Der Bösen sich erbarmen,
ist Ungerechtigkeit gegen die Guten,
und den Unterdrückern verzeihen,
ist Gewalttätigkeit gegen die Armen.
Saadi eigentlich Moscharraf od-Din Abdullah (um 1190 - 1283 oder 1291)
10 Mai 2010
09 Mai 2010
Sisyphos
Der Kampf gegen Gipfel
vermag ein Menschenherz auszufüllen.
Wir müssen uns Sisyphos
als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Albert Camus (1913 - 1960)
vermag ein Menschenherz auszufüllen.
Wir müssen uns Sisyphos
als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Albert Camus (1913 - 1960)
08 Mai 2010
Grenzenlosigkeit
Auch wenn der Ort,
an dem wir die Versenkung üben,
sehr klein ist,
enthält er doch das ganze Universum.
Auch wenn unser Geist begrenzt ist,
enthält er doch
die Grenzenlosigkeit.
Sekito Kisen (700 - 790)
an dem wir die Versenkung üben,
sehr klein ist,
enthält er doch das ganze Universum.
Auch wenn unser Geist begrenzt ist,
enthält er doch
die Grenzenlosigkeit.
Sekito Kisen (700 - 790)
07 Mai 2010
Besondere Art Mystiker
Indem wir unsere mystischen Momente mit allem, was sie bieten
und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen.
Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder
Mensch eine besondere Art Mystiker.
David Steindl-Rast (*1926)
und verlangen, zulassen, werden wir die Mystiker, die wir sein sollen.
Schließlich ist der Mystiker keine besondere Art Mensch, sondern jeder
Mensch eine besondere Art Mystiker.
David Steindl-Rast (*1926)
06 Mai 2010
Echo der Leerheit
Buddhas, Lebewesen und Erscheinungen haben nur eine Form der Übung und eine unteilbare Erleuchtung. Sie begrenzt sich nicht nur auf die Übung des Zazen. Das Echo der Leerheit zu hören, gleicht dem wunderbaren Klang eines Hammers, bevor und nachdem er eine Glocke anschlägt. Ausserdem hat jedes menschliche Wesen seine eigene ursprüngliche Natur und Tätigkeit, die über jedem rationalen Denken steht. Auch wenn alle unzählbaren Buddhas des ganzen Alls ihre Weisheit verbinden würden, um den Verdienst des Zazen einer Person zu ermessen, könnten sie es nicht ergründen.
Dogen Zenji (um 1200) im Bendowa
Dogen Zenji (um 1200) im Bendowa
05 Mai 2010
Wahres Zen
Wahres Zen übt man ohne Motivation, ohne Zweck, ja sogar ohne die Erweckung (satori) anzustreben; ich betone allein die Essenz des Zen: Zazen. Die Rezitation der Sutras und die Zeremonien sind wohl sehr schöne Dinge, doch nicht das Wesentliche.
Es ist keineswegs notwendig, nach Japan zu gehen, um die authentische Zenlehre zu finden. Das wahre Zen ist hier und jetzt, in unserem Körper und in unserem Geist. Bei richtiger Haltung und Atmung findet der Geist zu seinem normalen Zustand zurück.
Taisen Deshimaru (1914 - 1982) in: ZA-ZEN - Die Praxis des Zen
Es ist keineswegs notwendig, nach Japan zu gehen, um die authentische Zenlehre zu finden. Das wahre Zen ist hier und jetzt, in unserem Körper und in unserem Geist. Bei richtiger Haltung und Atmung findet der Geist zu seinem normalen Zustand zurück.
Taisen Deshimaru (1914 - 1982) in: ZA-ZEN - Die Praxis des Zen
04 Mai 2010
Hunderte von Fliegen
Hunderte von Fliegen versammeln sich auf einem Stück verrottendem Fleisch.
Sie genießen es und denken:
Was für ein wunderbares Fest!
Dieses Beispiel passt auf die Dummheit der menschlichen Wesen,
die andauerndes Glück suchen.
Sie versuchen dies in den unterschiedlichsten Arten und Weisen zu erreichen.
Aber noch nie habe ich jemanden befriedigt gesehen.
Der Dalai Lama in: „Songs of Spiritual Change“
03 Mai 2010
Drei Dinge haben keinen Bestand
Drei Dinge haben keinen Bestand:
Reichtum ohne Erwerb,
Wissenschaft ohne gelehrten Streit,
Regierung ohne Gerechtigkeitspflege.
Saadi eigentlich Moscharraf od-Din Abdullah (um 1190 - 1283 oder 1291)
Reichtum ohne Erwerb,
Wissenschaft ohne gelehrten Streit,
Regierung ohne Gerechtigkeitspflege.
Saadi eigentlich Moscharraf od-Din Abdullah (um 1190 - 1283 oder 1291)
02 Mai 2010
Was ist der Weg?
Jôshû fragte Nansen in allem Ernst: »Was ist der Weg?«
Nansen antwortete ihm darauf: »Der alltägliche Geist ist der Weg.«
Jôshû fragte: »Soll ich mich selbst darauf ausrichten oder nicht?«
Nansen sagte: »Wenn du versuchst, dich ihm zuzuwenden, wendest du dich von ihm ab.«
Jôshû fragte: »Wenn ich nicht versuche, mich ihm zuzuwenden, wie kann ich wissen, daß es der Weg ist?«
Nansen antwortete: »Der Weg hat nichts zu tun mit Wissen oder Nicht-Wissen. Wissen ist Illusion. Nicht-Wissen ist ohne Bewußtsein. Wenn du den zweifelsfreien, wahren Weg wirklich erlangen willst, dann werde so grenzenlos und weit wie der Weltraum. Wie kann man darüber sprechen auf der Ebene von Richtig oder Falsch?«
Bei diesen Worten war Jôshû plötzlich erleuchtet.
Aus dem Mumonkan
Nansen antwortete ihm darauf: »Der alltägliche Geist ist der Weg.«
Jôshû fragte: »Soll ich mich selbst darauf ausrichten oder nicht?«
Nansen sagte: »Wenn du versuchst, dich ihm zuzuwenden, wendest du dich von ihm ab.«
Jôshû fragte: »Wenn ich nicht versuche, mich ihm zuzuwenden, wie kann ich wissen, daß es der Weg ist?«
Nansen antwortete: »Der Weg hat nichts zu tun mit Wissen oder Nicht-Wissen. Wissen ist Illusion. Nicht-Wissen ist ohne Bewußtsein. Wenn du den zweifelsfreien, wahren Weg wirklich erlangen willst, dann werde so grenzenlos und weit wie der Weltraum. Wie kann man darüber sprechen auf der Ebene von Richtig oder Falsch?«
Bei diesen Worten war Jôshû plötzlich erleuchtet.
Aus dem Mumonkan
01 Mai 2010
Heil.Spuren.2
Vielleicht erinnern Sie sich:
http://sinndeuter.blogspot.com/2009/12/heilspuren.html
Sundra macht mich darauf aufmerksam, dass es nun ein zweites Video mit Mandalas und Musik gibt. Hier der Link auf "youtube":
http://www.youtube.com/watch?v=pmluH8rIrHY&feature=related
Ihre Seite findet sich hier:
http://www.sundra.eu/
http://sinndeuter.blogspot.com/2009/12/heilspuren.html
Sundra macht mich darauf aufmerksam, dass es nun ein zweites Video mit Mandalas und Musik gibt. Hier der Link auf "youtube":
http://www.youtube.com/watch?v=pmluH8rIrHY&feature=related
Ihre Seite findet sich hier:
http://www.sundra.eu/
Eigen-Liebe
Alle Liebe dieser Welt ist auf Eigenliebe gebaut.
Hättest du die gelassen, so hättest du alle Welt gelassen.
Meister Eckhart (1260 - 1328)
Hättest du die gelassen, so hättest du alle Welt gelassen.
Meister Eckhart (1260 - 1328)
30 April 2010
Der Mensch auf dem Planeten Erde
Der Mensch auf dem Planeten Erde hat einen sehr niedrigen Entwicklungsstand. Jeden Tag liest man in der Zeitung Nachrichten über Militärbünde, Kriegsvorbereitungen und Massenvernichtungen.
Die Leute verstehen nicht, dass das Leben eines jeden Menschen sein eigener Privatbesitz ist.
Nicolas Camille Flammarion (1842 - 1925)
Die Leute verstehen nicht, dass das Leben eines jeden Menschen sein eigener Privatbesitz ist.
Nicolas Camille Flammarion (1842 - 1925)
29 April 2010
Kräfte
In dieser Welt sind mächtige Kräfte am Werk. Niemand kann sie aufhalten. Wir erkennen ihre Zeichen in einem neuen Verständnis der Religion, einer neuen Achtung den Menschen gegenüber, einem neuen Gefühl der Geschwisterlichkeit.
William Ellery Channing (1780 - 1842)
William Ellery Channing (1780 - 1842)
28 April 2010
Wahrheit
Jede Wahrheit entspringt in Gott. Wenn sie sich dur einen Menschen äußert, liegt es nicht daran, dass sie von ihm kommt, sondern dass er so durchlässig ist, dass er sie offenbaren kann.
Blaise Pascal (1623 - 1662)
Blaise Pascal (1623 - 1662)
27 April 2010
Liebe...
Wir alle sind Natur als Körper,
sind Klarheit als Geist
und sind Liebe als Seele.
Davon bin ich zutiefst überzeugt.
Liebe bewegt das Universum.
Liebe durchdringt alle Dinge.
Liebe wohnt in unserem Herz.
Liebe nährt uns.
Liebe zeigt sich groß und zeigt sich klein.
Liebe strahlt in jeder ihrer Ausdrucksformen mit gleichem Wert.
Liebe zu unserem Partner, unseren Kindern, die Liebe zu Freunden und weit Entfernten, die Liebe zu den kleinen Dingen des Alltags und die Liebe zur Natur, die Liebe zu Gott und die Liebe der Erde zu uns - all das und noch viel mehr sind die Strahlen der großen Liebe.
Liebe ermöglicht unserem Herz sich zu weiten und alles was uns begegnet, sei es freudig oder schmerzlich mit unserem Herzen zu umschließen.
Doch im Schreiben merke ich, wie Recht Rumi hat, wenn er sagt:
„Sei still! Sei still! Denn bei der Liebe verhält es sich anders als bei anderen Dingen: hier versteckt sich die Bedeutung, wenn du zu viel redest.“
Pyar (*1960)
sind Klarheit als Geist
und sind Liebe als Seele.
Davon bin ich zutiefst überzeugt.
Liebe bewegt das Universum.
Liebe durchdringt alle Dinge.
Liebe wohnt in unserem Herz.
Liebe nährt uns.
Liebe zeigt sich groß und zeigt sich klein.
Liebe strahlt in jeder ihrer Ausdrucksformen mit gleichem Wert.
Liebe zu unserem Partner, unseren Kindern, die Liebe zu Freunden und weit Entfernten, die Liebe zu den kleinen Dingen des Alltags und die Liebe zur Natur, die Liebe zu Gott und die Liebe der Erde zu uns - all das und noch viel mehr sind die Strahlen der großen Liebe.
Liebe ermöglicht unserem Herz sich zu weiten und alles was uns begegnet, sei es freudig oder schmerzlich mit unserem Herzen zu umschließen.
Doch im Schreiben merke ich, wie Recht Rumi hat, wenn er sagt:
„Sei still! Sei still! Denn bei der Liebe verhält es sich anders als bei anderen Dingen: hier versteckt sich die Bedeutung, wenn du zu viel redest.“
Pyar (*1960)
26 April 2010
Mensch und Menschtum
Wenn man Mensch sagt, so versteht man darunter eine Person; wenn man Menschtum sagt, so meint man die Natur aller Menschen. Die Meister fragen, was Natur ist. Sie ist ein Ding, das Wesen empfangen kann. Darum einigte Gott das Menschtum mit sich, nicht den Menschen. Ich sage: Christus war der erste Mensch. Wieso? Das erste in der Meinung ist das letzte am Werk, wie ein Dach das letzte am Hause ist.
Meister Eckhart (1260 - 1328)
Meister Eckhart (1260 - 1328)
25 April 2010
Liebe
Liebe ist
das freie Gefühl
eines freien Herzens:
unbegrenzt,
nicht anhaftend,
sich nirgends festhaltend,
sondern immer nur gebend.
Das ist allerdings
nur ohne Ego möglich.
Ayya Khema (1923 - 1997)
das freie Gefühl
eines freien Herzens:
unbegrenzt,
nicht anhaftend,
sich nirgends festhaltend,
sondern immer nur gebend.
Das ist allerdings
nur ohne Ego möglich.
Ayya Khema (1923 - 1997)
24 April 2010
Großes Geheimnis
Soll ich dir ein großes Geheimnis verraten, mein Freund?
Warte nicht auf das letzte Gericht:
Esl findet jeden Tag statt
Albert Camus (1913 - 1960)
Warte nicht auf das letzte Gericht:
Esl findet jeden Tag statt
Albert Camus (1913 - 1960)
23 April 2010
Gesetz der Liebe
Leiden ist das uralte Gesetz der Liebe: kein Suchen ohne Schmerz, kein Liebender, der nicht auch ein Märtyrer wär.
Heinrich Seuse (1295 oder 1297- 1366)
Heinrich Seuse (1295 oder 1297- 1366)
22 April 2010
Wagenlenker
Wer aufsteigenden Zorn zurückhält,
wie man einen rollenden Wagen anhält,
den nenne ich einen Wagenlenker.
Andere halten lediglich die Zügel.
Buddha
wie man einen rollenden Wagen anhält,
den nenne ich einen Wagenlenker.
Andere halten lediglich die Zügel.
Buddha
21 April 2010
Wie Sehnsucht nach Luft
Ein Schüler fragte: "Herr, wie kann ich Gott erlangen ?" Da nahm ihn der Meister zum Meer und tauchte ihn unter Wasser. Nach kurzer Zeit ließ er ihn wieder los und fragte: "Wie hast du dich gefühlt?" Der Schüler antwortete: "Ich glaubte, mein letzter Augenblick sei gekommen. So verzweifelt war ich." Da antwortete der Meister: "Du wirst Gott schauen, wenn dein Verlangen nach ihm so groß ist, wie deine Sehnsucht nach Luft in diesem Augenblick."
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
20 April 2010
Ende des Leidens
Wenn du nicht bei dir selbst beginnst,
kannst du alles Mögliche versuchen,
du wirst niemals das Ende des Leidens finden.
Jiddu Krishnamurti (1895-1986)
kannst du alles Mögliche versuchen,
du wirst niemals das Ende des Leidens finden.
Jiddu Krishnamurti (1895-1986)
19 April 2010
Zeit.Raum.Seele
Zeit und Raum sind nichts als physiologische Farben,
die das Auge wahrnimmt,
aber die Seele besteht aus Licht.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882)
die das Auge wahrnimmt,
aber die Seele besteht aus Licht.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882)
18 April 2010
17 April 2010
Was ist dies "Ich"?
Was ist dies "Ich"? Sie werden bei tiefer gehender innerer Betrachtung feststellen, dass das, was Sie wirklich mit "Ich" meinen, die Grundlage ist, auf welcher Erfahrungen und Erinnerungen gesammelt werden.
Erwin Schrödinger (1887-1961)
Erwin Schrödinger (1887-1961)
16 April 2010
Was man liebt...
Was man liebt,
findet man überall,
und sieht überall Ähnlichkeiten.
Novalis (1772-1801)
findet man überall,
und sieht überall Ähnlichkeiten.
Novalis (1772-1801)
15 April 2010
Das Leben selbst
Ich glaube an nichts in der Welt so tief, keine andere Vorstellung ist mir so heilig wie die Einheit, die Vorstellung, dass das Ganze der Welt eine göttliche Einheit ist und dass alles Leiden, alles Böse nur darin besteht, dass wir einzelne uns nicht mehr als unlösbare Teile des Ganzen empfinden, dass das Ich sich zu wichtig nimmt.
Die Einheit, die ich hinter der Vielheit verehre, ist keine langweilige, keine graue, gedankliche, theoretische Einheit. Sie ist ja das Leben selbst, voll Spiel, voll Schmerz, voll Gelächter. Sie ist dargestellt worden im Tanz des Gottes Shiva, der die Welt in Scherben tanzt, und in vielen anderen Bildern, sie weigert sich keiner Darstellung, keinem Gleichnis. Du kannst jederzeit in sie eintreten, sie gehört dir in jedem Augenblick, wo du keine Zeit, keinen Raum, kein Wissen, kein Nichtwissen kennst, wo du aus der Konvention heraustrittst, wo du in Liebe und Hingabe allen Göttern, allen Menschen, allen Welten, allen Zeitaltern angehörst.
Hermann Hesse (1877-1962)
Die Einheit, die ich hinter der Vielheit verehre, ist keine langweilige, keine graue, gedankliche, theoretische Einheit. Sie ist ja das Leben selbst, voll Spiel, voll Schmerz, voll Gelächter. Sie ist dargestellt worden im Tanz des Gottes Shiva, der die Welt in Scherben tanzt, und in vielen anderen Bildern, sie weigert sich keiner Darstellung, keinem Gleichnis. Du kannst jederzeit in sie eintreten, sie gehört dir in jedem Augenblick, wo du keine Zeit, keinen Raum, kein Wissen, kein Nichtwissen kennst, wo du aus der Konvention heraustrittst, wo du in Liebe und Hingabe allen Göttern, allen Menschen, allen Welten, allen Zeitaltern angehörst.
Hermann Hesse (1877-1962)
14 April 2010
Wirklich ändern
Bist Du bereit, dich auslöschen zu lassen,
völlig ausradiert zu werden?
Bist du bereit, ein Nichts zu sein,
zu verschwinden und vollkommen in Vergessenheit zu geraden?
Wenn nicht, wirst du dich nie wirklich ändern.
D.H. Lawrence (1885 -1930)
völlig ausradiert zu werden?
Bist du bereit, ein Nichts zu sein,
zu verschwinden und vollkommen in Vergessenheit zu geraden?
Wenn nicht, wirst du dich nie wirklich ändern.
D.H. Lawrence (1885 -1930)
13 April 2010
Die Welt...
Die Welt
ist außerhalb der Irrenhäuser
nicht minder drollig
als drinnen!
Hermann Hesse in einem Brief vom 17. 1. 1926 an Hildegard Jung-Neugeboren
ist außerhalb der Irrenhäuser
nicht minder drollig
als drinnen!
Hermann Hesse in einem Brief vom 17. 1. 1926 an Hildegard Jung-Neugeboren
12 April 2010
Alle Dinge lassen
Wann hat man alle Dinge gelassen? So man alles das lässt, was der Sinn greifen kann, und alles, was man sprechen kann, und alles, was Farbe machen kann, und alles, was man hören kann, dann erst hat man alle Dinge gelassen. Wenn man so alle Dinge lässt, so wird man von der Gottheit durchklärt und überklärt.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
11 April 2010
Schöpferisch sein
An dem Tag, da du das Gute in dir und in deinem Bruder als ein und dasselbe erkennst, wird alles, was dich von Gott trennt, von dir abfallen, und du wirst in all deiner Herrlichkeit neben mir stehen.
Dann wirst du jenseits aller Zweifel wissen, wie sehr Gott dich liebt. Dann wirst du wissen, dass Seine Liebe dich nie verlassen hat, nicht einmal auf dem Höhepunkt deines Wahnsinns, als du glaubtest, sie sei es, die dich bestraft und deine Welt zerstört hat. Dann wirst du um die Schöpferkraft deines Geistes wissen, und du wirst dich dafür entscheiden, gemeinsam mit Gott, nicht von ihr getrennt, schöpferisch zu sein.
Paul Ferrini
Dann wirst du jenseits aller Zweifel wissen, wie sehr Gott dich liebt. Dann wirst du wissen, dass Seine Liebe dich nie verlassen hat, nicht einmal auf dem Höhepunkt deines Wahnsinns, als du glaubtest, sie sei es, die dich bestraft und deine Welt zerstört hat. Dann wirst du um die Schöpferkraft deines Geistes wissen, und du wirst dich dafür entscheiden, gemeinsam mit Gott, nicht von ihr getrennt, schöpferisch zu sein.
Paul Ferrini
10 April 2010
Immer gewusst
Im tiefsten Zentrum Ihres eigenen reinen Bewusstseins haben Sie immer gewusst, dass Sie niemals wirklich sterben werden (weil das Selbst zeitlos ist), und Sie wissen bereits, dass Sie schon immer hier gewesen sind (weil das Selbst allgegenwärtig ist). Sie haben das alles in den Tiefen Ihres Geistes bereits gewusst. Sie sind sich vollständig bewusst, dass Sie Zeuge dieses Augenblicks sind. Sie wissen, dass Sie das Absolute sind; Sie wissen, dass Sie Gott sind; Sie wissen, dass Sie Göttin sind; Sie wissen, dass Sie GEIST sind, und Sie wissen, dass jedes empfindungsfähige Wesen im gesamten KOSMOS diese einfache Feststellung machen kann: Wann immer ich rein-es Selbst bin, bin Ich-Ich Gott. Ich habe das immer gewusst. Sie haben das immer gewusst. Und Sie haben es immer gewusst, weil das Selbst allgegenwärtig ist.
Ken Wilber (*1949)
Ken Wilber (*1949)
09 April 2010
Religion der Zukunft
Die alten Upanishaden enthalten erhabene Dichtungen, ihre Verfasser waren Dichter. Plato sagt, die Eingebung komme zu den Menschen durch Dichtung. Es hat den Anschein, als ob diese ehrwürdigen Rishis, jene Seher der Wahrheit über die Menschheit emporgehoben wurden, um jene Wahrheiten in poetischer Form zu verkünden. Sie predigten nicht, sie philosophierten nicht, sie schrieben nicht. Aus ihrem Herzen kam Musik. Buddha verkörperte das grelle, allumfassende Herz und die grenzenlose Geduld, die Religion im täglichen Leben anwendbar machte und sie zu jedermanns Tür brachte. Shankara stellte jene gewaltige intellektuelle Macht dar, die alles mit dem sengenden Lichte der Vernunft beschien. Was wir heute brauchen, ist die helle Sonne dieser Intelligenz, verbunden mit dem Herzen Buddhas, dem wundervollen Herzen, erfüllt von unendlicher Liebe und Barmherzigkeit. Eine solche Verbindung würde die erhabenste Philosophie hervorbringen, in der sich Wissenschaft und Religion begegnen und die Hände reichen, und Dichtung und Philosophie zu Freunden werden. Dies wird die Religion der Zukunft sein, und wenn wir sie errichten können, wird sie dauern für alle Zeiten und für alle Völker. Kein anderer Weg ist für die moderne Wissenschaft gangbar, und sie hat ihn schon beinahe betreten.
Swami Vivekananda (1863 - 1902)
Swami Vivekananda (1863 - 1902)
08 April 2010
Über Gott nachdenken
Du kannst nicht über Gott nachdenken,
weil Er es ist, der denkt.
Ken Wilber (*1949)
weil Er es ist, der denkt.
Ken Wilber (*1949)
07 April 2010
Das Göttliche wächst
Wie man sich des niederen Selbstes entledigt: Die Blüte vergeht von selbst, wenn die Frucht wächst; so wird auch dein niederes Selbst vergehen, wenn das Göttliche in dir wächst.
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
06 April 2010
Jetzige Gedanken
Du brauchst
keine neuen Zustand
anzustreben
oder
zu erreichen.
Sieh zu,
dass du deine
jetzigen Gedanken
los wirst.
Das ist alles.
Ramana Maharshi (1879-1950)
keine neuen Zustand
anzustreben
oder
zu erreichen.
Sieh zu,
dass du deine
jetzigen Gedanken
los wirst.
Das ist alles.
Ramana Maharshi (1879-1950)
05 April 2010
Gott Gott sein lassen
Gott erwartet
nur eines von euch,
nämlich,
dass ihr aus euch heraustretet,
insofern ihr geschaffenes Sein seid,
und Gott in euch Gott sein lasst.
Meister Eckhart (1260 - 1327)
nur eines von euch,
nämlich,
dass ihr aus euch heraustretet,
insofern ihr geschaffenes Sein seid,
und Gott in euch Gott sein lasst.
Meister Eckhart (1260 - 1327)
04 April 2010
Ich bin da
Jesus sprach:
Ich bin das Licht,
das über allen ist.
Ich bin das All.
Das All ist aus mir hervorgegangen
und das All ist zu mir zurückgelangt.
Spaltet ein Stück Holz,
und ich bin da.
Hebt einen Stein,
und ihr findet mich dort.
Jesus Christus (ca. 4 v.-29 n. Chr.)
Ich bin das Licht,
das über allen ist.
Ich bin das All.
Das All ist aus mir hervorgegangen
und das All ist zu mir zurückgelangt.
Spaltet ein Stück Holz,
und ich bin da.
Hebt einen Stein,
und ihr findet mich dort.
Jesus Christus (ca. 4 v.-29 n. Chr.)
03 April 2010
Raum und Zeit
Die Seele weiß alles. Nichts Neues kann sie überraschen. Nichts ist größer als sie. Lass andere furchtsam sein, die Seele aber fürchtet nichts. Sie lebt ihren eigenen Gesetzen zufolge. Sie ist größer als der Raum und älter als die Zeit.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882)
Ralph Waldo Emerson (1803-1882)
02 April 2010
Wahrheit
Ihr werdet die Wahrheit erkennen,
und die Wahrheit wird euch frei machen.
Jesus Christus (ca. 4 v.-29)
und die Wahrheit wird euch frei machen.
Jesus Christus (ca. 4 v.-29)
01 April 2010
Du bist unbegrenztes Sein
Je genauer du verstehst, dass du auf der Ebene des Verstandes nur in negativen Begriffen beschrieben werden kannst, um so rascher wirst du zum Ende deiner Suche kommen und erkennen, dass du das unbegrenzte Sein bist.
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
31 März 2010
Hilf jedem
Störe niemand in seinem Glauben, auch nicht jene, die aus Unwissenheit primitiven Anbetungsformen huldigen." Störe niemand, sondern hilf jedem höher und höher zu klimmen.
Swami Vivekananda (1863 - 1902)
Swami Vivekananda (1863 - 1902)
30 März 2010
Was du (nicht) bist
Um zu wissen, wer du bist, musst du zunächst untersuchen und kennen, was du nicht bist. Entdecke alles, was du nicht bist: Körper, Gefühle, Gedanken, Zeit, Raum, dies und das. Nichts, was du konkret oder abstrakt wahrnimmst, kannst du sein. Eben dieser Vorgang der Wahrnehmung zeigt, dass du nicht bist, was du wahrnimmst.
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
29 März 2010
Herz und Verstand
In einer Epoche der Menschheitsgeschichte, die eine Höhe intellektueller Entwicklung erklommen hat, wie man sie vor hundert Jahren nicht erträumen konnte, und die einen wissenschaftlichen Fortschritt gebracht hat, der vor fünfzig Jahren für unmöglich gehalten wurde, kann man die Herzen der Welt nicht in enge Schranken bannen. Wenn man versucht, die Menschen in enge Grenzen zu verweisen, erniedrigt man sie zu Tieren und gedankenlosen Massen und tötet ihr sittliches Leben. Was wir heute brauchen, ist das edelste Herz in Verbindung mit dem höchsten Verstand, die grenzenlose Liebe in Verbindung mit unendlicher Weisheit. Sein ohne Wissen und Liebe gibt es nicht; Wissen ohne Liebe, und Liebe ohne Wissen gibt es nicht. Unser Ziel ist die Harmonie von ewigem Sein, unendlichem Wissen und ewiger Glückseligkeit. Wir wollen Harmonie und nicht einseitige Entwicklung, den Verstand eines Shankara mit dem Herzen eines Buddha. Wollen wir uns alle bestreben, diese begnadete Verbindung zu verwirklichen.
Swami Vivekananda (1863 - 1902)
Swami Vivekananda (1863 - 1902)
28 März 2010
Menschlich
Unser Hauptziel ist der universelle Frieden. Wie können wir ihn erreichen? Wir können ihn erreichen, indem wir alle Unmenschlichkeit zwischen uns ausrotten. Es darf nur eine Rasse und nur eine Gesellschaft geben. Werdet menschlich!
Babaji (1970?-1984)
Babaji (1970?-1984)
27 März 2010
Formen
Formen erscheinen dann,
wenn Bedingungen zur Formgebung entstehen,
etwa so, wie der Mond sich spiegelt,
wenn Wasser da ist, das ihn reflektiert.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
wenn Bedingungen zur Formgebung entstehen,
etwa so, wie der Mond sich spiegelt,
wenn Wasser da ist, das ihn reflektiert.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
26 März 2010
Abwesenheit
Ein buddhistisches Koan sagt: "Der Meister hält den Kopf des Schülers unter Wasser, lange, sehr lange; allmählich werden die aufsteigenden Wasserblasen seltener; im letzten Augenblick zieht der Meister den Schüler heraus und läßt ihn wieder zu Atem kommen: wenn du so sehr nach der Wahrheit verlangt hast wie nach der Luft, wirst du wissen, was sie ist."
Die Abwesenheit des Anderen drückt mir den Kopf unter Wasser; allmählich ersticke ich, meine Atemluft wird knapper: durch eben diese Asphyxie rekonstituiere ich meine Wahrheit, bereite ich in mir den "Unheilbar"-Liebenden vor.
Roland Barthes (1915 - 1980)
Die Abwesenheit des Anderen drückt mir den Kopf unter Wasser; allmählich ersticke ich, meine Atemluft wird knapper: durch eben diese Asphyxie rekonstituiere ich meine Wahrheit, bereite ich in mir den "Unheilbar"-Liebenden vor.
Roland Barthes (1915 - 1980)
25 März 2010
Weite der See
Ein Tropfen, der aus einer Regenwolke fiel,
Erschrak vor der Weite der See:
Wer bin ich in der Unermesslichkeit des Ozeans?
Wenn ER ist, dann bin ich in Wahrheit nicht!
Während er sich mit den Augen der Verachtung betrachtete,
Nährte ihn eine Muschel in ihrem Schoß.
Der Himmel lenkte die Geschicke so,
Dass eine berühmte, eine königliche Perle heranwuchs:
Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor
Und klopfte an die Tür des Nichts:
Bis das Sein heraustrat.
Idries Shah (*1924-1996)
Erschrak vor der Weite der See:
Wer bin ich in der Unermesslichkeit des Ozeans?
Wenn ER ist, dann bin ich in Wahrheit nicht!
Während er sich mit den Augen der Verachtung betrachtete,
Nährte ihn eine Muschel in ihrem Schoß.
Der Himmel lenkte die Geschicke so,
Dass eine berühmte, eine königliche Perle heranwuchs:
Aus der Tiefe stieg er zur Höhe empor
Und klopfte an die Tür des Nichts:
Bis das Sein heraustrat.
Idries Shah (*1924-1996)
24 März 2010
Von Moment zu Moment
Es gibt niemanden auf der Welt, weder unter denjenigen, die wir als die Unterdrückten sehen, noch unter denjenigen, die wir für die Unterdrücker halten, der nicht alles hätte, was zum Erwachen nötig ist. Wir alle brauchen Unterstützung und Ermutigung, um uns bewusst zu werden, was wir denken, was wir sagen und was wir tun. Werden Sie sich Ihrer Meinungen bewusst. Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Meinungen gegenüber aggressiv reagieren, bemerken Sie es einfach. Wenn Sie Ihren Meinungen gegenüber nicht aggressiv sind, bemerken Sie auch das. Indem Sie ein Bewusstsein entwickeln, das sich nicht an richtig oder falsch klammert, finden sie einen neuen Seinszustand. Daraus entwickelt sich schließlich das endgültige Aufhören des Leidens. Zu guter Letzt, wenn Sie nicht mehr an sich verzweifeln. Tun Sie von ganzem Herzen alles, um Ihre klarsichtige Intelligenz zu wecken, aber tun Sie es immer nur von Tag zu Tag, von Moment zu Moment.
Pema Chödrön (*1936)
Pema Chödrön (*1936)
23 März 2010
Das Selbst finden
Stellt euch vor, ihr spielt in einem Theaterstück und ihr spielt eine Rolle und seid euch die ganze Zeit bewusst, dass ihr eine Rolle spielt. Ihr seid nicht wirklich diese Person. Es ist nur eine Rolle, die ihr spielt. Genauso spielt ihr jetzt eine Rolle, nur habt ihr vergessen, dass ihr eine Rolle spielt. Ihr denkt, euer Körper, so wie er jetzt aussieht, wie er erscheint, was er macht, sei real, und ihr steckt all eure Energie in das Spiel, diese Rolle zu spielen. Das ist tatsächlich vergeudete Energie. Wenn ihr nur eure Energie daran setzen würdet, das Selbst zu finden, das ihr in Wirklichkeit nie verloren habt.
Robert Adams (1928-1997)
Robert Adams (1928-1997)
22 März 2010
21 März 2010
An der Stille teilhaben
Selbst die Buddhas und Patriarchen sind nur wie Wegweiser auf dem Weg der Erkenntnis.
Da gibt es welche unter euch, die sich einen Satz aus den Lehrreden herauspicken, der euch halb verständlich und halb unverständlich ist. Damit schafft ihr Verwirrung und versetzt Himmel und Erde in Unruhe. Ihr rennt umher, befragt Gott und die Welt und verharrt so in geschäftiger Verblendung. Der echte Mensch des Weges, der echte Zen-Mensch blickt nicht nach rechts und links, verbringt seine Zeit nicht damit, um über Rechtschaffene und Gauner, dies und das, richtig und falsch, Form und Nicht-Form oder andere abstrakte Begriffe vergeblich zu diskutieren.
Kommt jemand mit einer Frage zu mir, dann durchschaue ich ihn gründlich, ganz gleich, ob er Mönch oder Laie ist. Welche Begriffe er mir auch immer anträgt, er lernt sie alle als leere Worte und Namen, als Vorstellungen und Gehirnfurze zu entlarven.
Die Absicht des tiefgründigen Lehrens aller Buddhas besteht darin, den in uns sichtbar werden zu lassen, der in der Lage ist, alle Lebensumstände zu beherrschen. Die Buddhanatur kann von sich selbst nicht sagen: ich bin die Buddhanatur. Es ist vielmehr der unabhängige Mensch des Weges, der in allen Lebensfragen von seiner Buddhanatur Gebrauch macht, indem er sie einfach walten lässt.
Fragt mich jemand, wo er wohl nach der Buddhanatur suchen solle, so begegne ich ihm mit meiner Buddha-Natur. Fragt mich jemand nach Bodhisattvas, so zeige ich ihm echtes Mitgefühl, die Eigenschaft jedes Bodhisattvas. Fragt mich jemand nach der Erleuchtung, dann antworte ich ihm durch Nicht-Antworten und zeige ihm somit Unaussprechlichkeit. Fragt mich schließlich jemand nach Nirvana, dann lasse ich ihn teilhaben an der Stille, der Funktion des Nirvana.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
Da gibt es welche unter euch, die sich einen Satz aus den Lehrreden herauspicken, der euch halb verständlich und halb unverständlich ist. Damit schafft ihr Verwirrung und versetzt Himmel und Erde in Unruhe. Ihr rennt umher, befragt Gott und die Welt und verharrt so in geschäftiger Verblendung. Der echte Mensch des Weges, der echte Zen-Mensch blickt nicht nach rechts und links, verbringt seine Zeit nicht damit, um über Rechtschaffene und Gauner, dies und das, richtig und falsch, Form und Nicht-Form oder andere abstrakte Begriffe vergeblich zu diskutieren.
Kommt jemand mit einer Frage zu mir, dann durchschaue ich ihn gründlich, ganz gleich, ob er Mönch oder Laie ist. Welche Begriffe er mir auch immer anträgt, er lernt sie alle als leere Worte und Namen, als Vorstellungen und Gehirnfurze zu entlarven.
Die Absicht des tiefgründigen Lehrens aller Buddhas besteht darin, den in uns sichtbar werden zu lassen, der in der Lage ist, alle Lebensumstände zu beherrschen. Die Buddhanatur kann von sich selbst nicht sagen: ich bin die Buddhanatur. Es ist vielmehr der unabhängige Mensch des Weges, der in allen Lebensfragen von seiner Buddhanatur Gebrauch macht, indem er sie einfach walten lässt.
Fragt mich jemand, wo er wohl nach der Buddhanatur suchen solle, so begegne ich ihm mit meiner Buddha-Natur. Fragt mich jemand nach Bodhisattvas, so zeige ich ihm echtes Mitgefühl, die Eigenschaft jedes Bodhisattvas. Fragt mich jemand nach der Erleuchtung, dann antworte ich ihm durch Nicht-Antworten und zeige ihm somit Unaussprechlichkeit. Fragt mich schließlich jemand nach Nirvana, dann lasse ich ihn teilhaben an der Stille, der Funktion des Nirvana.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
20 März 2010
Sich selbst lieben
Wenn du unfähig bist, dich selbst zu lieben, wirst du nie in der Lage sein, irgendwen zu lieben. Das ist eine absolute Wahrheit, die keine Ausnahmen hat. Du kannst andere nur lieben, wenn du dich selbst lieben kannst.
Aber die Gesellschaft verurteilt Eigenliebe. Sie sagt, das sei egoistisch, sie sagt, das sei narzisstisch. Ja, Eigenliebe kann narzisstisch werden, aber sie ist es nicht notwendigerweise. Sie kann narzisstisch werden, wenn sie nie über sich selbst hinausgeht, sie kann eine Art Egoismus werden, wenn sie auf dich selbst beschränkt bleibt. Im übrigen aber ist Eigenliebe der Beginn jeder anderen Liebe.
Ein Mensch, der sich selbst liebt, beginnt früher oder später, vor Liebe überzufließen.
Osho (1931-1990)
Aber die Gesellschaft verurteilt Eigenliebe. Sie sagt, das sei egoistisch, sie sagt, das sei narzisstisch. Ja, Eigenliebe kann narzisstisch werden, aber sie ist es nicht notwendigerweise. Sie kann narzisstisch werden, wenn sie nie über sich selbst hinausgeht, sie kann eine Art Egoismus werden, wenn sie auf dich selbst beschränkt bleibt. Im übrigen aber ist Eigenliebe der Beginn jeder anderen Liebe.
Ein Mensch, der sich selbst liebt, beginnt früher oder später, vor Liebe überzufließen.
Osho (1931-1990)
19 März 2010
Einsamkeit vs. All-Einheit
Eines Tages muss man sich mit seiner Einsamkeit anfreunden. Wenn du ihr einmal in die Augen geschaut hast, verändert die Einsamkeit ihre Farbe, ihre Qualität; sie schmeckt dann völlig anders. Sie wird zur All-Einheit. Dann ist sie nicht mehr Isolation; sie ist All-eins-sein mit dir selbst.
Isolation birgt Unglück; All-Einheit weitet sich zu Glückseligkeit aus.
Osho (1931-1990)
Isolation birgt Unglück; All-Einheit weitet sich zu Glückseligkeit aus.
Osho (1931-1990)
18 März 2010
Immer nur das Ganze
"Gott" oder das "reine Bewusstsein" verliert sich, "vergisst sich" vorübergehend und steigt in immer tiefere Ebenen des Bewusstseins - also vom Überbewusstsein zum Bewusstsein hin zum Unbewusstsein. Dabei "vergisst" jede Ebene, wo sie vorher war. Jede Ebene ist Stufe einer "Entfremdung" von der Gottheit, vom Ganzen. Und natürlich ist dieser stufenweise Abfall vom Ganzen eine Illusion, ein "Spiel der Täuschung", weil jeder Schritt nichts als eben ein "Spiel des Ganzen" ist, welches keine Zeit kennt.
Die Wirklichkeit aller Erscheinungsformen ist immer nur das Ganze. Das Ganze, das Göttliche ist nie wirklich "verloren", sondern nur "vergessen".... Das "Spiel" geht in eine neue Runde, wenn die Involution abgeschlossen, das "Nichts" wiederhergestellt ist. Dann beginnt wieder neue Evolution.
Henning von der Osten ( 1926 - 2008)
Die Wirklichkeit aller Erscheinungsformen ist immer nur das Ganze. Das Ganze, das Göttliche ist nie wirklich "verloren", sondern nur "vergessen".... Das "Spiel" geht in eine neue Runde, wenn die Involution abgeschlossen, das "Nichts" wiederhergestellt ist. Dann beginnt wieder neue Evolution.
Henning von der Osten ( 1926 - 2008)
17 März 2010
Nacht der Mystik: 19. März
Seit es Menschen gibt, die sich und ihr Dasein reflektieren können, suchen sie nach einer Wirklichkeit hinter der sichtbaren Realität. Auch heute fragen sich viele: „Was trägt die Welt im Innersten?“ und „Wie kann ich – jenseits unseres zweckrational organisierten Alltags – zu tieferer Erkenntnis kommen?“
Um Antworten auf diese Fragen nach dem Grund des Lebens zu finden, gehen Menschen in unterschiedlichen Kulturen und Religionen ganz verschiedene Wege: Meditation, Kontemplation und Askese gehören zum festen Bestand bei der Sinnsuche. Innenschau und die Reduzierung auf das Wesentliche sollen dabei helfen, zum Eigentlichen zu kommen.
So unterschiedlich die Wege sind, so sehr ähneln sich die Aussagen von Menschen, die „Gott geschaut“ oder „Erleuchtung“ erlangt haben. Ob es Heilige waren, die die unmittelbare Begegnung mit Gott suchten, oder Weise und Meister, die das „Große Eine“ erfuhren, so beschreiben sie doch alle, dass ihre mystische Erfahrung etwas „Unsagbares“ hatte. Und so legen sie in oft poetischer Sprache und anhand von Bildern, in denen sich Gegensätze zu einem Einssein auflösen, Zeugnis davon ab, dass sie einem Geheimnis begegneten, das sich mit Worten letztlich nicht beschreiben lässt.
Die Annäherung an dieses Geheimnis steht im Mittelpunkt der „Nacht der Mystik“. Über Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Tanz, über bildende Kunst und Film, über Texte und in Stille werden die Besucherinnen und Besucher in eine meditative Atmosphäre eintauchen. Texte und heilige Schriften aus unterschiedlichen Religionen wie Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Zen-Buddhismus leiten als roter Faden durch das vierstündige Programm. Immer geht es um Erfahrung – im Sinne des berühmten Satzes von Karl Rahner „Der Fromme von Morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.“
Die „Nacht der Mystik“ ist eine ökumenische Veranstaltung der katholischen Kirchengemeine Johannes XXIII. und der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Neue Stadt. Sie will – auch im Sinne einer interreligiösen Begegnung – Christen wie Nicht-Christen ansprechen.
Text der Einladung für die "Nacht der Mystik". Mehr Informationen hier:
http://www.nachtdermystik.de/index.html
Um Antworten auf diese Fragen nach dem Grund des Lebens zu finden, gehen Menschen in unterschiedlichen Kulturen und Religionen ganz verschiedene Wege: Meditation, Kontemplation und Askese gehören zum festen Bestand bei der Sinnsuche. Innenschau und die Reduzierung auf das Wesentliche sollen dabei helfen, zum Eigentlichen zu kommen.
So unterschiedlich die Wege sind, so sehr ähneln sich die Aussagen von Menschen, die „Gott geschaut“ oder „Erleuchtung“ erlangt haben. Ob es Heilige waren, die die unmittelbare Begegnung mit Gott suchten, oder Weise und Meister, die das „Große Eine“ erfuhren, so beschreiben sie doch alle, dass ihre mystische Erfahrung etwas „Unsagbares“ hatte. Und so legen sie in oft poetischer Sprache und anhand von Bildern, in denen sich Gegensätze zu einem Einssein auflösen, Zeugnis davon ab, dass sie einem Geheimnis begegneten, das sich mit Worten letztlich nicht beschreiben lässt.
Die Annäherung an dieses Geheimnis steht im Mittelpunkt der „Nacht der Mystik“. Über Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Tanz, über bildende Kunst und Film, über Texte und in Stille werden die Besucherinnen und Besucher in eine meditative Atmosphäre eintauchen. Texte und heilige Schriften aus unterschiedlichen Religionen wie Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Zen-Buddhismus leiten als roter Faden durch das vierstündige Programm. Immer geht es um Erfahrung – im Sinne des berühmten Satzes von Karl Rahner „Der Fromme von Morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.“
Die „Nacht der Mystik“ ist eine ökumenische Veranstaltung der katholischen Kirchengemeine Johannes XXIII. und der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Neue Stadt. Sie will – auch im Sinne einer interreligiösen Begegnung – Christen wie Nicht-Christen ansprechen.
Text der Einladung für die "Nacht der Mystik". Mehr Informationen hier:
http://www.nachtdermystik.de/index.html
Findet ihn
Verhaltensweisen sind Festlegungen,
Differenzierungen in zehntausendfacher Weise.
Aber da gibt es jemand,
der immer gleich bleibt, der unveränderbar ist.
Findet ihn.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
Differenzierungen in zehntausendfacher Weise.
Aber da gibt es jemand,
der immer gleich bleibt, der unveränderbar ist.
Findet ihn.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
16 März 2010
Sein und Denken
Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken machen wir die Welt.
Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)
Alles, was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken machen wir die Welt.
Gautama Buddha (ca. 563-483 v. u.Z.)
15 März 2010
Erkannter und Erkenntnis
Der Schöpfer im Menschen ist das eigene Selbst, dessen letzte, von seinem eigenen Mittelpunkt entfernteste Manifestation das kleine "Ich", das persönliche "Ichbewusstsein" ist. Das persönliche "Ich" in ihm ist das durch die Materie - im Körper - widergespiegelte Bild Gottes. Wenn der Mensch also aus dem Fernsein in die Identität mit Gott zurückgelangen will, muss er mit seinem Bewusstsein denselben Weg einschlagen: er muss sein Bewusstsein, von seinem persönlichen "Ich" ausgehend, immer tiefer und tiefer in sich zurückziehen, und sich zu seinem wahren Selbst, zu seinem Schöpfer, hinwenden, bis er sich in Ihm bewusst erkennt. Das bedeutet aber, dass in diesem Zustand nicht das Geschöpf - die Person - sich selbst erkennt, da es keine wahre Existenz hat und als Scheinwesen kein rückwirkendes Bewusstsein, keine Selbsterkenntnis haben kann, sondern der Schöpfer erkennt sich selbst im Geschöpf, in der Person. Dies ist die einzige Möglichkeit, in welcher das Getrenntsein aufhört, in welcher das Bewusstsein sich im Einheitszustand befindet, wenn das "Sich-selbst-Denken" aufhört und zum "Sich-selbst-Sein" - zur "Selbsterkenntnis" - wird. In diesem Zustand sind der Erkenner, das Erkannte und die Erkenntnis ein und dasselbe Subjekt: das Selbst - der Schöpfer - erkennt sich selbst in sich!
Elisabeth Haich (1897-1994)
Elisabeth Haich (1897-1994)
14 März 2010
Mitgefühl für andere
Wenn wir Mitgefühl haben für andere, dann vergessen wir uns selbst. Wenn wir uns selbst vergessen, können wir unmöglich ein Problem haben.
An andere zu denken ist der direkteste und einfachste Weg, die eigenen Probleme loszuwerden.
In dem Moment, wo man an sich selbst denkt, gibt es unzählige Möglichkeiten, alte Probleme wieder hervorzuholen und neue zu schaffen.
Ayya Khema (1923 - 1997)
An andere zu denken ist der direkteste und einfachste Weg, die eigenen Probleme loszuwerden.
In dem Moment, wo man an sich selbst denkt, gibt es unzählige Möglichkeiten, alte Probleme wieder hervorzuholen und neue zu schaffen.
Ayya Khema (1923 - 1997)
13 März 2010
Einziges Wort
Solange du dir Vorstellungen nicht bewusst machst, wirst du Erleuchtung nicht verwirklichen, selbst wenn du dich ein ganzes Weltzeitalter mit der Lehre beschäftigst und alle Lehrreden und Meditationsanweisungen kennst.
Bist du dir aber deiner Gedanken und Vorstellungen bewusst, dann kann es sein, dass dich ein einziger Ausspruch, vielleicht sogar nur ein einziges Wort, unmittelbar zum Erwachen bringt.
Bardo Thödol
Bist du dir aber deiner Gedanken und Vorstellungen bewusst, dann kann es sein, dass dich ein einziger Ausspruch, vielleicht sogar nur ein einziges Wort, unmittelbar zum Erwachen bringt.
Bardo Thödol
12 März 2010
Erscheinungsformen
Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt. Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten sind in dir vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.
Khalil Gibran (1883-1931)
Khalil Gibran (1883-1931)
11 März 2010
Sich selbst Licht werden
Alles, was gebraucht wird, ist schon im menschlichen Bewusstsein verborgen. Der Mensch muss nicht in den Himmel schauen, sondern in sich selber. Er braucht nicht von irgendwoher um Gnade bitten, sondern er muss sich selbst ein Licht werden.
Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)
Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)
10 März 2010
09 März 2010
Träumen trauen
Trauet euren Träumen,
denn das Tor der Ewigkeit ist darin verborgen.
Khalil Gibran (1883-1931)
denn das Tor der Ewigkeit ist darin verborgen.
Khalil Gibran (1883-1931)
08 März 2010
In früheren Zeiten...
In früheren Zeiten vermochten die Menschen das ganze Leben mit geistlichen Übungen und der genauen Befolgung aller in den Heiligen Schriften verordneten Riten zu verbringen ...
Wer in unserer Zeit die vom Irrtum geschmiedeten Fesseln abstreifen will, soll unaufhörlich den heiligen Namen Gottes wiederholen und gleichzeitig seine Gedanken auf Gott richten. Wer den inbrünstigen Glauben an die Macht des heiligen Gottesnamens in seinem Herzen trägt, und diesen Namen Tag und Nacht wiederholt, bedarf keiner geistlichen Übungen mehr.
Ramakrishna (1836-1886)
Wer in unserer Zeit die vom Irrtum geschmiedeten Fesseln abstreifen will, soll unaufhörlich den heiligen Namen Gottes wiederholen und gleichzeitig seine Gedanken auf Gott richten. Wer den inbrünstigen Glauben an die Macht des heiligen Gottesnamens in seinem Herzen trägt, und diesen Namen Tag und Nacht wiederholt, bedarf keiner geistlichen Übungen mehr.
Ramakrishna (1836-1886)
06 März 2010
Das Ganze
Gott lässt sich nicht von der Evolution trennen. Gott ist Kommen und Gehen. Gott ist Geborenwerden und Sterben. Er ist der Tänzer, der die Evolution tanzt. Ein Tänzer ohne Tanz macht keinen Sinn - und einen Tanz ohne Tänzer kann man ebenso wenig denken. Auf diese Weise gehören Gott und Evolution zusammen. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Oder nehmen wir das Beispiel einer Symphonie: Der Kosmos ist die Symphonie, und das, was wir "Gott" nennen, erklingt als diese Symphonie. Jeder Ort, jeder Augenblick, jedes Wesen ist eine ganz bestimmte Note, die je für sich unverzichtbar für das Ganze ist, auch wenn sie im nächsten Augenblick durch eine andere Note abgelöst wird. Alle Noten machen das Ganze aus, alle Noten sind das Ganze - und das, was die Ganzheit des Ganzen ausmacht, ist Gott, der als dieses Ganze erklingt.
Willigis Jäger (* 1925)
Willigis Jäger (* 1925)
05 März 2010
Buddha-Weg
Den Buddha-Weg erfahren bedeutet, sich selbst erfahren. Sich selbst erfahren heißt sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen heißt, sich selbst wahrnehmen - in allen Dingen. Dies erkennen bedeutet, dass das Unterscheiden aufhört: von Leib und Geist, von mir selbst und von den andern. So verschwinden die Spuren der Erleuchtung, und zugleich ist sie da, jederzeit und überall, ohne dass wir daran denken.
Dogen (1199-1253)
Dogen (1199-1253)
04 März 2010
Bist und hast alles
Dies zu sein oder das,
bedeutet nicht alles zu sein.
Denn solange ich dies und das bin
oder dies und das habe,
so bin ich nicht alles
noch habe ich alles.
Scheide ab,
dass du weder dies noch das bist,
oder dies und das hast,
so bist du alles
und hast alles.
Meister Eckhart (1260 - 1327)
bedeutet nicht alles zu sein.
Denn solange ich dies und das bin
oder dies und das habe,
so bin ich nicht alles
noch habe ich alles.
Scheide ab,
dass du weder dies noch das bist,
oder dies und das hast,
so bist du alles
und hast alles.
Meister Eckhart (1260 - 1327)
03 März 2010
Gelassenheit
Gelassenheit fängt Gott:
Gott aber selbst zu lassen,
Ist ein Gelassenheit,
die wenig Menschen fassen.
Angelus Silesius (1624 - 1677)
Gott aber selbst zu lassen,
Ist ein Gelassenheit,
die wenig Menschen fassen.
Angelus Silesius (1624 - 1677)
02 März 2010
Gefängniswärter Unwissenheit
Die Erleuchtung fühlte sich für Gautama Buddha an, als sei ein Gefängnis, das ihn Tausende von Lebzeiten umschlossen hatte, nun aufgebrochen. Unwissenheit war der Wärter dieses Gefängnisses gewesen. Unwissenheit hatte seinen Geist verdunkelt, so wie die stürmischen Wolken den Mond und die Sterne verbargen. Von endlosen Wogen täuschender Gedanken getrübt, hatte der Geist die Wirklichkeit in Subjekt und Objekt geteilt, in Selbst und Andere, Sein und Nicht-Sein. Und aus diesen Unterscheidungen entstanden die falschen Sichtweisen - die Gefängnisse von Empfindung, Begierde, Ergreifen und Werden.
Das Erleiden von Geburt, Alter, Krankheit und Tod machte die Gefängnismauern nur noch dicker. Es gab nur eins zu tun: den Gefängniswärter zu ergreifen und sein wahres Gesicht zu schauen. Der Gefängniswärter war die Unwissenheit. Und das Mittel, die Unwissenheit zu überwinden, war der Edle Achtfache Pfad. War der Gefängniswärter erst fort, dann würde auch das Gefängnis verschwinden und niemals wieder aufgebaut werden.
Thich Nhat Hanh (* 1926)
Das Erleiden von Geburt, Alter, Krankheit und Tod machte die Gefängnismauern nur noch dicker. Es gab nur eins zu tun: den Gefängniswärter zu ergreifen und sein wahres Gesicht zu schauen. Der Gefängniswärter war die Unwissenheit. Und das Mittel, die Unwissenheit zu überwinden, war der Edle Achtfache Pfad. War der Gefängniswärter erst fort, dann würde auch das Gefängnis verschwinden und niemals wieder aufgebaut werden.
Thich Nhat Hanh (* 1926)
01 März 2010
Nur für heute...
1. Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
2. Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen: vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemand kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern – nur mich selbst.
3. Nur für heute werde ich in der Gewißheit glücklich sein, daß ich für das Glück geschaffen bin - nicht für die anderen, sondern auch für diese Welt.
4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, daß die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.
5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.
6. Nur für heute werde ich eine gute Tat verbringen, und ich werde es niemandem erzählen.
7. Nur für heute werde ich etwas tun, für das ich keine Lust habe zu tun: sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, daß es niemand merkt.
8. Nur für heute werde ich fest glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, daß die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.
9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist – und ich werde an die Güte glauben.
10. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen – und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: der Hetze und der Unentschlossenheit.
Die so genannten "Zehn Gebote der Gelassenheit", die Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli, 1881 - 1963) zugeschrieben werden.
2. Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen: vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemand kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern – nur mich selbst.
3. Nur für heute werde ich in der Gewißheit glücklich sein, daß ich für das Glück geschaffen bin - nicht für die anderen, sondern auch für diese Welt.
4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, daß die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.
5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.
6. Nur für heute werde ich eine gute Tat verbringen, und ich werde es niemandem erzählen.
7. Nur für heute werde ich etwas tun, für das ich keine Lust habe zu tun: sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, daß es niemand merkt.
8. Nur für heute werde ich fest glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, daß die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.
9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist – und ich werde an die Güte glauben.
10. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen – und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: der Hetze und der Unentschlossenheit.
Die so genannten "Zehn Gebote der Gelassenheit", die Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli, 1881 - 1963) zugeschrieben werden.
28 Februar 2010
Nachahmung der Lehre
Im Winter verlangst du nach Pelzkleidung,
aber wenn der Sommer kommt,
wird sie dir zur Last
und du legst sie achtlos beiseite.
So ist es mit der Nachahmung der Lehre.
Sie hält die Leute warm bis zu dem Tag,
an dem die Sonne sie wärmt.
Dschelal ed-Din Rumi, auch Dschelaluddin Rumi (1207-1273)
aber wenn der Sommer kommt,
wird sie dir zur Last
und du legst sie achtlos beiseite.
So ist es mit der Nachahmung der Lehre.
Sie hält die Leute warm bis zu dem Tag,
an dem die Sonne sie wärmt.
Dschelal ed-Din Rumi, auch Dschelaluddin Rumi (1207-1273)
27 Februar 2010
Weisheit und Liebe
Unser Leben ist ein dynamischer Prozess, in dem wir jeden Augenblick die Richtung des Energiestroms mitbestimmen. Je bewusster und wacher wir leben, desto mehr sind unsere Entscheidungen von Weisheit und Liebe getragen.
Willigis Jäger (* 1925)
Willigis Jäger (* 1925)
26 Februar 2010
Niemals
F: Was suchst Du?
A: Das Licht der Erleuchtung.
F: Wird es aus dem Osten kommen?
A: Nein.
F: So wird es aus dem Westen kommen?
A: Nein.
F: Wo wirst Du es also suchen?
A: In mir.
F: Wirst Du es finden?
A: Niemals.
Eintrag in einem Buch über Zen
A: Das Licht der Erleuchtung.
F: Wird es aus dem Osten kommen?
A: Nein.
F: So wird es aus dem Westen kommen?
A: Nein.
F: Wo wirst Du es also suchen?
A: In mir.
F: Wirst Du es finden?
A: Niemals.
Eintrag in einem Buch über Zen
25 Februar 2010
Tor der Ewigkeit
Trauet
euren Träumen,
denn das
Tor der Ewigkeit
ist
darin
verborgen.
Khalil Gibran (1883-1931)
euren Träumen,
denn das
Tor der Ewigkeit
ist
darin
verborgen.
Khalil Gibran (1883-1931)
24 Februar 2010
Die Wahrheit wollen
Wahrheit zu hören oder zu lesen oder im Zusammensein mit einem erwachten Wesen zu erleben ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Es bleibt Stückwerk, allein schon deshalb, weil Wahrheit in Wirklichkeit nicht sprechbar, nicht denkbar, nicht ausdrückbar, nicht vermittelbar ist. Niemand kann sie dir schenken oder geben. Alles kann nur auf sie hinweisen, hindeuten. Du musst sie wollen, mehr als alles andere, mehr als Glück.
Pyar Rauch (*1960)
Pyar Rauch (*1960)
23 Februar 2010
Die Bilder sind die Welt
Alles beginnt, eine Projektion vor dir zu sein. Und da du zu entdecken anfängst, dass du Reines Bewusstsein bist, fängt die Welt gleichfalls an, Reines Bewusstsein zu werden. Es ist wie ins Kino gehen, die Leinwand ist Reines Bewusstsein, die Bilder sind die Welt. Vor deinem Erwachen hast du dich mit den Bildern identifiziert und hattest keine Ahnung, das da eine Leinwand ist. Natürlich weißt du es irgendwo in deinem Verstand. Du hast ein vages Bild von der Leinwand, aber du erinnerst dich nicht daran, weil die Bilder so unterhaltsam sind. Du siehst einen Liebesfilm oder einen Kriegsfilm oder diese oder jene Art von Film und du lässt dich total in die Objekte verwickeln. Allerdings, wenn du versuchst, die Objekte auf der Leinwand anzufassen, wirst du nur die Leinwand in der Hand haben. Das ist es, was passiert, wenn du aufwachst. Du erkennst, dass du die Leinwand bist, du bist Bewusstsein. Und du erkennst, dass alles in der Welt, alles, das gesamte Universum mitsamt Gott, eine Erscheinung in dir ist. Es ist nicht die Realität. Es ist eine Überlagerung. Aber du identifizierst dich mit der Leinwand, die eigentlich Bewusstsein ist, und tolerierst die Überlagerung. Doch du weißt, das bist nicht du. Du hast nichts damit zu tun und du identifizierst dich nicht damit.
Robert Adams (1928-1997)
Robert Adams (1928-1997)
22 Februar 2010
Erkenntnis der Wahrheit
Tausche nicht die Wahrheit für eine irgendgeartete Erfahrung ein und lehne sie nicht wegen einer irgendgearteten Erfahrung ab! Gib dich nicht zufrieden mit einer Vorstellung von Wahrheit und Freiheit, gib dich nicht mit dem Land der Glückseligen zufrieden. Und gib dich auch nicht mit mentalem Verstehen zufrieden, denn was man intellektuell verstehen kann, kann zwar sehr weit gehen - es kann genau bis an die Grenze der Transzendenz führen, kann uns sogar an diese Grenze treiben, kann uns bis an den Rand des Erkennens von Unendlichkeit leiten, aber dann muss sich das mentale Denken selbst ad absurdum führen, es muss erkennen, dass die eigentliche Realisation über Logik hinausgeht. Nun muss der Verstand seine Unfähigkeit weiterzugeben einsehen und sich der Erkenntnis der Wahrheit, die weit hinausgeht über alles Denkbare, beugen, er muss demütig werden und kann dann wissend, dass er nichts weiß, wissend, dass er nicht verstehen kann, im Dienst der Wahrheit stehen.
Pyar Rauch (*1960)
Pyar Rauch (*1960)
21 Februar 2010
Das Gebet...
Das Gebet hat große Kraft,
das ein Mensch vollbringt mit aller seiner Macht:
Es machet ein bitteres Herz süß,
ein trauriges Herz froh,
ein armes Herz reich,
ein törichtes Herz weise,
ein zaghaftes Herz kühn,
ein kraftloses Herz stark,
ein blindes Herz sehend,
eine kalte Seele brennend
Mechthild von Magdeburg (ca. 1210-1299)
das ein Mensch vollbringt mit aller seiner Macht:
Es machet ein bitteres Herz süß,
ein trauriges Herz froh,
ein armes Herz reich,
ein törichtes Herz weise,
ein zaghaftes Herz kühn,
ein kraftloses Herz stark,
ein blindes Herz sehend,
eine kalte Seele brennend
Mechthild von Magdeburg (ca. 1210-1299)
20 Februar 2010
Über alles hinaus
Goltt ist namenlos. Von ihm kann niemand etwas sprechen noch verstehen. Wir können von Gott nur sprechen nach unserer Verständnisweise, und es ist ein Unterschied zwischen Gottes Sein und unserem Verstehen.
Von Gott kann man nicht einmal eigentlich sagen, dass er ist. Das kommt vom Überschwang seines lauteren Wesens. Und sage ich: Gott ist gut, so ist das nichts eigentlich; ich bin gut, Gott ist es nicht. Sage ich: Gut, besser, bestes - er ist über alles hinaus.
Meister Eckhart (1260-1327)
Von Gott kann man nicht einmal eigentlich sagen, dass er ist. Das kommt vom Überschwang seines lauteren Wesens. Und sage ich: Gott ist gut, so ist das nichts eigentlich; ich bin gut, Gott ist es nicht. Sage ich: Gut, besser, bestes - er ist über alles hinaus.
Meister Eckhart (1260-1327)
19 Februar 2010
Unsterblich
Brahman ist wirklich dieses unsterbliche Sein. Vorn ist Brahman, hinten ist Brahman, links und rechts. Es erstreckt sich nach oben und nach unten. Wahrhaftig, Brahman ist dieses Universum.
Upanishaden (800-600 v. u.Z.)
Upanishaden (800-600 v. u.Z.)
18 Februar 2010
Selig sind...
Selig sind, die da geistlich arm sind;
denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen;
denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen;
denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind;
denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen
um meinetwillen schmähen und verfolgen
und reden allerlei Übles gegen euch,
wenn sie damit lügen.
Jesus Christus (ca. 4 v.-29 n.u.Z.)
denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen;
denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen;
denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind;
denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen
um meinetwillen schmähen und verfolgen
und reden allerlei Übles gegen euch,
wenn sie damit lügen.
Jesus Christus (ca. 4 v.-29 n.u.Z.)
17 Februar 2010
Asche ist Asche...
Sobald Brennholz zu Asche verwandelt ist,
kann es nicht wieder Feuerholz werden;
aber wir sollten die Asche nicht
als den potentiellen Zustand
von Feuerholz ansehen
oder umgekehrt.
Asche ist ganz Asche,
und Feuerholz ist Feuerholz.
Sie haben ihre eigene
Vergangenheit, Zukunft und freies Dasein.
Dogen (1199-1253)
kann es nicht wieder Feuerholz werden;
aber wir sollten die Asche nicht
als den potentiellen Zustand
von Feuerholz ansehen
oder umgekehrt.
Asche ist ganz Asche,
und Feuerholz ist Feuerholz.
Sie haben ihre eigene
Vergangenheit, Zukunft und freies Dasein.
Dogen (1199-1253)
16 Februar 2010
Einheit ist, wenn...
Einheit ist, wenn sich der Mensch mit all seinen Kräften von innen gesammelt fühlt in der Einheit seines Herzens. Einheit bringt inneren Frieden und Ruhe des Herzens. Einheit des Herzens ist ein Band, das Leib und Seele, Herz und Sinn und alle äußeren und inneren Kräfte in der Einigung der Minne zusammenzieht und umschließt. Aus dieser Einheit des Herzens kommt die Innerlichkeit. Denn niemand kann innerlich sein, er sei denn einig gesammelt in sich.
Jan van Ruysbroek (1293 - 1381)
Jan van Ruysbroek (1293 - 1381)
14 Februar 2010
Alle Menschen
Alle Menschen sind im Grunde Buddhas, gleich wie Wasser und Eis: Es gibt kein Eis getrennt vom Wasser, gesondert von den Geschöpfen keine Buddhas. Nicht wissend wie nahe ihnen die Wahrheit, suchen die Geschöpfe sie in der Ferne - welch Jammer! Sie gleichen denen, die im Wasser nach Wasser schrei'n vor Durst.
Hakuin Zenji, auch Hakuin Ekaku (1686-1769)
Hakuin Zenji, auch Hakuin Ekaku (1686-1769)
13 Februar 2010
Alles in dir
Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt. Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten sind in dir vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet alle Gesetze des Lebens. In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.
Khalil Gibran (1883-1931)
Khalil Gibran (1883-1931)
12 Februar 2010
In uns selber
Wenn wir einen Menschen hassen,
so hassen wir in seinem Bild etwas,
was in uns selber sitzt.
Was nicht in uns selber ist,
das regt uns nicht auf.
Hermann Hesse (1877-1962)
so hassen wir in seinem Bild etwas,
was in uns selber sitzt.
Was nicht in uns selber ist,
das regt uns nicht auf.
Hermann Hesse (1877-1962)
11 Februar 2010
Die Furcht deiner Seele
Was du für hässlich hältst, ist es nicht das, was du niemals versucht hast zu erreichen und dessen Sinn zu verstehen du niemals wünschtest? Wenn es Hässliches gibt, so sind es die Schuppen auf unseren Augen und das Wachs, das unsere Ohren verstopft. Mein Freund, nenne nichts hässlich außer der Furcht deiner Seele angesichts ihrer eigenen Erinnerungen.
Khalil Gibran (1883-1931)
Khalil Gibran (1883-1931)
10 Februar 2010
Unveränderbar
Verhaltensweisen sind Festlegungen,
Differenzierungen in zehntausendfacher Weise.
Aber da gibt es jemand,
der immer gleich bleibt,
der unveränderbar ist.
Findet ihn.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
Differenzierungen in zehntausendfacher Weise.
Aber da gibt es jemand,
der immer gleich bleibt,
der unveränderbar ist.
Findet ihn.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
09 Februar 2010
08 Februar 2010
Er existiert
Du solltest gar nichts verändern. Du solltest still sein und schauen. Wenn du still wirst und schaust, dann wird, was du anschaust, dich anschauen. Wenn du die Welt anschaust, ohne sie zu interpretieren, ohne festzuhalten, wird die Welt sich dir offenbaren als das, was sie ist. Die Welt wird sich dir als nichts offenbaren, als ein Bild auf der Leinwand des Bewusstseins. Du wirst ohne irgendeinen Grund strahlend glücklich werden. Du wirst einen Frieden finden, von dem du dir nie hättest träumen lassen, dass er existiert.
Robert Adams (1928-1997)
Robert Adams (1928-1997)
07 Februar 2010
Stille und Lärm
Die Stille ist nicht
auf den Gipfeln der Berge,
der Lärm nicht
auf den Märkten der Städte,
beides ist in den Herzen der Menschen.
Aus Indien
auf den Gipfeln der Berge,
der Lärm nicht
auf den Märkten der Städte,
beides ist in den Herzen der Menschen.
Aus Indien
06 Februar 2010
Geistes-Haltung
Die größte Entscheidung Deines Lebens
liegt darin,
dass Du Dein Leben ändern kannst,
indem Du Deine Geisteshaltung änderst.
Albert Schweitzer (1875 – 1965)
liegt darin,
dass Du Dein Leben ändern kannst,
indem Du Deine Geisteshaltung änderst.
Albert Schweitzer (1875 – 1965)
05 Februar 2010
Gedanken loswerden
Du brauchst keinen neuen Zustand anzustreben oder zu erreichen. Sie zu, dass du deine jetzigen Gedanken los wirst. Das ist alles.
Ramana Maharshi (1879-1950)
Ramana Maharshi (1879-1950)
04 Februar 2010
Klarsichtige Intelligenz
Es gibt niemanden auf der Welt, weder unter denjenigen, die wir als die Unterdrückten sehen, noch unter denjenigen, die wir für die Unterdrücker halten, der nicht alles hätte, was zum Erwachen nötig ist. Wir alle brauchen Unterstützung und Ermutigung, um uns bewusst zu werden, was wir denken, was wir sagen und was wir tun. Werden Sie sich Ihrer Meinungen bewusst. Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Meinungen gegenüber aggressiv reagieren, bemerken Sie es einfach. Wenn Sie Ihren Meinungen gegenüber nicht aggressiv sind, bemerken Sie auch das. Indem Sie ein Bewusstsein entwickeln, das sich nicht an richtig oder falsch klammert, finden sie einen neuen Seinszustand. Daraus entwickelt sich schließlich das endgültige Aufhören des Leidens. Zu guter Letzt, wenn Sie nicht mehr an sich verzweifeln. Tun Sie von ganzem Herzen alles, um Ihre klarsichtige Intelligenz zu wecken, aber tun Sie es immer nur von Tag zu Tag, von Moment zu Moment.
Pema Chödrön (*1936)
Pema Chödrön (*1936)
03 Februar 2010
Hindernisse waren mein Leben
Lange hat es für mich so ausgesehen, als ob mein Leben gleich anfangen würde - mein wirkliches Leben. Aber immer war noch irgend etwas im Wege. Etwas, was ich erst noch kriegen müsste, eine Sache, die erst zuende gehen müsste, Zeit, die erst noch vergehen müsste, eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste. Aber dann würde mein Leben beginnen. Schließlich dämmerte mir, dass diese Hindernisse mein Leben waren.
Thomas Merton (1915–1968)
Thomas Merton (1915–1968)
02 Februar 2010
Unwirklich
Ich lache, wenn ich höre,
der Fisch dürstet im Wasser.
Du siehst nicht, dass Zuhause die Wirklichkeit ist,
und du wanderst von Wald zu Wald lustlos!
Hier ist die Wahrheit!
Gehe hin, wo immer du willst, nach Benares oder Mathura -
wenn du die eigene Seele nicht findest,
bleibt dir die Welt unwirklich.
Kabir (1440-1518)
der Fisch dürstet im Wasser.
Du siehst nicht, dass Zuhause die Wirklichkeit ist,
und du wanderst von Wald zu Wald lustlos!
Hier ist die Wahrheit!
Gehe hin, wo immer du willst, nach Benares oder Mathura -
wenn du die eigene Seele nicht findest,
bleibt dir die Welt unwirklich.
Kabir (1440-1518)
01 Februar 2010
Der Lehren berauben
Ich will dich nichts lehren, im Gegenteil, ich will dich der Lehren berauben. Ich sage dir keine Methode, sondern möchte dir alle Methoden nehmen. Ich entwerfe kein System, ich will dir auch alle Systeme wegnehmen. Bitte, bitte glaube mir nichts, denn auch Glauben will ich dir entreißen. Denn du musst am Ende selbst sehen, du musst selbst entdecken! Also, schau, schau selbst was übrig bleibt. Schau, was da ohne Lehre, ohne System, ohne Methode, ohne Zukunft, ohne Vergangenheit ist - schau, schau genau hin, genau jetzt!
Pyar Rauch (*1960)
Pyar Rauch (*1960)
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