20 September 2008

Verborgen

Alles, was gebraucht wird, ist schon im menschlichen Bewusstsein verborgen. Der Mensch muss nicht in den Himmel schauen, sondern in sich selber. Er braucht nicht von irgendwoher um Gnade bitten, sondern er muss sich selbst ein Licht werden.

Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)

19 September 2008

In Gott ist nichts als Gott

Ich bin da, wo ich war, ehe ich geschaffen wurde, da ist bloß Gott in Gott. Da sind weder Engel noch Heilige noch Chöre im Himmel. Manche Leute sagen von acht Himmeln und neun Chören; das ist nicht da, wo ich bin.
Ihr sollt wissen, alles, was man so zu Worte bringt und den Leuten mit Bildern vorlegt, das ist nichts als ein Anreiz zu Gott. Wisset, dass in Gott nichts ist als Gott. Wisset, dass keine Seele in Gott kommen kann, sie werde denn zuvor so Gott, wie sie Gott war, ehe sie geschaffen wurde.

Meister Eckhart (1260-1327)

18 September 2008

Im Herzen heiter

Im Herzen heiter hat erkannt
Erwachter hier ein Wesen wohl
und dieses hat er offenbart
in Gegenwart der Mönche Schar.

Und sollte sterben die Person
genau in diesem Augenblick,
im Himmel würd sie auferstehen,
weil ja gar heiter ist ihr Herz.

Gleichwie man etwas erst ergreift
und es dann wieder von sich wirft,
so gehen heitren Herzens wohl
die Wesen hier den guten Gang.

http://www.palikanon.com/khuddaka/it/it020t029.html

17 September 2008

Gesehen

„Alles,
was ich geschrieben habe,
kommt mir vor wie Stroh
im Vergleich zu dem,
was ich gesehen habe.“

Thomas v. Aquin (um 1225 - 1274)

16 September 2008

Öffne die Augen

Öffne die Augen
und sieh,
was die Welt wirklich ist
und was Gott;

gib dich nicht mehr
mit müßigen und angenehmen
Fantasien ab.

Sri Aurobindo (1872 - 1950)

15 September 2008

Eins mit dem Atom

"Die Naturwissenschaften sind in stärkerem Maße auf Theorie gegründet als wahre Religion", sagte der Meister. "Die Wissenschaft kann zum Beispiel die äußere Beschaffenheit und das Verhalten des Atoms erforschen. Das Üben der Meditation dagegen führt zum Zustand der Allgegenwart: Der Yogi kann eins mit dem Atom werden".

Paramahansa Yogananda (1893 - 1952)

14 September 2008

Durst trotz Wasser

Wie traurig,
dass die Menschen
das Nahe nicht sehen
und die Wahrheit
in der Ferne vermuten -

Wie jemand,
der umgeben von Wasser
laut aufschreit vor Durst.

Hakuin Zenji (+1769)

13 September 2008

Zur Wirklichkeit erwachen

Was die meisten Menschen sagen, ist mehr oder weniger bedeutungslos, da sie es aus irgendwelchen Büchern oder anderen Menschen übernommen haben. Um Zugang zum Eigentlichen zu gewinnen, muss man sich von leeren Worten lösen. Um zur Wirklichkeit zu erwachen, darf man sich nicht mehr auf Bücher verlassen, denn der Dharma ist jenseits von Worten, Schriften und Predigten, und man kann ihn nicht in einer Fülle von Erklärungen finden. Darum halten die, die auf dem Wege zur Erleuchtung sind, sich nicht mehr an bloße Worte, sondern an den Sinn, und indem sie zur Wirklichkeit erwacht sind, haben sie die Lehre hinter sich gelassen.

Hui Hai (720-814)


P.S. Dies ist übrigens Post 900

12 September 2008

Bist und hast alles

Dies zu sein oder das,
bedeutet nicht alles zu sein.
Denn solange ich dies und das bin
oder dies und das habe,
so bin ich nicht alles
noch habe ich alles.

Scheide ab,
dass du weder dies noch das bist,
oder dies und das hast,
so bist du alles
und hast alles.

Meister Eckhart (1260-1327)

11 September 2008

Erfahrung des Mystischen

Das schönste und tiefste Gefühl,
das wir erfahren können,
ist die Erfahrung des Mystischen.
Sie ist die Quelle
aller wahren Wissenschaft.

Albert Einstein (1879 – 1955)

10 September 2008

Völlig unberührt

Die Menschen reisen umher und bewundern die hohen Berge, die riesigen Wellen der Meere, die ausgedehnten Flüsse, die immensen Ausmaße der Ozeane, die Kreisbewegungen der Sterne, doch an sich selbst ziehen sie völlig unberührt vorüber.

Aurelius Augustinus (354 - 430)

09 September 2008

Begriffliches Denken

Vermeidet es,
euch über irgendetwas
Gedanken zu machen,
und reinigt euren Körper
dadurch
von begrifflichem Denken.

Huang Po (um 850)

08 September 2008

Der Kern des Universums

Das ganze Universum ist im Körper enthalten,
der ganze Körper im Herzen.
So ist das Herz
der Kern des ganzen Universums.

Und wiederum:
Die Welt ist nichts anderes als der Geist,
der Geist nichts anderes als das Herz.
Das Herz umschließt also alles.

Ramana Maharshi (1879-1950)

07 September 2008

Das Göttliche selber

Es wohnt eine tiefe Sehnsucht im Menschen, die das Göttliche selber ist. Gott drängt in uns zur Entfaltung und zum Erwachen. In uns Menschen stellt sich das Erwachen des Göttlichen dar als Verlangen nach Geborgenheit, Sicherheit und Heimat. Es ist die Sehnsucht, heim zu kommen, den Platz zu finden, wo alles gut ist, wo man geliebt und angenommen ist. Der Mensch erfährt aber sehr bald im Leben, dass kein Mensch dem Menschen diese letzte Sicherheit geben kann, auch nicht der liebste. Es bleibt diese unüberbrückbare Trennung, diese Heimatlosigkeit, bis er sein wahres Selbst gefunden hat, besser, bis sein wahres Selbst durch alle Verkrustungen und Fehlentwicklungen hindurchbrechen kann. Menschen machen sich also auf den Weg zu Gott, weil sie diese tiefste Sehnsucht in sich tragen, die letztlich die Sehnsucht Gottes nach sich selber ist.

Willigis Jäger (* 1925)

06 September 2008

Gesundwerden

Ich habe gelernt, mit einer meditationsähnlichen Konzentration auf meinen Körper zu achten und herauszufinden, wann er Bewegung und wann Ruhe braucht.
Ich habe gelernt, dass Gesundwerden ein aktiver Prozess ist, an dem ich mich selbst beteiligen muss.

Rollo May (1909 - 1994)
US-amerikanischer Psychologe und Philosoph

05 September 2008

Universum erfinden

Wenn du eine Apfeltorte
wirklich ganz von Anfang an
machen willst,
musst du erst
das Universum erfinden.

Carl Sagan (1934 - 1996)

Sagan war Astronom, Astrophysiker, Exobiologe, Fernsehmoderator, Sachbuchautor, Schriftsteller und Visionär

04 September 2008

Chancen und Misserfolge

Klar, dass die Zukunft beides bringt: Chancen und Misserfolge. Unser Trick sollte darin bestehen, die Chancen wahrzunehmen, die Niederlagen zu vermeiden und pünktlich um sechs Uhr Feierabend zu machen.

Woody Allen (*1935)

03 September 2008

Utopie

Keine Tat bleibt ohne Ergebnisse im Leben, und der Glaube an die eine statt an die andere Theorie hat seine besonderen Einflüsse auf das Handeln: Auch der Irrtum hinterläßt Spuren; wenn er weit verbreitet ist und akzeptiert wird, kann er das Erreichen eines Zieles verlangsamen (wenn auch nicht verhindern).

Antonio Gramsci in: " Utopie" (25. Juli 1918)

02 September 2008

Zum Thema Sorgen...

... fand ich diese "Statistik" in einem Blog:

40 % treffen nie ein.
30 % sind bereits vorbei.
12 % betreffen die Gesundheit
und sind unbegründet.
10 % betreffen alles Mögliche und führen zu nichts.

Wenn's der Wahrheitsfindung dient ;)

01 September 2008

Im Dienst der Wahrheit

Tausche nicht die Wahrheit für eine irgendgeartete Erfahrung ein und lehne sie nicht wegen einer irgendgearteten Erfahrung ab! Gib dich nicht zufrieden mit einer Vorstellung von Wahrheit und Freiheit, gib dich nicht mit dem Land der Glückseligen zufrieden. Und gib dich auch nicht mit mentalem Verstehen zufrieden, denn was man intellektuell verstehen kann, kann zwar sehr weit gehen - es kann genau bis an die Grenze der Transzendenz führen, kann uns sogar an diese Grenze treiben, kann uns bis an den Rand des Erkennens von Unendlichkeit leiten, aber dann muss sich das mentale Denken selbst ad absurdum führen, es muss erkennen, dass die eigentliche Realisation über Logik hinausgeht. Nun muss der Verstand seine Unfähigkeit weiterzugeben einsehen und sich der Erkenntnis der Wahrheit, die weit hinausgeht über alles Denkbare, beugen, er muss demütig werden und kann dann wissend, dass er nichts weiß, wissend, dass er nicht verstehen kann, im Dienst der Wahrheit stehen.

Pyar Troll (*1960)

Dies ist übrigens Post 888...