14 Juni 2008

Die Weisheit der Einsicht

Wenn Sie gelernt haben, Ihr Leben durch Disziplin einfacher zu gestalten, und damit die Möglichkeiten des Ich, Sie zu verführen, eingeschränkt haben, und wenn Sie durch Üben achtsamer Meditation den Zugriff von Aggression, Festhalten und Negativität auf Ihr ganzes Wesen gelockert haben, kann langsam die Weisheit der Einsicht aufscheinen. Und diese Einsicht zeigt Ihnen im Lichte ihrer alles erhellenden Klarheit direkt und deutlich sowohl die feinsten Funktionsweisen Ihres eigenen Geistes als auch die tiefste Natur der Wirklichkeit selbst.

Sogyal Rinpoche

13 Juni 2008

Vier Verlässlichkeiten

Verlasse Dich nicht auf die Person,
sondern auf die Worte der Lehre.

Verlasse Dich nicht auf die Worte,
sondern auf die Bedeutung, die ihnen zugrunde liegt.

Verlasse Dich nicht nur auf die vorläufige Bedeutung,
sondern auf die endgültige Bedeutung.

Verlasse Dich nicht nur auf ein intellektuelles Verständnis,
sondern auf die direkte und unmittelbare Erfahrung und Einsicht.

Die aktualisierte Formulierung der Vier Verlässlichkeiten Buddhas. Gefunden bei:
http://www.tibethaus.com/01-11-2007.html

12 Juni 2008

Vorbereiten

Die Menschen verbringen ihre ganze Zeit mit Vorbereiten, Vorbereiten, Vorbereiten...
Nur um dem nächsten Leben dann gänzlich unvorbereitet zu begegnen.

Drakpa Gyaltsen

11 Juni 2008

Gott im Menschen

Nur weil Gott auch im Menschen ist, kann der Mensch nach Gott fragen und kann Gottes Antwort vom Menschen vernommen werden. Die Begriffe innen und außen verlieren ihren Gegensatz in der Beziehung von Gott und Mensch.

Paul Tillich (1886 - 1965)

10 Juni 2008

Frisch, natürlich, lebendig und unverdorben

Was für Wahrnehmungen dir auch begegnen, du solltest wie ein kleines Kind sein, das in einen wunderschönen Tempel kommt: Es schaut, aber keinerlei Greifen mischt sich in seine Wahrnehmung. So bleibt alles frisch, natürlich, lebendig und unverdorben. Wenn du alles in seinem eigenen Zustand belässt, verändert sich seine Form nicht, seine Farben verblassen nicht und sein Glanz verschwindet nicht. Was immer auch erscheint, bleibt unbefleckt von jeglichem Greifen, und so ersteht alles, was du wahrnimmst als die nackte Weisheit von Rigpa, der Untrennbarkeit von Lichtheit und Leerheit.

Dudjom Rinpoche

09 Juni 2008

Pro Sekunde 11 Millionen Bits

Die Informationskapazität des Bewusstseins kann in Bits gemessen werden, jenen Basiseinheiten der Information, die von "binary digit"abgeleitet ist. Binär heißt: "aus zwei Einheiten bestehend". Bas Kast berichtet von dem dänischen Wissenschaftsautoren Tor Norretranders, der in seinem Buch "Spüre die Welt"astronomisch anmutende Zahlen zusammengefasst hat:

"Die Augen schicken pro Sekunde mindestens 10 Millionen Bits an das Gehirn, die Haut etwa eine Million, die Ohren 100.000, der Geruchssinn weitere 100.000 und der Geschmackssinn nochmal 1.000 Bits - alles in allem mehr als 11 Millionen Bits, die Sekunde für Sekunde in unserem Hirn eintreffen, und das ist noch eine sehr vorsichtige Schätzung."

Mehr dazu in Bas Kast: Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft. Die Kraft der Intuition. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M., S. 74ff.

08 Juni 2008

Eigener Lehrer und Schüler

Wir müssen unser eigener Lehrer und Schüler sein. Es gibt außerhalb keinen Lehrer, keinen Heiland und keinen Meister. Wir müssen uns selbst ändern, und daher müssen wir lernen uns zu beobachten und zu kennen. ... Im wirklichen Lernen ist Freude. Man ist nicht verzweifelt über das, was man sieht, weil man e mit keinem Ideal vergleicht, mit etwas, das sein sollte. Nur das ist da, was ist.

Jiddu Krishnamurti (1895 - 1986)

07 Juni 2008

Kein Entrinnen vor uns selbst

Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenhelt.
Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen - er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten. Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der - Teil eines Ganzen - zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen
und wachsen; nicht mehr allein - wie im Tod - sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

(Richard Beauvais, 1964; Leitmotiv in Zwölf-Schritte-Kliniken)

06 Juni 2008

Höhere Erkenntnis

So wertvoll auch alle höhere Erkenntnis ist; man darf sie nicht verlangen, wenn sie zu uns kommen soll. Wer sie haben will um seiner selbst willen, der erlangt sie nie. Und das erfordert vor allem, dass man in tiefster Seele wahr gegen sich selbst sei.

Rudolf Steiner (1861 - 1925)

05 Juni 2008

Zu schlau

Wenn du
zu schlau
sein willst,
liegst du
schnell
total
daneben.

Tibetisches Sprichwort

04 Juni 2008

Mitgefühl

Mitgefühl ist niemals wahres Mitgefühl, wenn es nicht aktiv wird. Avalokiteshvara, der Buddha des Mitgefühls, wird in der tibetischen Ikonographie häufig mit tausend Augen abgebildet, die das Leid in allen Winkeln des Universums erkennen, und mit tausend Armen, die seine Hilfe überallhin bringen.

Sogyal Rinpoche

03 Juni 2008

Jede Religion ist asiatischen Ursprungs

Jede Religion ist asiatischen Ursprungs und entstammt jenem Teil der Welt. Verkündigen war stehts Sache der Asiaten. Der Westen ist groß im Organisieren - in Sozialeinrichtungen, Armeen, Verwaltungen und so weiter.
Wenn es aber darum geht, Religion zu verkünden, dann kann er mit den Asiaten nicht mithalten, die sich zu allen Zeiten damit befasst haben.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

02 Juni 2008

Konzentration

Wenn das Denken konzentriert und auf sich selbst gerichtet ist, wird alles in uns zu unserem Diener, statt unser Herr zu sein.

Swami Vivekananda (1863 - 1902)

01 Juni 2008

Das Gemüt klärt sich

Das Gemüt klärt sich von seinen Unreinigkeiten und wird klar genug, die Wahrheit zu spiegeln: das wahre Selbst. Das ist unmöglich, solange das ICH tätig ist und auf Selbstbehauptung drängt.

Ramana Maharshi (1879 - 1950)

31 Mai 2008

Ungewissheit

Für die Zukunft zu planen, gleicht dem Fischen in einem trockenen Loch. Nie läuft etwas so, wie du es dir wünschst. Gib dein ehrgeiziges Planen also auf.
Wenn du unbedingt an etwas denken musst: Denk an die Ungewissheit deiner Todesstunde.

Gyalse Rinpoche

30 Mai 2008

Guruji Mohan in Essen

Von Dienstag 24. bis Samstag 28. Juni wird Guruji Mohan in Essen in der fu-om sein. Guruji Mohan ist in Indien seit vielen Jahren ein anerkannter und weithin bekannter spiritueller Lehrer. In seinen Ashrams in Pushar und Uaipur, Rajasthan, kommen täglich viele Kranke und Heilsuchende, die von ihm Erleichterung, Rat und Trost erhalten. Auch in Europa wächst die Zahl derjenigen, die mit Guruji Mohan in Kontakt treten, um seine wohltuende Energie zu empfangen.

Die Besuchertage bei Guruji Mohan sind kostenlos. Anke Rebetje von der fu-om macht jedoch darauf aufmerksam, dass darum gebeten wird, eine schöne Frucht als Gabe mitzubringen – wie es auch in Indien Brauch ist.

fu-om
Brigittastr. 8
45130 Essen- Rüttenscheid
fon 0201 - 615 33 93
www.fu-om-yoga.de
info@fu-om.de

29 Mai 2008

Mitgefühl

Mitgefühl ist der höchste und bedeutsamste Ausdruck emotionaler Reife. Auf seiner Suche nach Erfüllung und Selbstverwirklichung erfährt der Mensch seine höchsten Höhen und tiefsten Tiefen durch Mitgefühl.

Arthur Jersild

28 Mai 2008

Vom Sagen der Wahrheit

Schweigen ist besser als Reden.
Die Wahrheit sagen, ist besser als Schweigen.
Die Wahrheit zu sagen,
die mit Rechtschaffenheit verbunden ist,
ist besser als nur die Wahrheit zu sagen.
Das zu sagen, was nicht nur wahr und rechtschaffen ist,
sondern zudem auch angenehm,
ist besser als die nur mit Rechtschaffenheit verbundene Wahrheit zu sagen.

Aus dem indischen Epos "Mahabharata" (ca. 400 v.u.Z. - 400 u.Z.)

27 Mai 2008

Vom Tänzer getanzt

Wir sind ein einmaliger,
unverwechselbarer Tanzschritt.
Nicht wir tanzen,
sondern wir werden getanzt vom Tänzer,
den wir Gott nennen.

Willigis Jäger (* 1925)

26 Mai 2008

Schönheit und Gnade

Nach meinem Dafürhalten vollzieht sich das Erwachen Gottes in der Seele so, dass er - da sie sich wie alle Kreatur wesenhaft in ihm befindet - ihr einige der vielen Schleier und Vorhänge entfernt, die den Blick auf ihn verwehrten, so dass nun im Halbdunkel sein Antlitz voller Schönheit und Gnade durch die verbleibenden zarten Schleier schimmert.

Johannes vom Kreuz (1542 - 1591)