrund, der nicht zu füllen ist außer durch einen unendlichen Gott. Und je heftiger sich die Seele nach Gott verzehrt, desto mehr wünscht sie sich, nach ihm zu sehen, denn Gott ist ein Gott ohne Fehl und ein grundloser Born lebendigen Wassers, und die Seele ist zum Bilde Gottes gemacht und daher geschaffen, Gott zu erkennen und ihn zu lieben.

Johannes Tauler (ca. 1300 - 1361; Schüler von Meister Eckhart)

02 März 2006

Alles ist euer Leben

Alles ist euer Leben.
Tag und Nacht, was immer euch begegnet, ist euer Leben;
daher sollt ihr euer Leben der Situation anpassen, die euch im Augenblick begegnet.
Verwendet eure Lebenskraft dazu,
aus den Umständen, die auf euch zukommen,
eine Einheit mit eurem Leben zu gestalten
und die Dinge an ihren richtigen Platz zu setzen.

Dogen (1199-1253)

01 März 2006

Im Kern sind die Dinge eins

Die falsche Vorstellung lehrt, dass Dinge wie Licht und Schatten, lang und kurz, schwarz und weiß, verschieden sind und auseinandergehalten werden müssen; aber sie sind nicht unabhängig voneinander; sie sind nur verschiedene Aspekte desselben, sie sind Ausdrücke von Beziehungen, nicht der Wirklichkeit. Daseinsbedingungen sind nicht von der Art, dass sie sich gegenseitig ausschließen; im Kern sind die Dinge nicht zwei, sondern eins.

Lankavatara Sutra

28 Februar 2006

Keine Grenze

Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt. Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten sind in dir vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.

Khalil Gibran (1883-1931)

27 Februar 2006

26 Februar 2006

Schöpfungen des Geistes

Wie kann ein Geist, der die Welt selbst geschaffen hat, sie für unwirklich halten? Darin liegt die Bedeutung des Vergleichs der Welt des Wachzustandes mit der Welt des Traumes. Beide sind Schöpfungen des Geistes, und solange der Geist von ihnen eingenommen ist, kann er ihre Wirklichkeit nicht leugenen. Er kann die Wirklichkeit der Traumwelt beim Träumen nicht leugnen und im Wachen nicht die Wirklichkeit der Welt des Wachens.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

25 Februar 2006

Kein Zweifel an der Wirklichkeit

Der Traum als Traum lässt keinen Zweifel an seiner Wirklichkeit zu. Genauso können sie im Wachzustand an der Welt, die sie sehen, nicht zweifeln.
Wie kann ein Geist, der die Welt selbst geschaffen hat, sie für unwirklich halten?


Ramana Maharshi (1879 - 1950)

24 Februar 2006

Der Mensch kennt (fast) alles

Der Mensch sammelt so viele Dnge,
um glücklich zu werden,
aber er weiß nicht,
was wahres Glück ist.

Er will eines anderen Seele heilen,
weiß aber nicht, wie die eigene in Ordnung bringen.

Er erfindet wunderbare neue Dinge,
aber er weiß nicht, wie die Schätze in seinem Inneren entdecken.

Er fliegt auf den Mond,
aber den Weg in seine innere Welt kennt er nicht.

Er kennt alles,
außer sich selbst.

Swami Muktananda (1908 - 1982)

23 Februar 2006

Nicht getrennt

Alle Punkte im Raum werden allen anderen Punkten im Raum gleich, und man kann somit nicht mehr davon sprechen, dass irgend etwas von etwas anderem getrennt oder unabhängig ist.

David Bohm (1917-1992)

22 Februar 2006

Unterscheidende Erforschung

Unterscheidende Erforschung ist der wirksame Weg, das Gemüt zur Ruhe zu bringen. Auf anderen Wegen kann man wohl Gewalt über das Gemüt erlangen, aber es fällt immer wieder in seine alten Bande zurück.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

21 Februar 2006

Schöpfung existiert in dir

Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt. Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten sind in dir vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.

Khalil Gibran (1883-1931)

20 Februar 2006

Was Erleuchtung nicht ist

Erleuchtung bedeutet nicht im Licht stehen,
sondern in der Dunkelheit sehen lernen.

Anonym

19 Februar 2006

Sonnen-Strahl

Ohne Staub,
worin er aufleuchtet,
wäre der Sonnenstrahl nicht sichtbar.

Anonym

18 Februar 2006

Äste des gleichen Baums

Alle Religionen, Künste und Wissenschaften sind Äste des gleichen Baumes. Alle diese Bestrebungen sind darauf gerichtet, das menschliche Leben zu veredeln, es aus der Sphäre eines bloß vitalen Daseins herauszuheben und das Individuum zur inneren Befreiung zu führen.

Albert Einstein (1879 – 1955)

17 Februar 2006

Gott: Identisch mit der Welt

Gott ist identisch mit der Welt. Er manifestiert sich in den Pflanzen, die ohne Bewusstsein ein kosmetisch-magnetisches Leben führen. Er manifestiert sich in den Tieren, die in ihrem sinnlichen Traumleben eine mehr oder minder dumpfe Existenz empfinden. Aber am herrlichsten manifestiert er sich in dem Menschen, der zugleich fühlt und denkt, der sich selbst individuell zu unterscheiden weiß von der objektiven Natur, und schon in seiner Vernunft die Ideen trägt, die sich ihm in der Erscheinungswelt kund geben.
Im Menschen kommt die Gottheit zum Selbstbewusstsein, und solches Selbstbewusstsein offenbart sie wieder durch den Menschen. Aber dieses geschieht nicht in dem einzelnen und durch den einzelnen Menschen, sondern in und durch die Gesamtheit der Menschen: so dass jeder Mensch nur einen Teil des Gott-Welt-Alls auffasst und darstellt, alle Menschen zusammen aber das ganze Gott-Welt-All in der Idee und in der Realität auffassen und darstellen werden.

Heinrich Heine (geboren Düsseldorf 13.12. 1797, gestorben in Paris am 17.2. 1856, heute vor 150 Jahren)
In: Religion und Philosophie in Deutschland, Zweites Buch

16 Februar 2006

Aufgabe jedes Menschen

Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen,sich selbst zu kennenund das rechte Maß zu wissen.Das rechte Maß zu wissen, ist die höchste Kunst.

Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)

15 Februar 2006

Reines Nichts

Ich bin ein reines Nichts; aber Gott ist alles in mir. Er lehrt mich, er wirkt, er redet in mir, ohne dass die Natur dazu mehr beitrüge als das einfache Werkzeug, wie ein Pinsel zur Kunst eines schönen Gemäldes beiträgt.

Antoinette Bourignon (1616 - 1680)

14 Februar 2006

Dem Unendlichen gehören

Unser Schicksal, unser Herz,
die Tiefen unseres Wesens
gehören dem Unendlichen -
nur dort ist unsere Heimat

William Wordsworth (1770 - 1850)

13 Februar 2006

Grundlos glücklich

Ein Wunsch ist noch da. Es ist dein Wunsch, unser Wunsch. Es ist der Wunsch, dass Freiheit, Stille, Friede, das Selbst, Leere, Göttlichkeit, DAS was die Essenz und das Herz jedes Wesens und aller Dinge ist, von allen Wesen des Universums erkannt werden möge. Denn ich bin dasselbe Selbst, welches du bist, dasselbe Selbst, welches alles ist.Wenn ich Menschen ansehe, in ihre Augen blicke, dann sehe ich nur Gott und all den Glanz, all die Schönheit, aber dennoch fühle ich oft auch den Schmerz, das Elend, das unnötige Leiden, sehe die Verwirrung, den Nebel, den Schleier der Illusion. Obwohl da keiner ist, fallen dann Worte aus meinem Mund. Manchmal erhebt sich ein Ruf wie "Geliebter, schau! Öffne deine Augen, wache auf und sieh! Sieh den Buddha, der du bist, die Schönheit, die Stille, die Unendlichkeit, die du bist!" Ich wünsche dir, dass du grundlos glücklich bist!
Pyar Troll (*1960)

11 Februar 2006

10 Februar 2006

Es gibt nichts außer dem

Wenn ich um mich blicke, sehe ich Bewusstsein, sehe ich Buddhas, sehe ich DAS überall und in jedem. Ich sehe DAS, wenn ich Vögel an der Futterstelle beobachte, wenn ich einkaufe, wenn ich arbeite, wenn ich in den Himmel blicke - immer DAS, sich in so wunderbarer Vielfalt ausdrückend, frisch und neugeboren in jedem Moment. Mein ganzes Leben hatte ich Fragen gestellt, jetzt gab es keine mehr. Nicht, dass die Fragen beantwortet worden wären, es waren keine Antworten mehr nötig. Es war erstaunlich, mein ganzes Leben hatte ich nach Wahrheit gefragt und sie in keinem Buch und keinem Wort gefunden, war zumindest nie zufrieden gewesen mit dem, was ich dort fand, denn selbst wenn es wahr klang und wahr war, wurde es doch nicht erfahren. Jetzt sehe ich Wahrheit von innen und finde sie überall - es ist so kristallklar. Ich finde sie nicht, sie ist einfach. Ich hatte mich immer nach Liebe und Gott und Frieden gesehnt und konnte sie nicht finden - jetzt sehe ich Frieden, Gott, Liebe wohin ich auch immer blicke - überall nichts als DAS. Es gibt nichts zu finden, denn es gibt nichts außer DEM.

Pyar Troll (*1960)

09 Februar 2006

Die Wahrheit ist anders

Lass dich nicht täuschen und nicht betäuben, nicht einlullen. Die Wahrheit ist ganz anders, als du dir jemals vorgestellt hast. Sie ist auch ganz anders als sie dir irgend jemand mit Worten vermitteln könnte!
Pyar Troll (*1960)

08 Februar 2006

Die Sehnsucht ausrichten

Notwendig ist, die Sehnsucht auszurichten, die Wahrheit selbst, die Freiheit selbst zu wollen und nicht ihre Ersatzstoffe. Diese Ersatzstoffe wie Geld, Macht, Ruhm, Beziehung, wie Gutsein, selbst ein Schwelgen in ekstatischen und himmlischen Zuständen können ja nicht wirklich und vor allem nicht dauerhaft befriedigen.

Pyar Troll (*1960)

07 Februar 2006

Die Wahrheit wollen

Wahrheit zu hören oder zu lesen oder im Zusammensein mit einem erwachten Wesen zu erleben ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Es bleibt Stückwerk, allein schon deshalb, weil Wahrheit in Wirklichkeit nicht sprechbar, nicht denkbar, nicht ausdrückbar, nicht vermittelbar ist. Niemand kann sie dir schenken oder geben. Alles kann nur auf sie hinweisen, hindeuten. Du musst sie wollen, mehr als alles andere, mehr als Glück.

Pyar Troll (*1960)

06 Februar 2006

Weg von der Illusion

Nada befindet sich in Deinem Inneren.
Es ist eine Musik ohne Saiten,
die in Deinem Körper spielt.

Sie durchdringt das Innere und Äußere
und führt Dich fort von Illusion.

Kabir (1440-1518)