Wenn wir einen Menschen hassen,
so hassen wir in seinem Bild etwas,
was in uns selber sitzt.
Was nicht in uns selber ist,
das regt uns nicht auf.
Hermann Hesse (1877-1962)
12 Februar 2010
11 Februar 2010
Die Furcht deiner Seele
Was du für hässlich hältst, ist es nicht das, was du niemals versucht hast zu erreichen und dessen Sinn zu verstehen du niemals wünschtest? Wenn es Hässliches gibt, so sind es die Schuppen auf unseren Augen und das Wachs, das unsere Ohren verstopft. Mein Freund, nenne nichts hässlich außer der Furcht deiner Seele angesichts ihrer eigenen Erinnerungen.
Khalil Gibran (1883-1931)
Khalil Gibran (1883-1931)
10 Februar 2010
Unveränderbar
Verhaltensweisen sind Festlegungen,
Differenzierungen in zehntausendfacher Weise.
Aber da gibt es jemand,
der immer gleich bleibt,
der unveränderbar ist.
Findet ihn.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
Differenzierungen in zehntausendfacher Weise.
Aber da gibt es jemand,
der immer gleich bleibt,
der unveränderbar ist.
Findet ihn.
Rinzai Gigen Zenji alias Lin-chi (um 850)
09 Februar 2010
08 Februar 2010
Er existiert
Du solltest gar nichts verändern. Du solltest still sein und schauen. Wenn du still wirst und schaust, dann wird, was du anschaust, dich anschauen. Wenn du die Welt anschaust, ohne sie zu interpretieren, ohne festzuhalten, wird die Welt sich dir offenbaren als das, was sie ist. Die Welt wird sich dir als nichts offenbaren, als ein Bild auf der Leinwand des Bewusstseins. Du wirst ohne irgendeinen Grund strahlend glücklich werden. Du wirst einen Frieden finden, von dem du dir nie hättest träumen lassen, dass er existiert.
Robert Adams (1928-1997)
Robert Adams (1928-1997)
07 Februar 2010
Stille und Lärm
Die Stille ist nicht
auf den Gipfeln der Berge,
der Lärm nicht
auf den Märkten der Städte,
beides ist in den Herzen der Menschen.
Aus Indien
auf den Gipfeln der Berge,
der Lärm nicht
auf den Märkten der Städte,
beides ist in den Herzen der Menschen.
Aus Indien
06 Februar 2010
Geistes-Haltung
Die größte Entscheidung Deines Lebens
liegt darin,
dass Du Dein Leben ändern kannst,
indem Du Deine Geisteshaltung änderst.
Albert Schweitzer (1875 – 1965)
liegt darin,
dass Du Dein Leben ändern kannst,
indem Du Deine Geisteshaltung änderst.
Albert Schweitzer (1875 – 1965)
05 Februar 2010
Gedanken loswerden
Du brauchst keinen neuen Zustand anzustreben oder zu erreichen. Sie zu, dass du deine jetzigen Gedanken los wirst. Das ist alles.
Ramana Maharshi (1879-1950)
Ramana Maharshi (1879-1950)
04 Februar 2010
Klarsichtige Intelligenz
Es gibt niemanden auf der Welt, weder unter denjenigen, die wir als die Unterdrückten sehen, noch unter denjenigen, die wir für die Unterdrücker halten, der nicht alles hätte, was zum Erwachen nötig ist. Wir alle brauchen Unterstützung und Ermutigung, um uns bewusst zu werden, was wir denken, was wir sagen und was wir tun. Werden Sie sich Ihrer Meinungen bewusst. Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Meinungen gegenüber aggressiv reagieren, bemerken Sie es einfach. Wenn Sie Ihren Meinungen gegenüber nicht aggressiv sind, bemerken Sie auch das. Indem Sie ein Bewusstsein entwickeln, das sich nicht an richtig oder falsch klammert, finden sie einen neuen Seinszustand. Daraus entwickelt sich schließlich das endgültige Aufhören des Leidens. Zu guter Letzt, wenn Sie nicht mehr an sich verzweifeln. Tun Sie von ganzem Herzen alles, um Ihre klarsichtige Intelligenz zu wecken, aber tun Sie es immer nur von Tag zu Tag, von Moment zu Moment.
Pema Chödrön (*1936)
Pema Chödrön (*1936)
03 Februar 2010
Hindernisse waren mein Leben
Lange hat es für mich so ausgesehen, als ob mein Leben gleich anfangen würde - mein wirkliches Leben. Aber immer war noch irgend etwas im Wege. Etwas, was ich erst noch kriegen müsste, eine Sache, die erst zuende gehen müsste, Zeit, die erst noch vergehen müsste, eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste. Aber dann würde mein Leben beginnen. Schließlich dämmerte mir, dass diese Hindernisse mein Leben waren.
Thomas Merton (1915–1968)
Thomas Merton (1915–1968)
02 Februar 2010
Unwirklich
Ich lache, wenn ich höre,
der Fisch dürstet im Wasser.
Du siehst nicht, dass Zuhause die Wirklichkeit ist,
und du wanderst von Wald zu Wald lustlos!
Hier ist die Wahrheit!
Gehe hin, wo immer du willst, nach Benares oder Mathura -
wenn du die eigene Seele nicht findest,
bleibt dir die Welt unwirklich.
Kabir (1440-1518)
der Fisch dürstet im Wasser.
Du siehst nicht, dass Zuhause die Wirklichkeit ist,
und du wanderst von Wald zu Wald lustlos!
Hier ist die Wahrheit!
Gehe hin, wo immer du willst, nach Benares oder Mathura -
wenn du die eigene Seele nicht findest,
bleibt dir die Welt unwirklich.
Kabir (1440-1518)
01 Februar 2010
Der Lehren berauben
Ich will dich nichts lehren, im Gegenteil, ich will dich der Lehren berauben. Ich sage dir keine Methode, sondern möchte dir alle Methoden nehmen. Ich entwerfe kein System, ich will dir auch alle Systeme wegnehmen. Bitte, bitte glaube mir nichts, denn auch Glauben will ich dir entreißen. Denn du musst am Ende selbst sehen, du musst selbst entdecken! Also, schau, schau selbst was übrig bleibt. Schau, was da ohne Lehre, ohne System, ohne Methode, ohne Zukunft, ohne Vergangenheit ist - schau, schau genau hin, genau jetzt!
Pyar Rauch (*1960)
Pyar Rauch (*1960)
26 Januar 2010
25 Januar 2010
Gesamtes Universum
Wenn ich sage, "Ich Bin", dann meine ich keine getrennte Einheit mit einem Körper als Kern. Ich meine die Gesamtheit allen Seins, den Ozean des Bewusstseins, das gesamte Universum mit allem, was da ist und weiß.
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
24 Januar 2010
Geboren werden
Die Dunkelheit
ist eine Morgendämmerung,
die darauf wartet,
geboren zu werden.
Khalil Gibran (1883-1931)
ist eine Morgendämmerung,
die darauf wartet,
geboren zu werden.
Khalil Gibran (1883-1931)
23 Januar 2010
licht.lauter.leer
Der Geist aller Lebewesen ist im tiefsten Grund licht, lauter und leer. Dieser Geist wird Urgrund der Erleuchtung genannt. Unter dem Einfluss der Trübungen des Geistes irren die Wesen, da es ihnen an Selbsterkenntnis mangelt, im Samsara umher. Wer Selbsterkenntnis und Einsicht in den Urgrund des eigenen Geistes gewonnen hat, der ist ein Weiser, ein Geläuterter, ein Erwachter.
Milarepa (1052-1135)
Milarepa (1052-1135)
22 Januar 2010
Wo die Wahrheit finden?
Wenn du die Wahrheit nicht findest,
wo du gerade bist,
wo sonst willst du sie finden?
Dogen (1199-1253)
wo du gerade bist,
wo sonst willst du sie finden?
Dogen (1199-1253)
21 Januar 2010
"Die Flöte des Unendlichen"
"Mystische Rezitationstexte aus Ost und West" haben Willigis Jäger und Beatrice Grimm unter dem Titel "Die Flöte des Unendlichen" auf 135 Seiten zusammengetragen. Das Buch ist die Erweiterung, Vervollständigung, Aktualisierung jenes schmalen blauen Heftes, das früher als Textsammlung im Würzburger Haus St. Benedikt "Nur zum persönlichen Gebrauch" vorgelegt wurde.
Unter der Überschrift "Kontemplation" finden sich u.a. Texte von Meister Eckhart, Johannes Tauler, Heinrich Seuse, Johannes vom Kreuz, Dionysius Areopagita, Hildegard von Bingen, Hadewijch von Antwerpen, Mechthild von Magdeburg.
Unter dem Titel "Zen" sind es u.a. Texte wie das Herz-Sutra, das Shijin Mei, das Metta-Sutta, die Geschichte der Ochsen-Bilder.
Unter der Überschrift "Die Flöte des Unendlichen" finden sich u.a. Texte von Kabir, Rumi, Rabia von Basra, Hafis, Hazrat Inayat Khan, Rainer Maria Rilke, Max Ehrmann (Desiderata).
Bestellmöglichkeit hier:
http://www.wege-der-mystik.de/hoerbuecher1.htm
Unter der Überschrift "Kontemplation" finden sich u.a. Texte von Meister Eckhart, Johannes Tauler, Heinrich Seuse, Johannes vom Kreuz, Dionysius Areopagita, Hildegard von Bingen, Hadewijch von Antwerpen, Mechthild von Magdeburg.
Unter dem Titel "Zen" sind es u.a. Texte wie das Herz-Sutra, das Shijin Mei, das Metta-Sutta, die Geschichte der Ochsen-Bilder.
Unter der Überschrift "Die Flöte des Unendlichen" finden sich u.a. Texte von Kabir, Rumi, Rabia von Basra, Hafis, Hazrat Inayat Khan, Rainer Maria Rilke, Max Ehrmann (Desiderata).
Bestellmöglichkeit hier:
http://www.wege-der-mystik.de/hoerbuecher1.htm
20 Januar 2010
Wirklich wichtig
Obwohl wir natürlich unseren Geschäften und Verpflichtungen nachgehen müssen, so müssen wir dabei im Auge behalten, wie unwichtig das alles ist.
Und erst wenn wir uns mit unserem eigenen Tod einmal wirklich beschäftigt haben und ihn als eine momentane Möglichkeit erkannt haben, wird uns klar, was wirklich wichtig ist.
Ayya Khema (1923 - 1997)
Und erst wenn wir uns mit unserem eigenen Tod einmal wirklich beschäftigt haben und ihn als eine momentane Möglichkeit erkannt haben, wird uns klar, was wirklich wichtig ist.
Ayya Khema (1923 - 1997)
19 Januar 2010
Vision des Mystikers
Den Mystiker zu verehren ist keine wirkliche Achtung. Es ist eine Strategie des Verstandes, um den Finger nicht zu sehen, der auf den Mond zeigt. Die Menschen sind raffiniert. Sie können jemanden ans Kreuz schlagen, um ihn loszuwerden, sie können ihn aber auch verehren, um ihn loszuwerden. Zwischen Kreuzigung und Verehrung ist kaum ein Unterschied. Der Zweck der Sache ist das Gleiche: "Lass mich bloss in Ruhe; deine dumme Utopie ist schön und gut und ich habe nichts dagegen einzuwenden. Aber du bist ein ganz besonderes Wesen, und ich bin nur ein gewöhnlicher Sterblicher."
Um das zu untermauern, haben die Leute ihre Mystiker Inkarnationen Gottes, haben sie Messias, Heiland, Prophet genannt. Damit haben sie einen so großen Abstand zwischen sich und die Mystiker gelegt, dass die Vision des Mystikers eine Vision bleibt. Mit dieser Einstellung ist es unmöglich, sie in die Wirklichkeit umzusetzen.
Osho (1931 - 1990)
In: Osho, Tanz der Mystiker, Bielefeld 1999, S. 17
P.S. Osho ist heute vor 20 Jahren in eine andere Wirklichkeit übergegangen
Um das zu untermauern, haben die Leute ihre Mystiker Inkarnationen Gottes, haben sie Messias, Heiland, Prophet genannt. Damit haben sie einen so großen Abstand zwischen sich und die Mystiker gelegt, dass die Vision des Mystikers eine Vision bleibt. Mit dieser Einstellung ist es unmöglich, sie in die Wirklichkeit umzusetzen.
Osho (1931 - 1990)
In: Osho, Tanz der Mystiker, Bielefeld 1999, S. 17
P.S. Osho ist heute vor 20 Jahren in eine andere Wirklichkeit übergegangen
18 Januar 2010
Weltprozess
Nicht bei den Göttern und ihrem unerforschlichen Willen liegt unser Schicksal; wir sind Teil des Weltprozesses, der sich nach dem Logos vollzieht, welches erkennbar ist.
Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)
Heraklit (544 bis 483 v.u.Z.)
17 Januar 2010
Vergleichen
Erkenntnis kommt von Vergleichen. Weil also die Seele eine Möglichkeit hat, alle Dinge zu erkennen, darum ruht sie nimmer, bis sie in das erste Bild kommt, wo alle Dinge eins sind, und da ruht sie, das ist in Gott. In Gott ist keine Kreatur von anderm Rang als die andre. Die Meister sagen: Wesen und Erkenntnis sind ein und dasselbe.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
16 Januar 2010
Herzenswärme
Unsere Wünsche, unsere Enttäuschungen, unsere Ärgenisse sind verschwunden, sobald und solange wir das Herz mit Herzenswärme und Fürsorge füllen.
Ayya Khema (1923 - 1997)
Ayya Khema (1923 - 1997)
15 Januar 2010
Standpunkt des Erwachens
Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden. Voll und ganz zu leben bedeutet, sich ständig im Niemandsland zu befinden, jeden Augenblick völlig neu und frisch zu erleben. Wahres Leben ist die Bereitschaft, immer wieder aufs neue zu sterben. Das ist Leben vom Standpunkt des Erwachens.
Pema Chödrön (*1936)
Pema Chödrön (*1936)
14 Januar 2010
Recht auf Desillusion
Alle Menschen werden mit einem gleichen, unabdinglichen Recht auf Desillusion geboren. Solange sie sich also nicht entschließen, auf dieses Recht zu verzichten, bleibt es bei einem dreifachen Hoch auf den technischen Fortschritt und die Hochschulbildung für jedermann.
Aldous Huxley (1894-1963)
Aldous Huxley (1894-1963)
13 Januar 2010
Unberührt
Die Menschen reisen umher und bewundern die hohen Berge, die riesigen Wellen der Meere, die ausgedehnten Flüsse, die immensen Ausmaße der Ozeane, die Kreisbewegungen der Sterne, doch an sich selbst ziehen sie völlig unberührt vorüber.
Aurelius Augustinus (354 - 430)
Aurelius Augustinus (354 - 430)
12 Januar 2010
Leer werden
Du musst leer werden dessen,
womit du gefüllt bist,
auf dass du gefüllt werden kannst
mit dem,
dessen du leer bist.
Aurelius Augustinus (354 - 430)
P.S. Augustinus war einer der Theologen, auf die sich Meister Eckhart in seiner mystischen Theologie bezog.
womit du gefüllt bist,
auf dass du gefüllt werden kannst
mit dem,
dessen du leer bist.
Aurelius Augustinus (354 - 430)
P.S. Augustinus war einer der Theologen, auf die sich Meister Eckhart in seiner mystischen Theologie bezog.
11 Januar 2010
Als Mensch manifestiert
Gott und Mensch verhalten sich zueinander wie Gold und Ring. Sie sind zwei ganz verschiedene Realitäten. Gold ist nicht Ring und Ring ist nicht Gold. Aber in einem goldenen Ring können sie nur zusammen auftreten. Sie sind koexistent. Das Gold braucht eine Form, um zu erscheinen, und der Ring braucht ein Material, um sichtbar zu werden. Sie sind Nicht-Zwei. Das Gold offenbart sich als Ring. So offenbart sich Gott als Mensch. Sie können nur zusammen erscheinen. Das ist für mich der Sinn der Inkarnation Jesu. Es soll darin sichtbar gemacht werden, dass alles eine Inkarnation Gottes darstellt, von den Quarks und Leptonen bis hin zu den rein geistigen Formen, von denen wir keine Ahnung haben. Wir sind "Gottmenschen". Ich kann auch sagen: Gott hat sich als Mensch manifestiert.
Willigis Jäger (* 1925)
Willigis Jäger (* 1925)
10 Januar 2010
Simples Sein
Von einem Mönch wird erzählt, dass er immer wieder um das Kloster von Peltring herum pilgerte. Denn es hatte ihm jemand gesagt, Menschen seien auf diese Art zur Gotteserkenntnis gelangt. Wie der Brevier-betende Priester von Franz-Josef Degenhardt zog der Mönch Tat für Tag seine endlosen Kreise. Eines Tages jedoch stellte sich der ehrwürdige Geshé Tenpa ihm in den Weg. Der Meister stemmte die Arme in die Hüften und sagte zu dem Mönch: „Es ist durchaus richtig, eine heilige Stätte zu umkreisen, aber es ist natürlich viel besser, wenn man das subtile Dharma* praktiziert.”
Bescheiden nickte der Mönch und begann, die buddhistischen Sutras auswendig zu lernen und sie zu rezitieren. Es dauerte nicht lange, da kam Geshé Tenpa wieder vorbei, stemmte die Arme in die Hüften und sagte: „Es ist durchaus nicht verkehrt, die Schriften zu studieren und die Sutras vor sich hinzumurmeln, aber viel besser ist es natürlich, wenn man das universelle Dharma praktiziert.”
Darüber dachte der Mönch lange und ernsthaft nach. Dann begann er sich in meditativer Selbstversenkung zu üben. Selbstverständlich fand Geshé Tenpa ihn eines Tages in einer Ecke hocken, wo er mit konzentrierter Willenskraft versuchte, an nichts zu denken. „Ah”, kommentierte der Alte. „Es ist sehr gut, dass du meditierst, aber echte Dharma-Praxis wäre natürlich noch viel besser.”
Jetzt war der Mönch vollkommen verwirrt. Es gab keine grundlegende Technik mehr, die er noch nicht praktiziert hatte. „Aber was soll ich denn nun genau machen?” rief er aufgebracht. „...Ehrwürdiger Lehrer”, fügte er vorsichtshalber noch hinzu.
„Gib einfach alles Festhalten auf”, sagte Geshé Tenpa. „Dann bist du, wie du bist, und dieses simple Sein ist der Ausgangspunkt und das Ziel.”
* die Essenz der Religiosität
Bescheiden nickte der Mönch und begann, die buddhistischen Sutras auswendig zu lernen und sie zu rezitieren. Es dauerte nicht lange, da kam Geshé Tenpa wieder vorbei, stemmte die Arme in die Hüften und sagte: „Es ist durchaus nicht verkehrt, die Schriften zu studieren und die Sutras vor sich hinzumurmeln, aber viel besser ist es natürlich, wenn man das universelle Dharma praktiziert.”
Darüber dachte der Mönch lange und ernsthaft nach. Dann begann er sich in meditativer Selbstversenkung zu üben. Selbstverständlich fand Geshé Tenpa ihn eines Tages in einer Ecke hocken, wo er mit konzentrierter Willenskraft versuchte, an nichts zu denken. „Ah”, kommentierte der Alte. „Es ist sehr gut, dass du meditierst, aber echte Dharma-Praxis wäre natürlich noch viel besser.”
Jetzt war der Mönch vollkommen verwirrt. Es gab keine grundlegende Technik mehr, die er noch nicht praktiziert hatte. „Aber was soll ich denn nun genau machen?” rief er aufgebracht. „...Ehrwürdiger Lehrer”, fügte er vorsichtshalber noch hinzu.
„Gib einfach alles Festhalten auf”, sagte Geshé Tenpa. „Dann bist du, wie du bist, und dieses simple Sein ist der Ausgangspunkt und das Ziel.”
* die Essenz der Religiosität
09 Januar 2010
Wenn du wüsstest...
Wenn du wüsstest, wie schwer es zu erlangen ist,
wäre es dir unmöglich, das durchschnittliche Leben zu führen.
Wenn du seine großen Vorzüge sähest,
täte es dir leid, wenn es bedeutungslos bliebe.
Wenn du über den Tod nachdächtest,
träfest du Vorbereitungen für deine zukünftigen Leben.
Wenn du über Ursache und Wirkung nachdächtest,
hörtest du auf, unbesonnen zu sein.
Tsongkhapa Lobsang Dragpa (1357 -1419)
wäre es dir unmöglich, das durchschnittliche Leben zu führen.
Wenn du seine großen Vorzüge sähest,
täte es dir leid, wenn es bedeutungslos bliebe.
Wenn du über den Tod nachdächtest,
träfest du Vorbereitungen für deine zukünftigen Leben.
Wenn du über Ursache und Wirkung nachdächtest,
hörtest du auf, unbesonnen zu sein.
Tsongkhapa Lobsang Dragpa (1357 -1419)
08 Januar 2010
Mit-Gefühl
Arbeitet mit Mitgefühl,
sterbt mit Mitgefühl,
meditiert mit Mitgefühl,
genießt mit Mitgefühl.
Wenn Probleme auftauchen,
erfahrt und erlebt diese mit Mitgefühl.
Lama Zopa Rinpoche (*1946)
sterbt mit Mitgefühl,
meditiert mit Mitgefühl,
genießt mit Mitgefühl.
Wenn Probleme auftauchen,
erfahrt und erlebt diese mit Mitgefühl.
Lama Zopa Rinpoche (*1946)
07 Januar 2010
Spuren der Erleuchtung
Den Buddha-Weg erfahren bedeutet, sich selbst erfahren. Sich selbst erfahren heißt sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen heißt, sich selbst wahrnehmen - in allen Dingen. Dies erkennen bedeutet, dass das Unterscheiden aufhört: von Leib und Geist, von mir selbst und von den andern. So verschwinden die Spuren der Erleuchtung, und zugleich ist sie da, jederzeit und überall, ohne dass wir daran denken.
Dogen (1199-1253)
Dogen (1199-1253)
06 Januar 2010
Mit dem Herzen...
Wenn wir einmal anfangen, mit dem Herzen zu hören und zu sprechen, dann brauchen wir nicht zu beurteilen und zu verurteilen. Es ist einfach nicht nötig, denn unser Herz hat nicht dieses analytisch-logische Wissen, das unser Geist hat.
Ayya Khema (1923 - 1997)
Ayya Khema (1923 - 1997)
05 Januar 2010
Verborgen
Wenn ein Meister ein Bild macht aus einem Stück Holz oder einem Stein, so trägt er das Bild nicht in das Holz hinein; vielmehr schneidet er die Späne ab, die das Bild verborgen und verdeckt hatten. Er gibt dem Holz nichts, sondern er nimmt und gräbt ihm die Decke ab und nimmt den Rost weg, - und dann erglänzt, was darunter verborgen lag.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
04 Januar 2010
Ein Auge
Einfältige meinen, sie könnten Gott in der Erleuchtung ansehen, als stünde Er dort und sie hier. So ist es nicht. Gott und Ich sind im Erkennen eins. Gottes Wesen ist sein Erkennen, und Gottes Erkennen macht, dass ich ihn erkenne. Darum ist mein Erkennen sein Erkennen.
Gott ist uns nahe - aber wir sind ihm fremd. Gott ist drinnen - aber wir sind draußen. Gott ist unsere innere Heimat - aber wir sind uns selbst Fremde. Du brauchst Gott nicht zu suchen. Er ist nicht ferner als vor der Tür deines Herzens; da steht Er und wartet und harrt, dass Er dich bereit findet, dass du Ihm auftust und Ihn einlässt. Du brauchst Ihn nicht von fern her zu rufen, sondern dich nur nach innen wenden: Gott wartet ungeduldiger als du, dass du dich ihm öffnest; Ihn verlangt tausendmal dringender nach dir, als dich nach Ihm. Dein Auftun und sein Eingehen geschieht in einem Augenblick.
Willst du Gott ohne Vermittlung, unmittelbar kennen lernen, so musst du geradezu Er werden und Er du - so ganz eins, dass dies Er und dies Du eins werden und sind. Das Auge, womit Gott von dir gesehen wird, ist dasselbe Auge, womit Gott dich ansieht. Dein Aug und Gottes Aug ist ein Aug.
Meister Eckhart (1260-1327)
Gott ist uns nahe - aber wir sind ihm fremd. Gott ist drinnen - aber wir sind draußen. Gott ist unsere innere Heimat - aber wir sind uns selbst Fremde. Du brauchst Gott nicht zu suchen. Er ist nicht ferner als vor der Tür deines Herzens; da steht Er und wartet und harrt, dass Er dich bereit findet, dass du Ihm auftust und Ihn einlässt. Du brauchst Ihn nicht von fern her zu rufen, sondern dich nur nach innen wenden: Gott wartet ungeduldiger als du, dass du dich ihm öffnest; Ihn verlangt tausendmal dringender nach dir, als dich nach Ihm. Dein Auftun und sein Eingehen geschieht in einem Augenblick.
Willst du Gott ohne Vermittlung, unmittelbar kennen lernen, so musst du geradezu Er werden und Er du - so ganz eins, dass dies Er und dies Du eins werden und sind. Das Auge, womit Gott von dir gesehen wird, ist dasselbe Auge, womit Gott dich ansieht. Dein Aug und Gottes Aug ist ein Aug.
Meister Eckhart (1260-1327)
03 Januar 2010
Gott ist...
Gott ist gut, Gott ist weise, Gott ist unendlich,
Gott ist gerecht - das alles ist so unsinnig,
als wenn ich das Schwarze weiß nennen würde.
Du bist es, was du über deinen Gott denkst,
und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst.
Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein
und eine überseiende Nichtheit.
Meister Eckhart (1260-1327)
Gott ist gerecht - das alles ist so unsinnig,
als wenn ich das Schwarze weiß nennen würde.
Du bist es, was du über deinen Gott denkst,
und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst.
Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein
und eine überseiende Nichtheit.
Meister Eckhart (1260-1327)
02 Januar 2010
Tod und Leben
Wenn wir uns immer wieder daran erinnern, dass der Tod gewiss ist, aber das Lebe nicht, dann werden wir in uns auch Dankbarkeit und Freude empfinden für jeden Tag, der uns beschieden ist.
Ayya Khema (1923 - 1997)
Ayya Khema (1923 - 1997)
01 Januar 2010
Vollendung der Zeit
"Wer in der Zeit sein Herz auf die Ewigkeit gestellt hat und in wem alle zeitlichen Dinge tot sind, da ist Vollendung der Zeit." Meister Eckhart ist es, der so spricht.

Ein neues Jahr hat begonnen. Ein Jahr, das dazu einlädt, sich zu erinnern. Vor 750 Jahren wurde (wahrscheinlich) Meister Eckhart geboren. Für mich Anlass, einen Blog zu ihm online zu stellen.
„Meister Eckhart ist zu gut für historische Würdigung; er muss als Lebendiger auferstehen.“ Das schreibt Gustav Landauer, als er 1903 eine Ausgabe mit Texten der Mystischen Schriften von Meister Eckhart herausbringt. Der gleiche Text erscheint einige Jahre später noch einmal - diesmal sprachlich verfeinert von Martin Buber. Und Landauer schreibt auch:
„Eckhart löst die Welt und den Gott in dem auf, was er manchmal Gottheit nennt, was unaussprechbar und unvorstellbar ist, was aber jedenfalls etwas jenseits von Zeit, Raum und Individualisierung und etwas Seelenhaftes ist. An die Stelle des Dinges setzt er eine psychische Kraft; an Stelle von Ursache und Wirkung ein Fliessen.“ Das ist es wohl, was Eckhart für unsere Zeit so aktuell sein lässt.
Mehr also zu Meister Eckhart nun hier:
http://meistereckhart750.wordpress.com/
Ein neues Jahr hat begonnen. Ein Jahr, das dazu einlädt, sich zu erinnern. Vor 750 Jahren wurde (wahrscheinlich) Meister Eckhart geboren. Für mich Anlass, einen Blog zu ihm online zu stellen.
„Meister Eckhart ist zu gut für historische Würdigung; er muss als Lebendiger auferstehen.“ Das schreibt Gustav Landauer, als er 1903 eine Ausgabe mit Texten der Mystischen Schriften von Meister Eckhart herausbringt. Der gleiche Text erscheint einige Jahre später noch einmal - diesmal sprachlich verfeinert von Martin Buber. Und Landauer schreibt auch:
„Eckhart löst die Welt und den Gott in dem auf, was er manchmal Gottheit nennt, was unaussprechbar und unvorstellbar ist, was aber jedenfalls etwas jenseits von Zeit, Raum und Individualisierung und etwas Seelenhaftes ist. An die Stelle des Dinges setzt er eine psychische Kraft; an Stelle von Ursache und Wirkung ein Fliessen.“ Das ist es wohl, was Eckhart für unsere Zeit so aktuell sein lässt.
Mehr also zu Meister Eckhart nun hier:
http://meistereckhart750.wordpress.com/
31 Dezember 2009
Lies in deiner Seele
Sowohl Menschen wie Nationen müssen sich von Vorurteilen befreien. Spüre, wie du direkt mit Gott sprichst; lies nicht im Buch, lies in deiner Seele; dann wird eine kleine Kapelle so groß wie die Himmelskuppe selbst.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882)
Ralph Waldo Emerson (1803-1882)
30 Dezember 2009
Sich selbst erkennen
Es ist ein Grund zur Freude,
wenn man sich selbst erkennt,
denn nur dann kann man sich ändern.
Solange man sich nicht ändern kann,
bleibt alles beim Alten.
Ayya Khema (1923 - 1997)
wenn man sich selbst erkennt,
denn nur dann kann man sich ändern.
Solange man sich nicht ändern kann,
bleibt alles beim Alten.
Ayya Khema (1923 - 1997)
29 Dezember 2009
Gefühl des Miteinander
Die Elemente machen es auf eine ziemlich leichte Art und Weise möglich, uns nicht nur einzubetten in die Natur um uns herum, sondern auch ein Gefühl des Miteinander zu bekommen.
Und wenn wir dieses Gefühl des Miteinander bekommen, fällt es uns viel leichter, die Liebe im Herzen zu erwecken.
Denn das Nichtlieben basiert ja immer darauf, dass wir uns getrennt fühlen.
Ayya Khema (1923 - 1997)
Und wenn wir dieses Gefühl des Miteinander bekommen, fällt es uns viel leichter, die Liebe im Herzen zu erwecken.
Denn das Nichtlieben basiert ja immer darauf, dass wir uns getrennt fühlen.
Ayya Khema (1923 - 1997)
28 Dezember 2009
Dieser eine Moment
Dieser eine Moment
ist die Welt.
Ob wir diesen einen Moment
noch viele Jahre haben
oder ob wir diesen einen Moment
nur jetzt,
diesen einen Moment haben,
ist ganz gleichgültig.
Das ist das Leben:
dieser eine Moment.
Ayya Khema (1923 - 1997)
ist die Welt.
Ob wir diesen einen Moment
noch viele Jahre haben
oder ob wir diesen einen Moment
nur jetzt,
diesen einen Moment haben,
ist ganz gleichgültig.
Das ist das Leben:
dieser eine Moment.
Ayya Khema (1923 - 1997)
27 Dezember 2009
Aller Kreatur unbegreiflich
Herr, Du bist ein Geist,
der aller Kreatur unbegreiflich ist,
und vergeistigst die Seele, dass sie
von allen eingezogenen, unnützen Bildern
entledigt werde. Denn Du hast
Dir selbst die Seele wesenhaft zu eigen gemacht
und gleich gemacht, darum behüte
sie, dass in ihr nichts eine Stätte finden möge,
als Du allein.
Meister Eckhart (1260-1327)
der aller Kreatur unbegreiflich ist,
und vergeistigst die Seele, dass sie
von allen eingezogenen, unnützen Bildern
entledigt werde. Denn Du hast
Dir selbst die Seele wesenhaft zu eigen gemacht
und gleich gemacht, darum behüte
sie, dass in ihr nichts eine Stätte finden möge,
als Du allein.
Meister Eckhart (1260-1327)
26 Dezember 2009
Wort.Tat.Denken
Die Gefallen finden der Lehre,
Die der Edle vorgetragen hat,
Und sie dann mit
Wort und Tat und Denken
Praktizieren,
Die sind
Duldsam, freundlich und gesammelt
Und zum Kern des
Lernens und des Wissens
Vorgedrungen.
Aus den Udanavarga
Die der Edle vorgetragen hat,
Und sie dann mit
Wort und Tat und Denken
Praktizieren,
Die sind
Duldsam, freundlich und gesammelt
Und zum Kern des
Lernens und des Wissens
Vorgedrungen.
Aus den Udanavarga
25 Dezember 2009
Schweigen und Gott sprechen lassen
Das Allerbeste und Alleredelste,
wozu man in diesem Leben kommen kann,
das ist,
dass du schweigest
und Gott allda
wirken und sprechen lässest.
Meister Eckhart (1260-1327)
wozu man in diesem Leben kommen kann,
das ist,
dass du schweigest
und Gott allda
wirken und sprechen lässest.
Meister Eckhart (1260-1327)
24 Dezember 2009
Fest der ewigen Geburt
Wir begehen das Fest von der ewigen Geburt, die Gott der Vater geboren hat und ohne Unterlass in der Ewigkeit gebiert, während dieselbe Geburt jetzt in der Zeit und in der Menschennatur sich ereignet. ... Wir haben ein Wort des Weisen: „Da alle Dinge mitten in einem Schweigen waren, da kam in mich von oben hernieder von dem königlichen Stuhle ein verborgenes Wort.“ ...
Es ist in dem Lautersten, das die Seele aufweisen kann, in dem Edelsten, in dem Grunde, ja, in dem Wesen der Seele! Das ist das Mittel: Schweigen; denn da hinein kam nie eine Kreatur oder ein Bild, und die Seele hat da nicht Wirken noch Verstehen, und weiß kein Bild davon, weder von sich selbst noch von irgend welcher Kreatur.
Meister Eckhart (1260-1327)
Allen Leserinnen und Lesern des "sinndeuters" ein friedvolles, gutes Weihnachtsfest!
Es ist in dem Lautersten, das die Seele aufweisen kann, in dem Edelsten, in dem Grunde, ja, in dem Wesen der Seele! Das ist das Mittel: Schweigen; denn da hinein kam nie eine Kreatur oder ein Bild, und die Seele hat da nicht Wirken noch Verstehen, und weiß kein Bild davon, weder von sich selbst noch von irgend welcher Kreatur.
Meister Eckhart (1260-1327)
Allen Leserinnen und Lesern des "sinndeuters" ein friedvolles, gutes Weihnachtsfest!
23 Dezember 2009
Wer in Wirklichkeit?
Der wahre Suchende ist der, der auf der Suche nach sich selbst ist. Gib alle Fragen auf - außer der einen: “WER BIN ICH?” Schließlich bist du dir nur einer Tatsache gewiss: DU BIST! Das "ICH BIN” ist sicher, das "ICH BIN DIES (ODER) DAS” ist es nicht. Bemühe dich herauszufinden, wer du in Wirklichkeit bist.
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
Sri Maharaj Nisargadatta (1897-1981)
22 Dezember 2009
Gott.Menschen
Gott und Mensch verhalten sich zueinander wie Gold und Ring. Sie sind zwei ganz verschiedene Realitäten. Gold ist nicht Ring und Ring ist nicht Gold. Aber in einem goldenen Ring können sie nur zusammen auftreten. Sie sind koexistent. Das Gold braucht eine Form, um zu erscheinen, und der Ring braucht ein Material, um sichtbar zu werden. Sie sind Nicht-Zwei. Das Gold offenbart sich als Ring. So offenbart sich Gott als Mensch. Sie können nur zusammen erscheinen. Das ist für mich der Sinn der Inkarnation Jesu. Es soll darin sichtbar gemacht werden, dass alles eine Inkarnation Gottes darstellt, von den Quarks und Leptonen bis hin zu den rein geistigen Formen, von denen wir keine Ahnung haben. Wir sind "Gottmenschen". Ich kann auch sagen: Gott hat sich als Mensch manifestiert.
Willigis Jäger (* 1925)
Willigis Jäger (* 1925)
21 Dezember 2009
Wege zu handeln
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
Erstens durch nachdenken,
das ist der edelste;
Zweitens durch nachahmen,
das ist der leichteste;
Drittens durch erfahren;
das ist der bitterste.
Konfuzius (551-479 v.u.Z.)
Erstens durch nachdenken,
das ist der edelste;
Zweitens durch nachahmen,
das ist der leichteste;
Drittens durch erfahren;
das ist der bitterste.
Konfuzius (551-479 v.u.Z.)
20 Dezember 2009
Wenn der Geist zur Ruhe gekommen ist
Wenn der Geist
zur Ruhe gekommen
und kristallklar
geworden ist,
reflektiert er
die Wirklichkeit.
Und wenn er das tut,
dann haben wir
eine Bewusstseinsebene erreicht,
auf der uns der Alltag
nichts mehr anhaben kann.
Er bleibt derselbe,
aber er tut
uns nicht mehr weh.
Ayya Khema (1923 - 1997)
zur Ruhe gekommen
und kristallklar
geworden ist,
reflektiert er
die Wirklichkeit.
Und wenn er das tut,
dann haben wir
eine Bewusstseinsebene erreicht,
auf der uns der Alltag
nichts mehr anhaben kann.
Er bleibt derselbe,
aber er tut
uns nicht mehr weh.
Ayya Khema (1923 - 1997)
19 Dezember 2009
Lebendig
Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden. Voll und ganz zu leben bedeutet, sich ständig im Niemandsland zu befinden, jeden Augenblick völlig neu und frisch zu erleben. Wahres Leben ist die Bereitschaft, immer wieder aufs neue zu sterben. Das ist Leben vom Standpunkt des Erwachens. Tod hingegen ist der Wunsch, an dem, was man hat, festzuhalten und sich von jeder Erfahrung bestätigen und auf die Schulter klopfen zu lassen, weil man alles so schön im Griff hat.
Pema Chödrön (*1936)
Pema Chödrön (*1936)
18 Dezember 2009
Weg
Haltet mich von dem fern,
der sagt:
"Ich bin das Licht,
das den Menschen den Weg weist."
Doch führt mich zu dem,
der seinen Weg
durch das Licht der Menschen
hindurch sucht.
Khalil Gibran (1883-1931)
der sagt:
"Ich bin das Licht,
das den Menschen den Weg weist."
Doch führt mich zu dem,
der seinen Weg
durch das Licht der Menschen
hindurch sucht.
Khalil Gibran (1883-1931)
17 Dezember 2009
16 Dezember 2009
Gott (er)kennen
Denn, wer kommen will in Gottes Grund, in dessen Innerstes, der muss zuvor in seinen eigenen Grund, in sein Innerstes kommen; denn niemand kann Gott erkennen, der nicht zuvor sich selbst erkennen müsste.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
15 Dezember 2009
Andachtsraum
Sich zurückziehen, Luft holen, durchatmen, beten, meditieren, bitten, danken...
Früher konnte man sich häufiger zurückziehen in Kirchen, die einem lieb geworden waren. Heute sind viele Kirchentüren verschlossen.
Eine Alternative bietet der virtuelle Andachtsraum der Kirche in Frankfurt/M.
http://www.frankfurtevangelisch.de/raum/flash.html
14 Dezember 2009
Heitere Gelassenheit
Die Gelassenheit ermöglicht
das Gewährenlassen
auch des Abgründigen und Widersprüchlichen,
der Angst im Kontrast zur Lust,
des Leids im Kontrast zur Freude,
des Todes im Kontrast zum Leben.
Sich der grundlegenden Tragik
von Leben und Welt
nicht zu entziehen,
darin jedoch auch nicht unterzugehen:
So entsteht die Heiterkeit,
die mit der Gelassenheit zur
"heiteren Gelassenheit"
verschmilzt.
Wilhelm Schmid (*1953)
das Gewährenlassen
auch des Abgründigen und Widersprüchlichen,
der Angst im Kontrast zur Lust,
des Leids im Kontrast zur Freude,
des Todes im Kontrast zum Leben.
Sich der grundlegenden Tragik
von Leben und Welt
nicht zu entziehen,
darin jedoch auch nicht unterzugehen:
So entsteht die Heiterkeit,
die mit der Gelassenheit zur
"heiteren Gelassenheit"
verschmilzt.
Wilhelm Schmid (*1953)
13 Dezember 2009
Sitzen.Arbeiten.Beten
Der heilige Abbas Antonios sass einmal in der Wüste und verfiel er in melancholische Gedanken. Er sprach zu Gott: “Herr, ich will doch gerettet werden, aber meine Gedanken lassen das nicht zu. Was soll ich tun in dieser Bedrängnis? Wie kann ich Rettung und Heil finden?“ Als er kurz danach aus seiner Höhle trat, sah Antonios einen wie sich selbst. Der sass und arbeitete, stand dann von der Arbeit auf und betete, setzte sich wieder hin um zu arbeiten, stand dann wieder zum Gebet auf. Jener war ein Engel des Herrn, der gesandt war, um Antonios auf den richtigen Weg zu bringen, ihm Sicherheit zu geben. Antonios hörte den Engel sagen: „Mach es so, und du wirst gerettet.“ Nachdem er das gehört hatte, erfüllte es ihn mit grosser Freude und Mut. Als er ebenso tat, fand er Rettung und Heil.
Aus der Tradition der Wüstenväter
Aus der Tradition der Wüstenväter
12 Dezember 2009
Weltgeheimnis
Weder Anfang hat die Welt noch Ende,
Nicht im Raum noch in der Zeit;
Überall ist Mittelpunkt und Wende,
Und im Nu die Ewigkeit.
Wie du lebst von einem Nu zum andern,
Ewig eines lebest du;
Laß die Welt vorüber ruhlos wandern,
Und sieh aus der Ruh ihr zu.
Nicht mit unzulänglichen Gedanken
Machst du das Geheimnis klar,
Doch in schwanken Schranken, Wortes Ranken,
Stellt es dir sich bildlich dar.
Friedrich Rückert (1788 - 1866)
Nicht im Raum noch in der Zeit;
Überall ist Mittelpunkt und Wende,
Und im Nu die Ewigkeit.
Wie du lebst von einem Nu zum andern,
Ewig eines lebest du;
Laß die Welt vorüber ruhlos wandern,
Und sieh aus der Ruh ihr zu.
Nicht mit unzulänglichen Gedanken
Machst du das Geheimnis klar,
Doch in schwanken Schranken, Wortes Ranken,
Stellt es dir sich bildlich dar.
Friedrich Rückert (1788 - 1866)
11 Dezember 2009
10 Dezember 2009
Loslassen
Wir sind im Prinzip genau das,
was wir sein wollen.
Wir wissen es nur nicht.
Und sollten wir an dieser Wahrheit
interessiert sein,
dann gibt es nur eine einzige Sache
und das ist:
L o s l a s s e n.
Ayya Khema (1923 - 1997)
was wir sein wollen.
Wir wissen es nur nicht.
Und sollten wir an dieser Wahrheit
interessiert sein,
dann gibt es nur eine einzige Sache
und das ist:
L o s l a s s e n.
Ayya Khema (1923 - 1997)
09 Dezember 2009
Angst vor dem Tod
Man kann nicht
aus Angst vor dem Tod
auf Zehenspitzen
durchs Leben gehen.
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 - 1893)
P.S. Von Tschaikowski ist allerdings auch überliefert, dass er so panische Angst vor dem Tod hatte, dass die Worte "Sarg", "Grab" oder "Beerdigung" in seiner Gegenwart nicht ausgesprochen werden durften...
aus Angst vor dem Tod
auf Zehenspitzen
durchs Leben gehen.
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 - 1893)
P.S. Von Tschaikowski ist allerdings auch überliefert, dass er so panische Angst vor dem Tod hatte, dass die Worte "Sarg", "Grab" oder "Beerdigung" in seiner Gegenwart nicht ausgesprochen werden durften...
08 Dezember 2009
Die eigene innere Stille erfahren
Erlaube deinem Geist, nach innen zu gehen, immer wieder,
um seine eigene innere Stille zu erfahren.
Wenn du das tust, leuchtet das göttliche Licht auf,
das du als das Licht
deines eigenen Herzens wahrnimmst.
Gurumayi Chidvilasananda (*1955)
um seine eigene innere Stille zu erfahren.
Wenn du das tust, leuchtet das göttliche Licht auf,
das du als das Licht
deines eigenen Herzens wahrnimmst.
Gurumayi Chidvilasananda (*1955)
07 Dezember 2009
Kontemplation
Kontemplation
ist das Erwachen
zur Gegenwart Gottes
im Herzen des Menschen
und im uns umgebenden Universum.
Kontemplation ist Erkenntnis
im Zustand der Liebe.
Bede Griffiths (1906-1993)
ist das Erwachen
zur Gegenwart Gottes
im Herzen des Menschen
und im uns umgebenden Universum.
Kontemplation ist Erkenntnis
im Zustand der Liebe.
Bede Griffiths (1906-1993)
06 Dezember 2009
sinndeuter aktuell: Alfred Hrdlicka +
Das Bild ist mir sehr deutlich vor Augen. Mitten in Wien - am Albertinaplatz - kniet ein Mann, den Oberkörper nach vorne gebeugt und schrubbt die Straße. Eine Plastik von Alfred Hrdlicka zur Erinnerung an die Demütigungen durch die Nazis an jüdischen Bewohnern Wiens. Und diese Demütigungen sollten für sie erst der Anfang unvorstellbaren Schreckens, Elends und Todes sein.
Alfred Hrdlicka ist gestern gestorben.
Mehr zu Leben und Werk und der Plastik hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Hrdlicka
http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/denkmale-des-holocaust/abb4-strassenwaschender-jude.html
Alfred Hrdlicka ist gestern gestorben.
Mehr zu Leben und Werk und der Plastik hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Hrdlicka
http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/denkmale-des-holocaust/abb4-strassenwaschender-jude.html
05 Dezember 2009
Nicht überraschender
Alles in allem
wäre es auch nicht
überraschender,
zweimal geboren zu werden,
als es das eine Mal schon ist.
Francois-Marie de Voltaire (1694 - 1778)
wäre es auch nicht
überraschender,
zweimal geboren zu werden,
als es das eine Mal schon ist.
Francois-Marie de Voltaire (1694 - 1778)
04 Dezember 2009
Aus dem Teufelskreis aussteigen
Sich um die Zukunft Sorgen zu machen, ist ein heller Wahnsinn, weil die Zukunft sowieso nicht existiert, denn wenn sie eintritt, dann ist es die Gegenwart.
Und derjenige, der sich Sorgen um die Zukunft macht, ist nicht derjenige, der die Zukunft erleben wird. Er ist ein ganz anderer.
Da er ein ganz anderer ist, der die Zukunft erleben wird, wenn sie die Gegenwart wird, so sind die Sorgen, die sich der andere gemacht hat, vollkommen unangebracht, weil der, der sie dann erleben wird, sich wieder ganz andere Sorgen macht.
Also ein interessanter Teufelskreis, aus dem man ohne weiteres aussteigen kann.
Ayya Khema (1923 - 1997)
Und derjenige, der sich Sorgen um die Zukunft macht, ist nicht derjenige, der die Zukunft erleben wird. Er ist ein ganz anderer.
Da er ein ganz anderer ist, der die Zukunft erleben wird, wenn sie die Gegenwart wird, so sind die Sorgen, die sich der andere gemacht hat, vollkommen unangebracht, weil der, der sie dann erleben wird, sich wieder ganz andere Sorgen macht.
Also ein interessanter Teufelskreis, aus dem man ohne weiteres aussteigen kann.
Ayya Khema (1923 - 1997)
03 Dezember 2009
02 Dezember 2009
Verborgenes glänzt
Wenn ein Meister ein Bild macht aus einem Stück Holz oder einem Stein, so trägt er das Bild nicht in das Holz hinein; vielmehr schneidet er die Späne ab, die das Bild verborgen und verdeckt hatten. Er gibt dem Holz nichts, sondern er nimmt und gräbt ihm die Decke ab und nimmt den Rost weg, - und dann erglänzt, was darunter verborgen lag.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
01 Dezember 2009
In der Seele Grund
In dieser Geburt ergießt sich Gott mit Licht derart in die Seele, dass das Licht im Sein und im Grunde der Seele so reich wird, dass es herausdringt und überfließt in die Kräfte und auch in den äußeren Menschen ...
Der Überfluss des Lichtes, das in der Seele Grund ist, fließt über in den Leib und der wird dadurch voll Klarheit.
Meister Eckhart (1260-1327)
Der Überfluss des Lichtes, das in der Seele Grund ist, fließt über in den Leib und der wird dadurch voll Klarheit.
Meister Eckhart (1260-1327)
30 November 2009
Wie ein Tautropfen im Ozean
Oh, mein Freund, mein Geliebter,
ich bin auf die Suche nach mir selbst gegangen,
aber etwas Seltsames ist geschehen.
Anstatt mich selbst zu finden,
bin ich verschwunden -
genau wie ein Tautropfen,
der im Ozean verschwindet.
Kabir (1440-1518)
ich bin auf die Suche nach mir selbst gegangen,
aber etwas Seltsames ist geschehen.
Anstatt mich selbst zu finden,
bin ich verschwunden -
genau wie ein Tautropfen,
der im Ozean verschwindet.
Kabir (1440-1518)
29 November 2009
Es kommt ein Schiff, geladen...
1. Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
2. Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
3. Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Gott's Wort tut uns Fleisch werden,
der Sohn ist uns gesandt.
4. Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.
5. Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,
6. danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
Ewigs Leben zu erben,
wie an ihm ist geschehn.
Das Lied wird Johannes Tauler zugeschrieben, einem Schüler von Meister Eckhart. Mehr zu dem Lied und seiner Geschichte hier:
http://www.liederlexikon.de/lieder/es_kommt_ein_schiff_geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
2. Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
3. Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Gott's Wort tut uns Fleisch werden,
der Sohn ist uns gesandt.
4. Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.
5. Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,
6. danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
Ewigs Leben zu erben,
wie an ihm ist geschehn.
Das Lied wird Johannes Tauler zugeschrieben, einem Schüler von Meister Eckhart. Mehr zu dem Lied und seiner Geschichte hier:
http://www.liederlexikon.de/lieder/es_kommt_ein_schiff_geladen
28 November 2009
Problem und Bewusstsein
Ein Problem
kann nicht
mit Hilfe des Bewusstseins,
durch welches es herbeigeführt wurde,
gelöst werden.
Albert Einstein (1879 – 1955)
kann nicht
mit Hilfe des Bewusstseins,
durch welches es herbeigeführt wurde,
gelöst werden.
Albert Einstein (1879 – 1955)
27 November 2009
Bewusstsein
Die Weisen, die erkennen, dass das Bewusstsein in ihnen dasselbe ist wie das Bewusstsein aller Wesen, werden ewigen Frieden erlangen.
Upanishaden (800-600 v.u.Z.)
Upanishaden (800-600 v.u.Z.)
26 November 2009
25 November 2009
Die Welt bist du selbst
Die Welt bist du selbst.
Sie ist das Objekt deiner Wahrnehmung,
du bist der Empfänger,
du machst die Welt.
Wenn du deinen Körper betrachtest,
siehst du,
dass er aus den Elementen der Welt gemacht ist,
aus Erziehung, Ökonomie, Luft, Wasser, Hitze,
die Welt ist wirklich in uns,
wir manifestieren die Welt.
Die Welt in dir
ist nicht verschieden
von der Welt außerhalb von dir.
Du kannst nicht sagen,
dass du verschieden von der Welt bist,
du bist die Welt.
Thich Nhat Hanh (*1926)
Sie ist das Objekt deiner Wahrnehmung,
du bist der Empfänger,
du machst die Welt.
Wenn du deinen Körper betrachtest,
siehst du,
dass er aus den Elementen der Welt gemacht ist,
aus Erziehung, Ökonomie, Luft, Wasser, Hitze,
die Welt ist wirklich in uns,
wir manifestieren die Welt.
Die Welt in dir
ist nicht verschieden
von der Welt außerhalb von dir.
Du kannst nicht sagen,
dass du verschieden von der Welt bist,
du bist die Welt.
Thich Nhat Hanh (*1926)
24 November 2009
Leer werden
Du musst leer werden dessen,
womit du gefüllt bist,
auf dass du gefüllt werden kannst
mit dem,
dessen du leer bist.
Aurelius Augustinus (354 - 430)
womit du gefüllt bist,
auf dass du gefüllt werden kannst
mit dem,
dessen du leer bist.
Aurelius Augustinus (354 - 430)
23 November 2009
Einheitszustand
Der Schöpfer im Menschen ist das eigene Selbst, dessen letzte, von seinem eigenen Mittelpunkt entfernteste Manifestation das kleine "Ich", das persönliche "Ichbewusstsein" ist. Das persönliche "Ich" in ihm ist das durch die Materie - im Körper - widergespiegelte Bild Gottes. Wenn der Mensch also aus dem Fernsein in die Identität mit Gott zurückgelangen will, muss er mit seinem Bewusstsein denselben Weg einschlagen: er muss sein Bewusstsein, von seinem persönlichen "Ich" ausgehend, immer tiefer und tiefer in sich zurückziehen, und sich zu seinem wahren Selbst, zu seinem Schöpfer, hinwenden, bis er sich in Ihm bewusst erkennt. Das bedeutet aber, dass in diesem Zustand nicht das Geschöpf - die Person - sich selbst erkennt, da es keine wahre Existenz hat und als Scheinwesen kein rückwirkendes Bewusstsein, keine Selbsterkenntnis haben kann, sondern der Schöpfer erkennt sich selbst im Geschöpf, in der Person. Dies ist die einzige Möglichkeit, in welcher das Getrenntsein aufhört, in welcher das Bewusstsein sich im Einheitszustand befindet, wenn das "Sich-selbst-Denken" aufhört und zum "Sich-selbst-Sein" - zur "Selbsterkenntnis" - wird. In diesem Zustand sind der Erkenner, das Erkannte und die Erkenntnis ein und dasselbe Subjekt: das Selbst - der Schöpfer - erkennt sich selbst in sich!
Elisabeth Haich (1897-1994)
Elisabeth Haich (1897-1994)
22 November 2009
21 November 2009
Laufe nicht der Vergangenheit nach
Laufe nicht der Vergangenheit nach,
Verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben ist hier und jetzt.
Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)
Verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben ist hier und jetzt.
Gautama Buddha (ca. 563-483 v.u.Z.)
20 November 2009
Anders als vorgestellt
Lass dich nicht täuschen und nicht betäuben, nicht einlullen. Die Wahrheit ist ganz anders, als du dir jemals vorgestellt hast. Sie ist auch ganz anders als sie dir irgend jemand mit Worten vermitteln könnte!
Pyar Rauch (*1960)
Pyar Rauch (*1960)
19 November 2009
Sage nicht...
Du siehst viele Sterne
bei Nacht am Himmel,
aber findest sie nicht,
wenn die Sonne aufgeht.
Kannst du darum sagen,
dass es keine Sterne am Tageshimmel gibt?
Darum, o Mensch,
wenn du in den Taten deiner Unwissenheit
den Allmächtigen nicht schauest,
sage nicht,
es gebe keinen Gott.
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
bei Nacht am Himmel,
aber findest sie nicht,
wenn die Sonne aufgeht.
Kannst du darum sagen,
dass es keine Sterne am Tageshimmel gibt?
Darum, o Mensch,
wenn du in den Taten deiner Unwissenheit
den Allmächtigen nicht schauest,
sage nicht,
es gebe keinen Gott.
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
18 November 2009
Ani Choying singt und spricht
Die buddhistische Nonne Ani Choying ist in Deutschland unterwegs. Sie singt und spricht an folgenden Terminen über ihr Projekt, die 'Arya Tara Schule' für die Bildung buddhistischer Nonnen.
26.11.09 - 20:00 Uhr - Stuttgart
28.11.2009 - 19:00 Uhr - Saarbrücken
04.12.2009 - 18:00 Uhr - München
09.12.2009 - 19:30 Uhr - Köln
Weitere Informationen hier:
http://www.choying.de/
Klares Eines
Darum kommt Gott mit der Liebe zur Seele, auf dass sie die Seele erhebe, damit sie über sich hinaus zu wirken vermöge. Wie aber soll ich ihn lieben? Du sollst ihn lieben, wie ein Nicht-Gott, wie ein Nicht-Geist, eine Nicht-Person, ein Nicht-Bild, mehr noch: wie er ein lauteres, reines, klares Eines ist, abgesondert von aller Zweiheit. Und in diesem Einen sollen wir ewig versinken.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
17 November 2009
Das Ende des Leidens
Wenn du nicht
bei dir selbst beginnst,
kannst du
alles Mögliche versuchen,
du wirst niemals
das Ende des Leidens finden.
Jiddu Krishnamurti (1895-1986)
bei dir selbst beginnst,
kannst du
alles Mögliche versuchen,
du wirst niemals
das Ende des Leidens finden.
Jiddu Krishnamurti (1895-1986)
16 November 2009
Autobiographie in 5 Kapiteln
Den Text von Portia Nelson habe ich erstmals in dem Buch von Sogyal Rinpoche: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben. Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod gefunden.
15 November 2009
Können.Wollen.Müssen
Gestern war ich auf einer Trauerfeier. Das Motto der Verstorbenen war:
Ich kann.
Ich will.
Ich muss.
Am Ende ihres Lebens konnte sie dem Motto eine Wendung geben:
Ich kann nicht mehr.
Ich will nicht mehr.
Ich muss nicht mehr.
Ich kann.
Ich will.
Ich muss.
Am Ende ihres Lebens konnte sie dem Motto eine Wendung geben:
Ich kann nicht mehr.
Ich will nicht mehr.
Ich muss nicht mehr.
14 November 2009
Tausende von Sonnen
Wenn deine Liebe ganz aufgeblüht ist,
wird ein helles Licht erscheinen,
plötzlich gehen rings um dich
Tausende von Sonnen auf.
Kabir (1440-1518)
wird ein helles Licht erscheinen,
plötzlich gehen rings um dich
Tausende von Sonnen auf.
Kabir (1440-1518)
13 November 2009
Gott aber...
Die Zeit ist das, was das Licht hindert, zu uns zu dringen. Es gibt kein größeres Hindernis für Gott als die Zeit, und nicht nur die Zeit, sondern Zeitliches, nicht nur zeitliche Bestrebungen, sondern gerade der Makel und der Geruch der Zeit. Nichts hindert die Seele so sehr an der Erkenntnis Gottes wie Zeit und Raum. Zeit und Raum sind Stücke, Gott aber ist eins.
Meister Eckhart (1260-1327)
Meister Eckhart (1260-1327)
12 November 2009
Ein einziges Wort...
Solange du dir Vorstellungen nicht bewusst machst, wirst du Erleuchtung nicht verwirklichen, selbst wenn du dich ein ganzes Weltzeitalter mit der Lehre beschäftigst und alle Lehrreden und Meditationsanweisungen kennst.
Bist du dir aber deiner Gedanken und Vorstellungen bewusst, dann kann es sein, dass dich ein einziger Ausspruch, vielleicht sogar nur ein einziges Wort, unmittelbar zum Erwachen bringt.
Aus dem Bardo Thödol
Bist du dir aber deiner Gedanken und Vorstellungen bewusst, dann kann es sein, dass dich ein einziger Ausspruch, vielleicht sogar nur ein einziges Wort, unmittelbar zum Erwachen bringt.
Aus dem Bardo Thödol
11 November 2009
Kümmert euch nicht
Kümmert euch nicht um Lehren, Dogmen, Sekten, Kirchen oder Tempel; sie zählen wenig, wenn wir sie mit der Essenz der Existenz in jedem Menschen - der Spiritualität - vergleichen; und je mehr diese im Menschen entwickelt ist, desto stärker wird er. Eignet euch dies an und kritisiert niemanden, denn alle Lehren und Glaubensüberzeugungen haben auch etwas Gutes...
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
Shri Ramakrishna (1836 - 1886)
10 November 2009
OM-Hauch
Vom OM-Hauch sind alle Dinge erschaffen;
die Liebe ist seine körperliche Erscheinung.
OM ist selbst
ohne Gestalt,
ohne Eigenschaften,
ohne Vergehen:
Suche die Einigung mit ihm!
Aber diese gestaltlose Gottheit
nimmt tausend Gestalten an
in den Augen ihrer Geschöpfe:
rein ist Sie und unzerstörbar,
unendlich und unergründlich,
sie tanzt in Verzückung
und Wellen erheben sich
aus diesem Tanz von Gestalt.
Körper und Geist
können's nicht fassen, wenn sie erfasst
der Gottheit großes Entzücken.
Sie ist enthalten in allem Bewusstsein,
allen Freuden und Sorgen.
Sie hat weder Anfang noch Ende,
Sie hält alles in ihrer Gnade.
Kabir (1440-1518)
die Liebe ist seine körperliche Erscheinung.
OM ist selbst
ohne Gestalt,
ohne Eigenschaften,
ohne Vergehen:
Suche die Einigung mit ihm!
Aber diese gestaltlose Gottheit
nimmt tausend Gestalten an
in den Augen ihrer Geschöpfe:
rein ist Sie und unzerstörbar,
unendlich und unergründlich,
sie tanzt in Verzückung
und Wellen erheben sich
aus diesem Tanz von Gestalt.
Körper und Geist
können's nicht fassen, wenn sie erfasst
der Gottheit großes Entzücken.
Sie ist enthalten in allem Bewusstsein,
allen Freuden und Sorgen.
Sie hat weder Anfang noch Ende,
Sie hält alles in ihrer Gnade.
Kabir (1440-1518)
09 November 2009
Lasse alles gehen
Lasse alles gehen.
Erkenne dich selbst
als allumfassend,
und du wirst
totale Glückseligkeit sein,
totale Freiheit.
Robert Adams (1928-1997)
Erkenne dich selbst
als allumfassend,
und du wirst
totale Glückseligkeit sein,
totale Freiheit.
Robert Adams (1928-1997)
08 November 2009
Gott in Gott
Ich bin da, wo ich war, ehe ich geschaffen wurde, da ist bloß Gott in Gott. Da sind weder Engel noch Heilige noch Chöre im Himmel. Manche Leute sagen von acht Himmeln und neun Chören; das ist nicht da, wo ich bin.
Ihr sollt wissen, alles, was man so zu Worte bringt und den Leuten mit Bildern vorlegt, das ist nichts als ein Anreiz zu Gott. Wisset, dass in Gott nichts ist als Gott. Wisset, dass keine Seele in Gott kommen kann, sie werde denn zuvor so Gott, wie sie Gott war, ehe sie geschaffen wurde.
Meister Eckhart (1260-1327)
Ihr sollt wissen, alles, was man so zu Worte bringt und den Leuten mit Bildern vorlegt, das ist nichts als ein Anreiz zu Gott. Wisset, dass in Gott nichts ist als Gott. Wisset, dass keine Seele in Gott kommen kann, sie werde denn zuvor so Gott, wie sie Gott war, ehe sie geschaffen wurde.
Meister Eckhart (1260-1327)
07 November 2009
Wahrheit und Verrat
Wer die Wahrheit verrät,
verrät sich selbst.
Es ist hier nicht die Rede vom Lügen,
sondern vom Handeln gegen Überzeugung.
Novalis (1772-1801)
verrät sich selbst.
Es ist hier nicht die Rede vom Lügen,
sondern vom Handeln gegen Überzeugung.
Novalis (1772-1801)
06 November 2009
Das eine oder andere Element
Ich möchte wissen, wie Gott diese Welt erschaffen hat. Ich bin nicht an dem einen oder anderen Phänomen interessiert, an dem Spektrum des einen oder anderen Elementes. Ich möchte Seine Gedanken kennen, alles übrige sind nur Einzelheiten.
Albert Einstein (1879 – 1955)
Albert Einstein (1879 – 1955)
05 November 2009
Illusion
Wem gilt deine Treue? Worauf richtest du deine Energie, deine Aufmerksamkeit? Auf die Stille, die Wahrheit, das NICHTS, oder auf die Illusion von Welt, von Ich?
Samarpan alias Sam Golden (*1941)
Samarpan alias Sam Golden (*1941)
04 November 2009
Zur inneren Befreiung führen
Alle Religionen, Künste und Wissenschaften sind Äste des gleichen Baumes. Alle diese Bestrebungen sind darauf gerichtet, das menschliche Leben zu veredeln, es aus der Sphäre eines bloß vitalen Daseins herauszuheben und das Individuum zur inneren Befreiung zu führen.
Albert Einstein (1879 – 1955)
Albert Einstein (1879 – 1955)
03 November 2009
Immer wieder sterben
Wahres Leben
ist die Bereitschaft,
immer wieder
aufs neue
zu sterben.
Pema Chödrön (*1936)
ist die Bereitschaft,
immer wieder
aufs neue
zu sterben.
Pema Chödrön (*1936)
02 November 2009
Das Vermögen in meiner Seele
Manche schreiben, wie unendlich das All, wie weit der Himmel sei. Nun: das geringste Vermögen in meiner Seele ist weiter als der weite Himmel. Mit dem Fünklein in meinem Seelengrund bin ich einer Stelle tausend Meilen jenseits des Meeres genauso nah wie der Stelle, auf der ich hier stehe. Da ist nicht Zeit noch Raum, kein Vor und Nach. Alles ist gegenwärtig umschlossen in einem Jetzt, in dem tausend Jahre so kurz wie ein Augenblick sind.
Meister Eckhart (1260-1327)
P.S. In der katholischen Kirche wird heute das Fest "Allerseelen" gefeiert.
Meister Eckhart (1260-1327)
P.S. In der katholischen Kirche wird heute das Fest "Allerseelen" gefeiert.
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